Venture » Besatzung » Fariz Al-Moutassawi

Fariz Al-Moutassawi

Allgemeines zum Charakter

Vorname: Fariz Benjamin
Nachmame: Al-Mouttassawi
Alter:47 Jahre
Spezies: Mensch/Bajoraner
Geschlecht: männlich
Geburtsort: Caldok
Eltern: Rahman Al-Mouttassawi (geb. 2312, gest. im Alter von 37 Jahren) Arzt; Jasmin Al-Mouttassawi, (geb. 2315 als Delan Janis, verschollen im Alter von 42 Jahren), Hausfrau
Geschwister: Qasim Al-Mouttassawi (43 Jahre alt), dubioser 'Geschäftsmann' - Aufenthaltsort unbekannt

Aussehen

Körpergröße: 190cm
Gewicht: 82kg
Hautfarbe: menschlich-südländisch
Haarfarbe: schwarz mit ersten grauen Strähnchen
Augenfarbe: hellbraun
Auffälligkeiten: Ihm fehlt der kleine Finger seiner rechten Hand. Darüber hinaus trägt er die für Bajoraner typischen Nasenrückenfalten.

Lebenslauf

Fariz Al-Moutassawi wurde im Laufe des Jahres 2331 in einfachen Verhältnissen als Sohn des arabischstämmigen Heilpraktikers Rahman Al-Moutassawi und seiner bajoranischen Frau Janis auf Caldok geboren. Seine Kindheit war zunächst rastlos, denn es gab keinen ruhigen Hafen für ihn und die Seinen. Die junge Familie musste schon bald nach Fariz' Geburt weiterreisen, da Jasmin, wie sich Janis nun nannte, von den Dämonen ihrer Kindheit und den immer neuen Flüchtlingen weg wollte, und fand eine Heimat auf Terra Nova. In bescheidenen Verhältnissen verbrachte Fariz eine halbwegs behütete Kindheit und entwickelte sich zu einem wissbegierigen, intelligenten Jungen.

Aber auch diese Zeit ging schleichend vorüber, als Rahman 2345 in das Umfeld eines auf Terra Nova recht einflussreichen Unterweltbosses geriet, den er als Arzt behandelte. Zunächst stieg der Wohlstand der Mouttassawis durch diese Entwicklung an, doch durch den kriminellen Umgang geriet Rahman immer mehr unter Druck. So wurde er schließlich auch gezwungen, völlig gegen die Grundsätze seines Berufs zu handeln und beispielsweise gefolterte Widersacher seines Bosses soweit wieder herzustellen, dass sie weiter gefoltert werden konnten, und Rahman begann heimlich zu trinken.
Fariz, der seinen Vater wegen seines Berufs bewunderte und ihm nacheiferte, wusste von diesen Dingen zunächst nichts, da sein Vater seine Familie vor diesen Machenschaften schützen wollte.

Doch bald sollte sich wieder einmal alles verändern. Fariz, mittlerweile bereits 18 Jahre alt und drauf und dran, mit dem zurückgelegten Geld seines Vaters ein Medizinstudium zu beginnen, kam eines Abends nach Hause und fand Rahman, wie er eilig Sachen in eine Tasche packte. Auf Fariz' nervöses Nachfragen ging er nicht ein und zwang seine Frau und seine beiden Söhne, weiter die Sachen zu packen; mit der Aussage, es ginge um Leben oder Tod. Fariz beeilte sich mit Packen.

Die Familie wurde aber beim Verlassen des Hauses von einem Schlägertrupp des Unterweltbosses aufgegriffen und die folgenden 12 Stunden wurden die schlimmsten im Leben des jungen Fariz. Er musste mit ansehen, wie sein Vater gequält und ermordet und seine Mutter vergewaltigt wurde. Schließlich wurden Jasmin und ihre beiden Söhne gehen gelassen, doch der Anführer des Schlägertrupps verlangte von beiden Söhnen ein Tribut, um das Haus lebend verlassen zu dürfen. Beide Söhne verloren in der Folge den kleinen Finger ihrer rechten Hand.

Das für Jasmin und ihre Kinder gesparte Geld des Vaters war jedoch sicher angelegt, und so floh Fariz mit Bruder und Mutter nach Vega IV, um dort ein neues Leben zu beginnen. Jasmin, zuvor noch lebensfroh und optimistisch, litt seit jenem Tag im eigenen Haus auf Terra Nova an Depressionen und war nicht mehr wiederzuerkennen, und so musste Fariz sich neben seinem Medizinstudium an der Ärzteakademie auf Vega IV auch um seine Mutter und um seinen Bruder kümmern.

Nach sechsjährigem Studium bekam Fariz seine Approbation als Arzt zuerkannt, während seine Mutter, die wieder halbwegs ins Leben zurückzufinden schien, einen wohlhabenden Sternenflottenfunktionär kennenlernte. In dem Irrglauben, seine Mutter und seinen Bruder nun auch endlich einmal wieder alleine lassen zu können, verließ er Vega IV noch im selben Jahr unter dem Vorbehalt, sich anderswo eine Festanstellung suchen zu wollen, doch in Wahrheit war er beseelt von einem unbändigen Gedanken: Rache für seinen Vater.

Er flog zurück nach Terra Nova und erfüllte sich seinen Wunsch, der Gangster starb qualvoll, nachdem Fariz ihn aufgespürt hatte. Doch er fühlte sich hinterher keinesfalls besser, wie er es vorher gehofft hatte, sondern einfach nur leer. Denn auch sein erfülltes Rachegelüst brachte seinen Vater nicht mehr zurück und machte das Leben seiner Familie nicht wieder so wie es einmal war.

In dem Haus des toten Bösewichts machte Fariz eine weitere grausige Entdeckung: Der Mann hatte sich eine junge Frau von etwa 18 Jahren als Gespielin gefangen gehalten, eine Bajoranerin namens Nesym, deren Eltern ebenfalls von dem Mann ermordet worden waren. Der junge Arzt befreite die junge Frau, die ihn anflehte, ihn mitzunehmen, denn auf Terra Nova halte sie nichts mehr. Fariz erklärte sich schließlich bereit, beschaffte ihr mit weiterem Geld seines Vaters eine gefälschte Identität (die sie als seine Cousine auswies) und machte sich mit ihr auf den Weg zurück nach Vega IV. Dort lebte er mit Nesym, mit der er sich bald verliebte, sowie seiner Mutter und seinem Bruder gut zwei Jahre lang in relativem Frieden.
Doch dann kam wieder alles anders: Nesym, mit der er sich mittlerweile verlobt hatte und die er als Liebe seines Lebens sah, erkrankte am Garibaldi-Syndrom, einer äußerst seltenen, unheilbaren Erbkrankheit, und starb nach 5 leidvollen Monaten, in denen Fariz mit den Möglichkeiten seiner Kunst bitter gehadert hatte und nach denen er sich schwor, alles daran zu setzen, diese Krankheit heilbar zu machen.

Und kaum dass er zur Ruhe kam und den Verlust halbwegs verkraftet hatte, geschah wieder etwas schlimmes: Eines Morgens wachte Fariz auf und stellte fest, dass seine Mutter verschwunden, die Wohnung verwüstet und eine Menge Blut vergossen worden war. Alles sah nach einem Gewaltverbrechen aus; die Spuren am Tatort ließen ihn als Haupttatverdächtigen erscheinen. Fariz erkannte die Gefahr, packte seine Siebensachen und floh, bevor sein Bruder wenige Stunden später nach Hause kam und die Sicherheitskräfte rief.
Der Föderationsfunktionär, mit dem seine Mutter liiert gewesen war, hielt Fariz in der Folge für einen Mörder und ließ ihn auf alle Fahndungslisten setzen, und nur die Tatsache, dass Fariz gewisse Kontakte seines Bruders sowie das ihm eigene Improvisationsvermögen nutzte, um unterzutauchen und sich eine Tarnidentität zuzulegen, bewahrte ihn vor einem Schauprozess und einer fast sicheren vieljährigen Haftstrafe.

Fariz ahnte, dass das alles eine klare Nachricht an ihn sein sollte, dass er sich auf Terra Nova mit den Falschen angelegt hatte. Ihm tat es aber noch mehr weh, zu wissen dass er die Büchse der Pandora quasi selbst geöffnet hatte, als ihm sein fehlender Finger jemals wehtun könnte. Fariz war sich zumindest sicher, dass seine Mutter noch lebte und beschloss, sie zu suchen.
In den folgenden Jahren heuerte er zunächst immer wieder auf mehr oder weniger dubiosen Frachtern an und verdingte sich als Arzt. Dabei erlebte er auch eine Menge von Situationen des Elends und musste so manches Mal auch seine berufsethischen Grundlagen übertreten, um eine Situation für alle Beteiligten halbwegs angenehm zu lösen.

Dass ihm von offizieller Föderationsseite inzwischen in Abwesenheit seine Approbation aberkannt und er wegen des angeblichen Mordes zu 20 Jahren Arbeitslager verurteilt worden war, war ihm bald nach seiner Flucht zu Ohren gekommen, es hatte ihn aber nicht sonderlich gestört. In den Kreisen, in denen er verkehrte, hatte er zwar keine echten Freunde, doch konnte er sich mit der Behandlung von Schussverletzungen und anderen aus illegalen Aktivitäten entstandenen Blessuren schon fast ein Monatsgehalt verdienen und hatte binnen fünf Jahren ein halbes Dutzend Tarnidentitäten in petto.

So kam er für einen reisenden Arzt ohne Bezugspunkt zu einigem Wohlstand, wurde aber durch die Umstände zu einem verschrobenen, bisweilen sarkastischen Zeitgenossen, der auch seinem jeweiligen "Boss" gegenüber nie auf den Mund fiel. Allein seine medizinische Fachkompetenz, seine Art, bei bestimmten Dingen nicht groß nachzufragen und seine Zuverlässigkeit machten ihn derart unentbehrlich, dass er sich diesen Ton mit der Zeit immer öfter herausnehmen konnte.

In der Zeit des Dominionkrieges entdeckte Fariz eine verloren geglaubte Seite an sich wieder: Es hatte ihn auf den entlegenen Außenposten Etharia II am Rande der romulanischen Neutralen Zone verschlagen, auf dem es nichts gab und dessen Bewohner mit argen Problemen zu kämpfen hatten: Abseits des Dominionkrieges, der große Teile des Alphaquadranten verwüstete, war Etharia von der Föderation und allen anderen Parteien völlig vergessen worden, nur selten traf Versorgung ein und es gab allerlei Unzulänglichkeiten. Als Fariz dort eintraf, suchte man gerade händeringend nach einem Arzt. Obwohl er eigentlich nur auf der Durchreise war, entschloss er sich ein Weilchen zu bleiben.

Es war ihm schnell klargeworden, dass er für die Arbeit hier kein Honorar verlangen konnte, da die Siedler dieses Planeten nichts zu erübrigen hatten; und doch zog er eine kaum mehr geahnte Befriedigung aus dieser Arbeit, denn die Siedler schätzten ihn für seine Hilfe und waren ihm dankbare Gastgeber; und er konnte sehen wie sie von seiner Kunst profitierten. Schließlich erkannte Fariz, dass er doch nicht ganz von dem Idealismus abgekommen war, der ihn dazu veranlasst hatte, diesen Beruf zu ergreifen. Er reiste ein halbes Jahr später weiter, als Sternenflottenermittler auf dem Planeten auftauchten, und versprach bei seiner Abreise, später wieder zurückzukehren.

Nach dem Ende des Dominionkrieges arbeitete er zunächst wieder für halbwegs zwielichtige Gestalten in halbwegs zwielichtigen Gegenden, doch die Erlebnisse von Etharia hatten bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mittlerweile 47 Jahre alt, entschloss sich Fariz, wieder in den Teil des Raumes zurückzukehren, in dem er einen Teil seiner selbst wiedergefunden hatte, und zumindest etwas von dem Frieden wiederzufinden, den er so viele Jahre zuvor verloren hatte.

Charakter

Fariz ist vom Leben übel mitgespielt worden, das merkt jeder, der ihn etwas besser kennenlernt. Er hat eine ausgeprägte sarkastische Ader, die sich bei Schmerzen in blanken Zynismus verwandelt, und verkneift es sich ungern, entsprechende Kommentare in den sich immer wieder mal ergebenden passenden Situationen abzugeben.

Er umgibt sich zwar durchaus gerne mit Leuten, hat aber schon lange keine wirklichen, ernsthaften Freundschaften mehr geschlossen, da er lange Zeit in zwielichtigen Kreisen verkehrte und davor mit engeren persönlichen Beziehungen in seinem Leben nur Pech hatte. Des Weiteren vertritt er aufgrund seiner Erfahrungen die sozialdarwinistische Philosophie, dass das Recht des Stärkeren eigentlich immer gilt und man nur eine Überlebenschance hat, wenn man irgend etwas kann, was andere brauchen und was nur schwer zu ersetzen ist.

Das alles heißt beileibe nicht, dass Fariz nicht mehr wüsste, was Freundschaft ist oder dass Liebe und Nähe auch viele positive Seiten haben - er glaubt aber, dass zu große Nähe zu ihm für ihn und für andere schnell gefährlich wird, weswegen er gerne einen Panzer aus Sarkasmus und trockenem schwarzem Humor um sich herum aufbaut und auch mal gemein werden kann, wenn ihm jemand zu nahe kommt.

In seinem Beruf tritt Fariz neben den oben geschilderten Charakterzügen als loyaler, kompetenter und zuverlässiger Mitarbeiter auf, der sich nicht in den Vordergrund stellen muss und der weiß, wann er für seine Arbeit etwas verlangen kann und wann nicht. Sein Beruf macht ihm (bis auf die Momente, in denen er aus pragmatischen Gründen die Grenzen des ärztlichen Berufsethos übertreten muss) viel Freude und er freut sich, wenn er andere für die Medizin begeistern oder wirklich Bedürftigen helfen kann.

Darüber hinaus ist er aber auch gerissen genug, um sich einen Vorteil einfach einmal zu nehmen, wenn sich die Situation ergibt, oder um auch mal in einer Runde Poker oder ähnlichem weit zu kommen, wenngleich das keines seiner erklärten Hobbies ist. Unberechenbarkeit ist seiner Ansicht nach in bestimmten Kreisen nun mal eine Tugend, wenngleich er das Spiel nicht so gut spielt wie andere.

Seine persönlichen Quests sind in den letzten Jahren etwas in den Hintergrund geraten. Er hat sich ein Geflecht aus Hinweisen auf Jasmins Verbleib zusammengetragen, steckt derzeit aber in einer Sackgasse und hofft auf weitere Hinweise, die ihn zu seiner Mutter führen könnten. In seiner Freizeit hat er eine Zeitlang intensiv medizinische Forschung betrieben, die derzeit aber fast völlig ruht und die er irgendwann bei entsprechenden Ressourcen einmal zu einem Durchbruch bei der Garibaldi-Syndrom-Therapie nutzen zu können hofft.

Hobbys

Neben der Medizin und der Pflege nicht zu tiefgreifender zwischenmenschlicher Beziehungen verbringt Fariz gerne einmal etwas Zeit mit der Musik, in letzter Zeit mit wachsender Begeisterung. So hat er sich autodidakt das Klavier- und Gitarrenspiel beigebracht und freut sich, wenn er gelegentlich ein paar freie Minuten mit selbst gemachter oder gehörter Musik entspannen kann.

Medizinische Akte

Fariz hat eine gewisse Einschränkung in seiner körperlichen Verfassung dadurch, dass ihm nicht sehr sorgfältig ein Finger abgetrennt worden ist. 'Richtige' Schmerzen und Phantomschmerzen wechseln sich ab und Fariz muss sich bei Schmerzschüben selbst mit Schmerzmitteln behandeln, was den Umgang mit ihm in diesen Zeiträumen nicht unbedingt vereinfacht. Funktional hat er den fehlenden Finger aber inzwischen gut kompensiert und er wird dadurch nicht nennenswert eingeschränkt. Ansonsten verfügt Fariz über die normalen physiologischen Merkmale und ein durchschnittliches Anfälligkeitsmuster für Krankheiten seiner beiden Spezies.

Auszeichnungen/Ehrungen/Rangänderungen

keine nennenswerten

Negative Einträge

Fariz ist wegen der Sache mit seiner Mutter immer noch auf der Fahndungsliste der Sternenflotte zu finden, wenngleich mittlerweile etwas Gras über die Sache gewachsen ist und der Föderationsfunktionär, der die Fahndung seinerzeit vorangetrieben hat, mittlerweile viel älter geworden ist und sich andere Beschäftigungen gesucht hat. Seine ärztliche Approbation liegt wegen derselben Sache ebenfalls schon seit Jahren auf Eis, was aber kaum jemanden davon abgehalten hat, seine Dienste in Anspruch zu nehmen. Im Alltag schränkt ihn die schlechte Reputation in den offiziellen Sternenflottendatenbanken kaum ein und er ist in letzter Zeit auch schon des Öfteren mit seinem wahren Namen aufgetreten, ohne sich dadurch größeren Ärger eingehandelt zu haben.

Stardust Venture