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Venture 4 - Armageddon

--- Brücke

"Nein, Kuzhumo, Sie brauche ich an den Waffenkontrollen!", antwortete McCarthy einen Moment später und wusste, dass er die richtige Entscheidung traf, "vernichten Sie unter allen Umständen den Warbird und retten Sie die Kolonisten...Ich werde gehen."

Der Japaner starrte ihn einen Moment an und unter der ruhigen Mine, sah man die Verblüffung aufblitzen und er öffnete den Mund kurz zu einer Erwiderung; brachte dann aber doch nichts hervor und nickte nur leicht.

Währenddessen hatte der Captain sich erhoben und ein Phasergewehr aus einem versteckten Waffenschrank neben den wissenschaftlichen Konsolen genommen und überprüft.

Geladen und Entsichert.

Die Brückencrew schaute ihm einen Augenblick stumm nach bis Charles das Schott zur Brücke erreicht hatte und sich nochmals zu seinem Sicherheitschef umwandte: "Wenn ich nicht zurückkehre, Fluten sie die betroffenen Decks mit ätzendem Gas - die Sicherheit der Venture geht vor, Mister Hisaki!"

Die letzten Worte hallten im Bewusstsein des Japaners noch nach, als die Tür zur Brücke sich hinter dem Captain schon geschlossen und auf Befehl von McCarthy automatisch verriegelt hatte...

--- Krankenstation

Cailin wirbelte bei Catrìonas Schrei erschrocken herum. Kurz bevor sie die Schottin mit einem Mann zu Boden gehen sah, schien es ihr, als hätte sich dessen Blick tief in ihren Kopf und ihr Innerstes gebrannt.

Ein Blick, der ihr Angst machte.

Ein Blick, den sie vor kurzem erst gesehen hatte und am Liebsten ein für alle mal vergessen wollte.

"Ich verblute... so helfen Sie mir doch...", jammerte der Mann mit der Kopfverletzung plötzlich und packte die Purna am Arm um auf seinen schlechten Zustand aufmerksam zu machen. Diese fuhr aus ihrer Konzentration gerissen in sich zusammen.

Unschlüssig blickte sie zwischen der Schottin, die mit dem Fremden rang, Clancy, der im Begriff war sich in den Kampf einzumischen und dem Mann mit der blutenden Kopfwunde hin und her. Sie wusste sie musste helfen, doch sie wusste plötzlich nicht wie und vor allem wem. Der Mann musste schnellstens versorgt werden, aber auch Catrìona und Clancy waren in Gefahr, wenn auch in völlig anderer.

Eine Reihe eigenartig hoher zischender Laute rang sich aus der Brust der Purna, die die geistige Anstrengung nicht länger ertragen konnte. Vor lauter Aufregung verfiel sie wieder in ihre ureigene Lautsprache, die kein eingebauter Übersetzer in für andere Rassen verständliche Worte übersetzen konnte.

Als sie plötzlich alle im Raum anstarrten, als würden sie sich erst jetzt bewusst wie anders sie doch war, wurde in dem Moment Clancy von etwas gepackt, dass man nicht sehen konnte. Es wirkte, als würde eine unsichtbare Faust ihn niederschlagen. Er wurde von den Füßen gerissen und krachte so hart gegen die Wand, dass ihm im ersten Moment die Luft wegblieb und er langsam in die Knie ging.

Bevor Cailin sich geschockt wieder dem Mann zuwendete, der in ihrer Erinnerung nichts weiter als ein Schatten gewesen war, sah sie noch wie Clancy anscheinend gegen diese Gewalt kämpfte und es schaffte seinen Arm zu befreien um seinen Phaser zu packen. Doch der Arm wurde unnatürlich verdreht und man konnte den armen Clancy schreien hören.

Ein Schreien, dass durch Mark und Bein ging.

Ein Schreien, in das plötzlich auch einige der Verletzten mit einstimmten, als sie mitbekamen in welch unmittelbarer Gefahr sie sich befanden. Einige sprangen auf und stürmten nach draußen, wobei sie eine Frau niederstießen und ihr beim Laufen in die Rippen traten. Sie waren blind vor Angst.

Abgelenkt von den zahlreichen Schreien, blickte Catrìona hoch und der Mann, den sie zu Fall gebracht hatte, nutzte seine Chance um sie mit einem heftigen Stoß in die Rippen zur Seite zu schleudern und wieder die Oberhand zu bekommen. Noch bevor er aufstehen oder auch nur den Kopf heben konnte, sprang Cailin ohne zu denken auf und folgte den anderen nach draußen.

--- Gänge, Deck 3

Cailin rannte, als ob ein Schwarm Solakor hinter ihr her wäre und ein Stehen bleiben oder rasten ihren unabdingbaren Tod bedeuten würde. Ihr Puls raste und ihr Herz hämmerte von Todesangst getrieben. Der tief in ihr verwurzelte Instinkt wie ein Tier zu fliehen, schlug so stark durch, dass sie nicht mal im Entferntesten auf die Idee kam die Sicherheit zu rufen.

Ihrem Gefühl folgend lief sie nicht zu ihrem Quartier um sich dort zu verschanzen, sondern, sie lief nur an den Quartieren vorbei, warf ihren Communikator in das Innere einer sich grade öffnenden Tür und rannte dann weiter. Nicht, weil sie befürchtete, dass der Fremde durch den Computer wohl auch wissen konnte, welches Quartier sie bewohnte, sondern weil sie dort ganz allein und auf sich gestellt war.

Allein.

Das schlimmste Wort, dass die Purna kannte.

Auf ihrem Weg traf die Purna niemand von der Sicherheit. Alle schienen durch den Roten Alarm an anderen Stellen postiert zu sein. Sie fühlte sich allein und im Stich gelassen. Anjol hatte sie angehört, doch ihm war nicht im Geringsten bewusst gewesen, wie gefährlich ihr Feind war.

Sie zweifelte nicht daran, dass der Fremde es schaffen würde sich von der resoluten Schottin zu befreien und Clancy abzuschütteln um die Verfolgung aufzunehmen. Niemand würde sich ihm dabei in den Weg stellen können. Lediglich ihr Communikator würde ihn zunächst auf eine falsche Fährte locken und ihn daran hindern sie zu finden.

Als ihre Lungen zu stechen begann, lehnte sie sich für einen winzigen Augenblick gegen die Wand des Ganges und atmete keuchend. Dabei fiel ihr Blick auf den Turbolift und in ihr glomm ein Hoffnungsfunke auf. Es war Mittag und die Bar würde zu diesem Zeitpunkt voll sein. Die Masse war der ideale Platz um Schutz zu finden.

Jedenfalls im Moment.

Hastig stieg sie in den Lift. "Deck 5"

Noch bevor sich die Türen schlossen, warf sie ihren Communikator

--- Schiffsbar, wenig später

So ruhig wie möglich betrat Cailin die Bar und sah sich um. Hier herrschte wie immer um diese Zeit ein reges Treiben und niemand fiel ihre Ankunft weiter auf. Sie hörte Gesprächsbrocken mit wilden Theorien über den Roten Alarm und Verschwörungen. Es wurde sogar getuschelt, dass Phaserschüsse zu hören gewesen waren.

Ohne sich von den Gesprächen verunsichern oder irritieren zu lassen, steuerte sie auf die Theke zu. Der Platz hinter der Theke war momentan leer.

Kurz darauf war er es nicht mehr. Doch keiner sah die zusammengekauerte Purna mit angezogenen Knien unter der Theke hocken und den Trubel der Bar genießen.

Hier würde sie niemand finden.

--- Planet Kital, Kolonie, Wohnbereich, 15 Minuten später

Mühsam schulterte der Bajoraner, den schlaffen Körper des Kolonisten. Diese Idioten hatten tatsächlich nicht aus ihren Heimen weichen wollen, was ein Teil im Inneren von Anjol durchaus verstand.

Sein Verstand sagte ihm aber deutlich, dass es keine andere Möglichkeit mehr gab: Sie mussten hier und jetzt die Kolonie aufgeben! Die Anwesenheit der romulanischen Schiffe sprach Bände: Die Venture war einer Eroberung nur kurz zuvorgekommen und selbst wenn das Schiff der Steamrunner-Klasse diesmal noch den Sieg davontrug; sie konnten Kital nicht auf ewig beschützen.

Zu Viele benötigten ihre Hilfe. Und zu begrenzt war ihre Kraft...

Ein leises Stöhnen holte Anjol aus seinen Gedanken zurück und gleichzeitig fing der riesige Körper des Kolonisten langsam an, sich leicht zu winden. Es hatte keine Zeit für lange Diskussionen gegeben und so hatte der Bajoraner einfach den größten und am stärksten aussehenden Kerl herausgefordert, der in der widerspenstigen Gruppe stand.

Nach zähem Ringen und mehreren knackenden Geräuschen hatte schließlich das stahlharte Kinn des nun halbbewusstlosen Mannes nachgegeben und sein ganzer Körper war wie ein Sack zu Boden gefallen und dort liegengeblieben.

Das nachfolgende schaurige Schweigen hatte die Kolonisten aufgeweckt.

Jetzt war die Bevölkerung scheinbar bereit, Kital zu verlassen und so liefen sie stumm aber mit gehobenen Köpfen hinter dem Bajoraner her und nur das leichte Schluchzen der kleinen Kinder durchbrach diesen Trauermarsch...

--- Planet Kital, Kolonie

Die gewaltige Gruppe ließ die arbeitenden Techniker von Alnaks Team kurz verblüfft erstarren, bis sie sich wieder ihrer Aufgabe zuwandten.

Ihre Motivation stand jetzt dich gedrängt in der Nähe und so gelang es dem Ingenieursteam ihre Bemühungen nochmals zu beschleunigen, während Anjol den wieder erwachenden Kerl recht unsanft auf den staubigen Boden abwarf und den gerade zurückkommenden Romulaner bemerkte...

Keuchend und schnaufend kam Yhea aus dem Gebäude gelaufen. Verwundert starrte er auf die Ansammlung von Menschen, die mitten auf dem Platz standen, umringt von Robsen und den zwei Sicherheitsmännern, die eifrig damit beschäftigt waren, die modifizierten Anti-Graph-Generatoren aufzustellen.

Im Hintergrund erkannte er Hedlege, der gerade damit begonnen hatte, die ausgebaute Steuerkonsole mit dem Generator zu verbinden. Unentschlossen schaute sich Yhea um und überlegte, wer wohl am besten noch Hilfe brauchte. Er entschied sich dann für Hedlege, der fluchend auf die Konsole haute.

"Kann ich irgendwie helfen?", fragte der Romulaner und schaute über die Schulter von Robin Hedlege. Ein kurzer Blick genügte und er wusste, was das Problem war.

"Dieses dämliche Interface will nicht funktionieren. Ich hab jetzt schon mehrmals versucht, die Verbindung herzustellen, doch jedes Mal bricht er wegen irgendwelcher Fehler ab. Zu den Schildmatrixen - also die ehemaligen Anti-Graph-Einheiten - hab ich den Kontakt herstellen können. Aber zu diesem verdammten Energie-Generator schaff ich es nicht. Die Dinger sind einfach nicht kompatibel", fluchte er wieder und warf vor Wut einen Hydroschraubenschlüssel an den Generator.

Beruhigend legte Yhea Robin eine Hand auf die Schulter und sagte: "Ganz ruhig. Vielleicht schaff ich es ja. Sie können in der Zeit ja schon mal die Matrixen aktivieren; zumindest die, die Robsen schon fertig hat."

Mit einem Nicken verabschiedete sich Robin und schritt zu den anderen rüber. Währenddessen hatte sich Yhea schon durch Dutzende Menüs gelesen. Schon kurze Zeit später hatte er es geschafft. In großen blinkenden Buchstaben prangte ihm das Wort "CONNECTED" entgegen.

"Na bitte, geht doch", sagte er und tippte auf seinen Communikator. "Alnak an Robsen. Wie weit sind Sie mit den Schildmatrixen?"

Sofort kam die Antwort. "Wir sind fast fertig. Wir sind gerade dabei, die Letzten zu aktivieren. Ich gebe Ihnen Bescheid, sobald wir fertig sind. Robsen Ende."

Zufrieden wandte Yhea sich wieder der Konsole zu. Wenn die noch ein wenig brauchten, dann konnte er ja schon mal alles vorbereiten.
Vorsichtig fuhr er den Generator auf seine Maximalleistung hoch, überprüfte noch mal sämtliche Einstellungen und checkte die Verbindung zu den Matrixen.

'Alles klar', dachte er und wartete nur noch auf das Zeichen von Jimmy.

"Alnak an Anjol. Befinden sich alle Kolonisten innerhalb der Schildmatrixen?", fragte er per Communikator den Bajoraner.

Sofort antwortete Anjol: "Ja, soweit ich alle gefunden habe, befinden sie sich innerhalb des Kreises. Ich hoffe mal, unser Plan wird klappen."

"Das hoffe ich auch. Also, ich werde gleich das Kraftfeld aktivieren. Kannst du dafür sorgen, dass die Kolonisten ruhig bleiben. Ich will hier keine Massenpanik, wenn gleich hier die Hölle los ist. Zur Sicherheit kannst du dir ja das Sicherheitsteam als Hilfe dazu holen." Kurz überlegte Yhea noch und sagte dann noch zum Abschluss: "Viel Glück, und mögen die Propheten uns schützen. Alnak Ende."

Angespannt warf der Romulaner noch einen Blick auf die Uhr. Es konnte ja nicht mehr lange dauern, bis die ersten Brocken hier auf dem Planeten einschlugen. Mit angestrengtem Blick schaute er in den Himmel. Zuerst dachte er, die Venture hätte es vielleicht geschafft, sämtliche Trümmer zu zerstören, doch da erblickte er drei leuchtend gelbe Streifen am Himmel.

Wenn die Situation nicht so ernst gewesen wäre, hätte Yhea dieses Naturschauspiel vielleicht genossen, doch so...

Ein Piepen holte ihn wieder in die Wirklichkeit zurück. Schnell tippte er auf seinen Communikator und horchte auf Robsens Nachricht.

"Ok, habe verstanden", antwortete er, drehte sich zur Steuerkonsole um und leitete die aktivieren des Schilds ein.

Mit einem hörbaren Summen luden sich die einzelnen Matrixen auf. Aufmerksam schaute der Romulaner auf die Anzeigen. Bisher sahen alle Werte noch gut aus. Ganz langsam erhöhte er die Frequenz des Schildgitters und wie von Geisterhand wölbte sich eine blau schimmernde Energie-Barriere über den ganzen Dorfplatz. Es dauerte nicht allzu lang und mit einem Knistern schloss sich der Schild komplett.

'So weit so gut', dachte er und kratzte sich an der Stirn. Der Schild war aktiviert und sämtliche Energiewerte waren stabil. Noch. Es war nur noch eine Frage von ein paar Minuten, bis die ersten Gesteinsbrocken auf der Oberfläche des Planeten aufschlugen.

Kaum hatte Yhea den Gedanken fertig gedacht, da spürte er auch schon eine geringe Bewegung der Erde. Es hatte also begonnen. Wieder schaute er zum Himmel, doch diesmal sah er mehr als 3 Streifen im Himmel. Es sah aus, als wäre der ganze Himmel voll mit Sternschuppen. Als hätte jemand im Orbit eine riesige Ladung Gold ausgekippt.

Glitzernd drangen die Reste des Mondes in die Atmosphäre des Planeten ein, wanderten langsam den Horizont entlang und schlugen irgendwo entfernt auf dem Planeten ein. Zum Glück würden wahrscheinlich die meisten Trümmer komplett in der oberen Stratosphäre verglühen, doch die größten Stücke würden wohl doch ihren weg hier herunter finden.

Wieder bebte die Erde kurz und ein Aufschrei ging durch die versammelten Kolonisten. Er sah Anjol, der mit fuchtelnden Armen durch dir Menge rannte und versuchte, die Menschen zu beruhigen. Doch lange konnte er diesen Anblick nicht genießen.

Auf dem Anzeigefeld der Steuerkonsole erschien in roten Buchstaben "ALARM, ALARM". Irritiert schaute Yhea auf das Display. 'Wie, jetzt schon?', fragte er sich verwundert und schaute wieder zum Himmel hoch. Sofort erkannte er einen großen Streifen, der genau auf ihre Position zuhielt.

Und er war verdammt schnell. Schon wenige Sekunden später konnte er schon den großen, rotglühenden Gesteinsbrocken erkennen, der sich am Anfang dieses Streifens befand. Mit entsetzten Gesichtern starrte die versammelte Menge dem Ungetüm entgegen, welches sich auf sie zubewegte und Yhea hoffte, dass das Ding dort oben ja nicht zu nah an ihrer Position einschlug. Doch er wurde enttäuscht.

Mit einem lauten Krachen schlug der Gesteinsklumpen nur wenige Dutzend Meter entfernt ein. Eine riesige Staubwolke wurde hochgeschleudert und unzählige Steingeschosse bombardierten das Kraftfeld. Sofort wurde es schlagartig dunkel. Einzig und allein das schwach blau leuchtende Kraftfeld warf hässliche Schatten auf die verstörten Gesichter.

'Und dieses Grünblut hat noch an die Propheten appelliert!', dachte Anjol grimmig, während die Dunkelheit wie eine Welle über sie hereinbrach. Der Staub und die Trümmer verfinsterten den Himmel und die vorher so unerträglich harten Strahlen der Sonne waren von einer Sekunde zur nächsten verschwunden.

Der aufgewühlte Dreck wälzte sich über das laut knisternde Kraftfeld und bildete dämonische Fratzen, die nach ihnen zu schnappen schienen. Mittlerweile war beinahe die gesamte Bevölkerung auf die Knie gefallen und versuchte verzweifelt sich die Ohren zuzuhalten, aber die ohrenbetäubende Mischung aus dem heulenden Wind und dem elektrisch knackenden Kraftfeld konnte man nicht verbannen.

Der Lärm bohrte sich tief in die Schädel und druckte wie ein stechender Schmerz auf die Gedanken, während die kleinen Kinder anfingen zu schreien und die ersten Männer sich auf dem Boden wanden, weil die Pein zu sehr an ihnen nagte...

Nur Yhea stand wie aus Stein gemeißelt weiter an den Kontrollen, um das Kraftfeld zu kontrollieren; Romulaner hatten eine wesentlich höhere Schmerzresistenz und waren durch ihren überlegenen Körperbau in so einer Situation eindeutig im Vorteil.

Langsam quälte sich der Bajoraner zu dem anderen Offizier herüber und presste weiter mit aller Kraft die Hände auf seine Ohren, auch wenn er wusste, dass es bei der Lautstärke absolut nichts brachte.

"Der Lärm wird uns alle umbringen....", schrie Anjol Alnak so laut wie möglich entgegen, aber als der Romulaner sich ihm zuwandte, erkannte der Bajoraner sofort, dass dieser nichts verstanden hatte.

Wut kam in Anjol auf und er zog die Luft tief in seine vibrierende Lunge ein und setzte zu einem markerschütternden Schrei an, als der Staub und die Bruchstücke, als wäre nie etwas gewesen, vom Himmel verschwanden und den Blick zur Sonne teilweise wieder freigaben. Noch immer war die Atmosphäre grau, aber die unmittelbare Gefahr war vorüber.

Seufzend senkte der Bajoraner die Hände und schaute dem immer noch fragend aussehenden Romulaner ins Gesicht und erklärte mit wieder aufkeimenden Sarkasmus: "Schon gut. Hat sich erledigt..."

--- Brücke

Wie er es hasste.

Wie in jedem billigen Holoroman ging der Captain, alle Warnungen ignorierend ins Sperrfeuer hinein. McCarthy hatte natürlich irgendwie Recht gehabt, aber der verflixte Personalmangel zwang die Crew immer wieder waghalsige Unternehmungen zu machen.

Aber darüber musste er mit dem Captain ein anderes Mal sprechen.

Jetzt übernahm Hisaki wieder die Waffenkontrollen und feuerte eine Salve nach der anderen auf den Warbird. Durch Brengh geschickte Ausweichmanöver konnten sie zwar einigen Schüssen entgehen, aber durch den Ausfall der Heckschirme waren seine Möglichkeiten arg beschränkt.

Und die Romulaner merkten es und versuchten den Navigator der Venture dazu zu bringen das Heck des Schiffes zu entblößen.

Nach und nach stieß Kuzhumo immer wieder die Torpedominen aus, bis daraus ein eher wirres, als wirklich effektives Feld entstand.

"Brengh", sprach der Sicherheitschef den Navigator eilig an, "wir verschleudern unsere Minen, wenn wir so weiter machen. Versuch den Warbird in die folgende Konstellation hereinzufliegen."

Kuzhumo übermittelte die Daten, als er weiterredete, "Wir müssen ihr Heck da rein bringen. Wenn die Minen ihren Antrieb außer Gefecht setzen, sind die so gut wie manövrierunfähig. Mit ein bisschen Glück können wir sie dann ganz ausschalten."

Hastig konzentrierte der Japaner sein Feuer auf den Rücken des romulanischen Schiffes, um die Schilde dort schon einmal konzentriert zu schwächen. Dann blickte er zu dem Caldonier und hoffte das dieser es so bewerkstelligen konnte.

--- Krankenstation

Der heftige Stoß in die Rippen nahm Catrìona den Atem. Keuchend und die Arme um ihren Brustkorb schlingend, lag sie auf dem Boden und beobachtete die Geschehnisse in der Krankenstation wie durch einen Nebel.

Eine Ewigkeit später, wie es ihr vorkam, obwohl in Wirklichkeit nur wenige Sekunden vergangen waren, floh die Purna entsetzt aus der Krankenstation. Die Schottin schüttelte wild den Kopf, um wieder klare Gedanken fassen zu können.

Der Angreifer war gerade im Begriff aufzustehen, er tat dies blitzschnell, so wie auch alle seine bisherigen Aktionen von ungewöhnlicher Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit gekennzeichnet gewesen waren. Catrìona war sich darüber im Klaren, dass sie nur geringe Chancen hatten, einen Mann mit derartig starken telekinetischen Kräften zu überwältigen.

Aus den Augenwinkeln blickte sie zu Clancy, der an der Wand kauerte und ziemlich weggetreten seinen Arm umklammerte. Doch halt! Gerade noch konnte sich die Schottin ein kurzes Auflachen verkneifen. Der Gedanke 'Tha sin am fear - das ist einer!', zuckte ihr durch den Kopf, als sie feststellte, dass Clancy simulierte!

Zumindest schmerzte sein Arm bei weitem nicht so stark, wie er vorgab. Anjol schien tatsächlich einen guten Mann ausgesucht zu haben. Catrìona beschloss, dass hier ein Ablenkungsmanöver vonnöten war. Sie sprang auf und stellte sich dem Mann in den Weg, der sich soeben umwandte, um die Krankenstation zu verlassen - möglicherweise um Cailin zu suchen.

Die Schottin spuckte dem Mann einen Schwall gälischer Schimpfworte an den Kopf, die dieser mit einem Achselzucken abtat. Seine Augen glühten, der Blick wirkte fast hypnotisch. Catrìona fühlte sich für einen Sekundenbruchteil versucht, aus dem Weg zu treten, erinnerte sich dann aber noch daran, dass dieser Mann versucht hatte, ihre Kollegin zu töten.

Und wer wusste, wofür er noch verantwortlich war...

"Hier kommst Du nicht vorbei," knurrte sie den Mann an und stellte sich fest in dessen Weg. Der Mann grinste verächtlich und meinte: "Dann eben nicht." Im selben Moment wurde die Schottin von einer ungewöhnlich starken Kraft erfasst und gegen ein Biobett geschleudert, an dem sie sich hart den Kopf anschlug.

Wie durch einen Nebel nahm sie das gemeine Grinsen des Mannes wahr - aber auch, dass Clancy ihr Ablenkungsmanöver genutzt hatte: Er kauerte immer noch an der Wand, an die ihn die telekinetische Kraft geschleudert hatte, aber nun hatte er einen Phaser in der linken Hand.

'Schieß schon!', dachte die Schottin noch, bevor sie in Dunkelheit versank.

--- Planet Kital, Kolonie

Mit einem Schulterzucken wandte sich Yhea von Anjol ab und konzentrierte sich wieder auf die Kontrollen. Sie hatten Glück gehabt. Und zwar riesiges Glück. Wäre einer dieser Brocken auch nur wenige Meter näher am Kraftfeld eingeschlagen, dann hätte dieses der Belastung nicht standhalten können.

Ihn wunderte es sowieso, dass das Schildsystem so gut funktioniert hatte. Er hatte erwartet, das zumindest irgendwo einer der Schildmatrixen den Belastungen nicht standhalten konnte.

Aber als er sämtliche Systeme überprüfte, konnte er keine Schäden feststellen. Weder die Schildmatrixen noch der Energiegenerator zeigten irgendwelche Fehler. Alles arbeitete perfekt. Mit sichtlichem Erstaunen schloss er seine Diagnose der Systeme ab und schaute dann zum Himmel empor.

Undeutlich zeichnete sich die Sonne am Himmel ab, gedämpft von einem Nebel aus Staub und Dreck, welcher langsam zu Boden rieselte. Durch Dieses Schauspiel kam es Yhea so vor, als wäre plötzlich alle Farbe aus dem Leben entwichen. Es war fast so wie in einem alten Schwarz-Weiß-Film von der Erde, den er irgendwann mal in der Datenbank des Schiffes gefunden hatte. Kalt, emotionslos und eintönig. Sofort wurde einem klar, dass hier auf dem Planeten die nächsten 100 Jahre keiner mehr leben konnte. Zumindest keiner freiwillig.

Deprimiert blickte der Romulaner zu den Kolonisten rüber, die teilweise immer noch die Hände an die Ohren hielten um ein Geräusch zu verdrängen, welches gar nicht mehr vorhanden war. Yhea wunderte sich selbst, wie wenig ihn das Chaos beeinflusst hatte. Vielleicht lag es daran, das er zu konzentriert gewesen war. Er hatte wie besessen auf die Anzeigen gestarrt; vollends damit beschäftigt, das Kraftfeld stabil zu halten. Wie mit einem Schalter hatte er die Umgebung und alles, was ihn hätte stören können aus seiner Wahrnehmung ausgeknipst. Erst Anjol hatte ihn durch seinen Schrei aus der Trance gerissen.

Sichtlich erschöpft wollte er sich gerade daran machen, dass Kraftfeld zu deaktivieren, als ein Ruck durch die Erde ging. Im ersten Moment dachte er schon, es würden wieder neue Trümmerstücke vom Himmel fallen, doch ein kurzer Blick auf die Sensoren sagte ihm, dass es das nicht war. Verwirrt scannte er den ganzen Himmel ab, suchte immer wieder nach neuen Gesteinsbrocken; doch nichts war zu finden.

Wieder bebte die Erde; und diesmal um einiges stärker als zuvor. Nur mit Mühe konnte sich Yhea an der Konsole festhalten, damit er nicht von den Beinen gerissen wurde. Doch schon nach wenigen Sekunden hörte das Beben auch wieder auf. Fluchend drehte er sich zu Anjol um, der nicht so viel Glück gehabt hatte wir er und gerade vom Boden aufstand und sich den Staub von den Kleidern klopfte. Mit einem Schulterzucken gab er Yhea zu verstehen, das auch er nicht wusste was hier geschah.

Plötzlich ging ein Aufschrei durch die Menge und mit einem ohrenbetäubenden Knall öffnete sich ein Riss in mitten des Platzes, auf welchem die Kolonisten standen. In einer atemberaubenden Geschwindigkeit vergrößerte sich der Riss, verschlang mehrere Dutzend Kolonisten, die das Pech hatten, nicht schnell genug aus der Gefahrenzone zu entkommen und bewegte sich genau auf Alnaks Position zu.

Mit einem Satz rannte Yhea los, um dem immer noch näher kommenden Spalt zu entkommen. Nur knapp entkam er dem Abgrund, welcher sich neben ihm erstreckte. Doch dem Generator erging es nicht so gut. In der einen Sekunde stand er noch auf seinem Platz doch kurze Zeit später erkannte der Romulaner, wie der Boden unter dem Generator anfing zu bröckeln. Mit einem Krachen verschwand er in der Tiefe der Erde, schlug mehrmals gegen irgendwelche Wände, bis er schließlich mit einem großen Feuerschwall explodierte.

Hitze und Flammen schlugen Yhea entgegen und versenkten in Sekundenbruchteilen seine Haare und sein Gesicht. Vor Schmerz und Pein schrie er auf, stürzte zu Boden um blieb wimmernd liegen. Er bekam gar nicht mehr mit, wie sich das Kraftfeld in Luft auflöste und der Staub sich auf alles legte. Er lag nur noch da, zitternd, ohne Kontrolle über seinen Körper, einzig darauf hoffend, dass ihn die erlösende Schwärze einholen würde.

Doch die Gnade gönnte ihm anscheinend niemand.

--- Brücke

Brengh schaute sich die Daten an und begriff sofort, was der Mensch vorhatte. Leicht würde es nicht werden, aber es war zumindest eine Chance.

Durch vollkommen unvorhersehbare Ausweichmanöver - Brengh hatte die computergenerierten Kursänderungen durch Eigene ergänzt - schaffte er es, den Heckschirmen die Gelegenheit zu geben, sich etwas zu regenerieren. Der Caldonier hatte bemerkt, dass die Romulaner offenbar überdurchschnittlich oft computergeneriertes Ausweichen vorhersahen, und deshalb vertraute er mehr seiner Intuition als den Vorgaben des Rechners.

Während dieser Manöver beschrieb die Venture eine Spirale, so dass sie wieder fast durch das Minenfeld flogen, das Hisaki gelegt hatte. Als die Venture es passiert hatte, und sich der Warbird genau 'unter' dem Feld befand, zog Brengh den Steamrunner nach oben, in der Hoffnung, die Romulaner würden dieser Kursänderung genauso folgen, wie sie es bisher immer getan hatten...

Und tatsächlich raste der Warbird hinterher und versuchte den scheinbaren Fehler des Navigators auszunutzen. Wie zu erwarten glühte der Bug des romulanischen Schiffes grün auf, als dieses eine alles vernichtende energetische Ladung auf die Venture abfeuern wollte.

Genau in diesem Moment ließ Hisaki das Minenfeld hochgehen.

In einer grellen Explosion zerbarsten die Torpedos mit einer ungeheuren Wucht, dass auch die Venture nicht unbeeindruckt ließ.

Die Schockwelle eliminierte die sich gerade regenerierenden Heckschilde und schob das Schiff mit einem plötzlichen Ruck in die Tiefe des Alls.

Neben Kuzhumo explodierte eine Konsole [Wo war Fähnrich Expandable? *scrn*] während er selber zu Boden geworfen wurde. Im Geiste vermerkte der Japaner Alnak darauf anzusprechen vernünftige Haltegriffe an den Konsolen anzubringen.

Der Sicherheitschef war ein bisschen zu klein, um mit seinen Armen die Armaturen zu umschließen und sich so gegen einen Sturz zu wappnen. Brengh hingegen hatte diese Probleme nicht.

Flink wie andere Menschen mitte zwanzig saß Hisaki sofort wieder in seinem Sessel, um die Schadensberichte abzufragen. Nach einem kurzen Überfliegen der Daten kam der Asiate zum Schluss, dass nichts sehr Wichtiges beschädigt worden war.

Na ja, bis auf den Hauptantrieb.

Und den Sensoren.

Und den Waffensystemen.

--- Krankenstation

"Doktor MacLeod?"

Vage nahm Catrìona die Stimme wahr, die sie in der Schwärze ihrer Bewusstlosigkeit erreichte. "Doktor MacLeod, wachen Sie doch bitte auf!", drängte die Stimme.

'Ich will aber nicht', murrte die Schottin in Gedanken, als sie spürte, dass etwas sie am Arm berührte. Schlagartig war ihre Erinnerung wieder da und sie richtete sich blitzschnell auf, was ihren Kopf heftig protestieren ließ.

Zunächst nahm sie ihre Umgebung leicht verschwommen wahr, aber schnell klärte sich ihr Blickfeld. Clancy hockte neben ihr auf dem Boden und machte ein besorgtes Gesicht. Als er sah, dass die Ärztin wieder geistig anwesend war, seufzte er erleichtert. "Gott sei Dank sind Sie wieder da, Doktor. Sie waren ziemlich lange bewusstlos und ich weiß nicht, wie lange mein Phaserschuß bei dem da wirkt..."

Mit diesen Worten stand er auf und zog Catrìona mit sich in die Höhe. Mit schmerzendem Kopf stellte die Schottin fest, dass der Angreifer regungslos auf dem Boden lag. "Gute Arbeit, Clancy!", meinte Catrìona, dann sah sie sich suchend um, während sie weitersprach:

"Wir sollten ihm noch eine Dosis Narkotikum verpassen, damit er so schnell nicht wieder zu sich kommt. Sein Talent ist einfach zu gefährlich." Noch während sie sprach, hatte die hochgewachsene Frau gefunden, was sie suchte. Sie füllte ein Hypospray mit einem hochwirksamen Narkotikum, dann trat sie zu dem betäubten Mann und injizierte ihm eine ordentliche Dosis.

"Ich habe ihm jetzt etwas gegeben, was nicht zur selben Gruppe wie unser abhanden gekommenes Medikament gehört, falls er derjenige ist, der es gestohlen hat - für den Eigengebrauch. Denn dann hat sein Körper sicherlich schon eine gewisse Resistenz gegen diesen Wirkstoff gebildet.

Trotzdem halte ich es für besser, wenn Sie ihm noch die Augen verbinden. Wenn er nichts sieht, kann er hoffentlich auch seine Kraft nicht einsetzen - zumindest nicht so gezielt."

Catrìona brummte der Schädel, außerdem schmerzten ihre Rippen ziemlich stark. Während Clancy ihrer Aufforderung nachkam, fiel der Schottin noch etwas ein:

Über das Interkom des Schiffes meldete sie: "Krankenstation an Sicherheit. Falls jemand abkömmlich ist: Wir haben einen bewusstlosen Attentäter auf der Station, der hier nicht bleiben kann. Wäre schön, wenn sich jemand darum kümmern könnte..."

--- Brücke

Fieberhaft versuchte Kuzhumo den Status des romulanischen Schiffes herauszufinden, während Brengh mit Hilfe der Manövrierdüsen versuchte die Venture zu stabilisieren.

Genau wie das abtrünnige Föderationsschiff trieb der Warbird steuerungslos durchs All. Das Heck des Schiffes war praktisch nicht mehr existent, aber das bedeutete nicht, dass es wehrlos war.

Leise fluchend versuchte Kuzhumo wieder ein klares Sensorenbild des gegnerischen Schiffes zu bekommen. Die automatischen Reparatursysteme arbeiteten beständig daran, aber sie schienen zu überlastet.

Schnell änderte der Sicherheitschef die Prioritäten kurzzeitig um wieder eine klare Abtastung zu bekommen. Endlich erwachte das Display der Sensoren wieder zum Leben.

Genau wie auf der Venture war der Hauptantrieb ausgefallen, bzw. gar nicht mehr vorhanden. Ihre Waffensysteme waren ebenfalls ausgefallen.

Was aber ein Lächeln auf das Gesicht des Japaners zauberte war ein anderer Umstand: Die Lebenserhaltungssysteme waren bei dem Warbird nicht mehr existent. Zudem schien sich das Innere des Schiffs mit giftigen Gasen zu füllen. Zumindest an den Stellen wo eine Atmosphäre noch vorhanden war.

Kurz mit den Gedanken spielend die Romulaner an ihren eigenen Abgasen zu ersticken lassen, besann sich der Asiate auf seine Pflicht, "Ich rufe den romulanischen Warbird.

Hier spricht der Kommandierende Offizier der Venture. Ihre Lebenserhaltungssysteme sind ausgefallen und ihre Atmosphäre füllt sich mit tödlichen Gasen. Wenn sie sich bedingungslos ergeben, werden wir....."

Kuzhumo würde jäh unterbrochen, als der Commander des Warbirds mit vor Wut verzerrter Stimme das Wort ergriff, "Niemals, menschlicher Abschaum! Wir sind Romulaner und ergeben uns keinen Banditen! Niemals...."

Der Sicherheitschef der Venture erwiderte Nichts, auf den andauernden Vortrag über die Minderwertigkeit der Menschen. Er ahnte was als Nächstes kommen würde. Es passierte immer dasselbe.

So überraschte es den Japaner überhaupt nicht, als er eine plötzliche Überlastung des Warpkern, bzw. dem was davon übrig war registrierte.

In einem famosen Feuerball verschwand der Warbird. Brengh hatte dies auch schon kommen sehen und hatte die Venture so weit wie möglich von dem romulanischen Schiff entfernt.

Bevor die Druckwelle das Schiff erreicht hatte, meldete sich Doktor MacLeod über Interkom.

Bevor Kuzhumo antworten konnte erfasste die Schockwelle das Schiff. Die Venture wurde frontal erfasst und schaukelte wie ein Wellenbrecher des 17. Jahrhunderts in der See.

Die Andrucksabsorber waren wohl auch bei den vorhergegangenen Kämpfen in Mitleidenschaft gezogen worden, denn selbst Brengh wurde aus seinem Sitz geschleudert und knallte auf den Boden.

Fast genauso schnell wie der Japaner richtete sich der Caldonier wieder auf und setzte sich an seine Kontrollen. Kuzhumo ließ sich auch in seinen Sessel fallen und ging die neuen Schadensmeldungen durch.

Als Brengh das Schiff stabilisiert hatte, atmete Hisaki tief durch, bevor er der Schottin antwortete. "Hisaki hier. Ich glaube der Attentäter wird bald ihre geringste Sorge sein. Ich schicke ihnen Lt. Victor vorbei, dieser wird sich um ihre Sicherheit kümmern.

Bereiten sie sich schon einmal auf eine ganze Menge Verwundete vor. Die internen Sensoren funktionieren noch nicht, aber ich vermute das unsere romulanischen 'Gäste' nicht gerade zimperlich waren. Hisaki Ende."

"Hisaki an Victor", rief er sofort seinen Sicherheitsmann, "Begeben sie sich sofort auf die Krankenstation. Dort hat der Doktor einen Attentäter dingfest gemacht. Stellen sie fest was es mit ihm auf sich hat und stellen sie die Sicherheit des Doktors sicher. Hisaki Ende."

--- Planet Kital, Kolonie

Fassungslos hatte Anjol die gewaltigen Kräfte beobachtet, die den Boden des Planeten in Sekunden aufgerissen und einigen Kolonisten den Tod gebracht hatten.

"Grundgütige Scheiße!", fluchte der Bajoraner, als er versuchte sich neu zu orientieren. Anscheinend waren viele Kolonisten verletzt und mit einem entsetzten Blick zu Alnak musste er feststellen, dass es das Grünblut schwer erwischt hatte.

Ihnen blieb auch gar nichts erspart...

"Robsen, Hedlege, helfen Sie sofort den Verwundeten!", brüllte er gegen die laute Menge an, die von Panik angestachelt ständig unruhiger wurde, "und rekrutieren Sie wenn nötig zwangsweise Sanitäter aus der Bevölkerung!"

Gleichzeitig kniete er sich zu dem Romulaner nieder, der immer noch in einem ständigen Wimmern auf dem Boden lag und das verbrannte Fleisch in seinem Gesicht zu schützen versuchte.

Der Staub hatte die blutenden Wunden verkrustet und die Augen wirkten ausdruckslos; das Feuer musste ihn geblendet haben und Yheas Körper zitterte vor Schmerz unruhig hin und her...

'Und ich Idiot habe nicht mal einen Medokoffer parat!', grummelte Anjol innerlich und atmetet gleichzeitig tief durch. Er musste wieder Herr der Lage werden und einen neuen Plan fassen:

Sie hatten den einzigen Schutz verloren, aber so wie es aussah, waren alle Brocken auf den Planeten niedergegangen und hatten ihre tödliche Macht gegen Kraftfeld und Planetenoberfläche gerichtet. Jetzt galt es durchzuhalten, bis die Venture ihnen helfen konnte.

"Tut mir leid Yhea", entschuldigte der Bajoraner sich kurz, aber vom Schmerz überwältigt hörte ihn der Romulaner gar nicht mehr und bemerkte auch nicht, wie Anjol seinen Phaser zog.

Ein orangener Strahl traf den Torso von Alnak und sofort kippte dessen Kopf zur Seite und die Hände sanken zu Boden. Die Betäubung würde ihn vorerst vor den Qualen bewahren, aber lange würde er auch so nicht mehr durchhalten.

"Außenteam an Venture: Wie ist euer Status? Wir brauchen dringend medizinische Hilfe!", rief er deshalb eine weit entfernt scheinende Macht, die ihre einzige Chance war..

--- Brücke

Gerade wollte der Japaner sich seinen Kontrollen wieder zuwenden, als der nächste Ruf hereinkam.

"Hisaki hier", meldete sich der Sicherheitschef mal wieder. "Schön von euch zu hören. Romulanische Schiffe hatten uns überrascht, aber diese sind zerstört. Allerdings nicht ohne uns ein Präsent zurückzulassen. Der Captain kümmert sich gerade persönlich darum."

Ein leises Aufstöhnen vernahm Kuzhumo von Anjol. Ohne Zweifel verstand der Bajoraner worum es ging, schließlich war es schon oft genug passiert, dass sie solche Art Gäste empfingen.

"Medizinische Hilfe können wir nicht viel anbieten, aber Doktor MacLeod dürfte die Frachträume schon ausgestattet haben. Da unsere Schilde sowieso unten sind fangen wir direkt an die schwer Verwundeten hochzubeamen. Der Rest muss warten, bis wir die Romulaner vom Schiff haben."

Seufzend atmete der Japaner durch, als weitersprach, "Wir könnten hier oben aber technische Hilfe gut gebrauchen. Wo ist Alnak?"

--- Deck 8, Gänge

Schnell spurtete der junge Amerikaner durch die Gänge zur Krankenstation. Kai rieb sich immer noch seine Schulter, als mitten bei seinem Kontrollgang gegen die Korridorwand geschleudert worden war.

Das war aber zweitrangig. So schnell Kai konnte war er losgerannt, als ihn der Sicherheitschef gerufen hatte. Er wollte den alten Japaner auf keinen Fall enttäuschen und beweisen, dass er mehr Verantwortung tragen konnte.

Bestürzt hatte der blonde Mann beim Briefing festgestellt, dass er nicht an bei der Brücke für die interne Sicherheit abgestellt worden war. Nicht einmal zum Maschinendeck wurde er eingeteilt.

Nein er sollte sich um das Deck der Krankenstation kümmern.

'Der erste Ort, an den ein Romulaner seine Entertrupps hinschickt!', hatte Kai Victor damals gedacht. Jetzt aber konnte er zeigen was in ihm steckte. Ein Attentäter? Vielleicht ein Romulaner?

--- Krankenstation

Wenige Sekunden nachdem Catrìona mit ihrer Aufforderung an die Sicherheit geendet hatte, begann das Schiff schlagartig zu taumeln, mit einer Gewalt, die sowohl Clancy, der noch neben dem Bewusstlosen kniete, als auch die Schottin selber zu Boden warf.

Catrìona prallte hart auf dem Boden auf, so dass sie meinte, sich alle Knochen im Leib gebrochen zu haben. Zunächst blieb sie bewegungslos liegen, dann setzte sie sich langsam und ächzend auf. 'Ich habe langsam die Nase voll!!', dachte sie, wobei sich so langsam Wut in ihr breit zu machen begann.

Mühsam rappelte sie sich auf. Der erneute Sturz hatte ihrem Kopf alles andere als gut getan. Ihr Blick fiel auf die Einrichtung der Krankenstation. Mehrere Schranktüren standen offen, Medikamente und andere Dinge lagen verstreut am Boden herum. Einige Gläser waren zerbrochen und hatten ihren Inhalt in der Krankenstation verstreut.

Urplötzlich machte sich die schwelende Wut in der Schottin Luft. Sie griff nach einem Glas, das schief am Rand eines Biobettes gelegen hatte und wie durch ein Wunder dem endgültigen Absturz entgangen war und schleuderte es mit einem lauten gälischen Fluch an die Wand, wo es in tausend Stücke zersprang.

Überrascht blickte Clancy sie an, bevor einer von beiden jedoch etwas sagen konnte, tönte das Interkom und Hisaki meldete, dass er sofort jemanden vorbei schicken würde.

Mit einem sarkastischen Grinsen auf ihrem Gesicht wandte sich die Rothaarige an Clancy. "Können Sie mir mal verraten, wie man in dem hier", hierbei machte sie eine weitausholende Armbewegung, " Schwerverletzte behandeln soll???

Wenn dieses Schiff auch nur in einem halbwegs brauchbaren und vor allem gepflegten Zustand wäre, hätten sich die Türen bei dieser Schockwelle nicht öffnen dürfen. Aber das hier ist ja ein Schrottkahn! Hoffentlich kommen die noch nicht so schnell hier herein gebeamt..."

Mit einer Mischung aus Wut und Resignation machte sich die Schottin daran, die heruntergefallenen Dinge, die noch verwendet werden konnten, aufzusammeln und sie wieder an ihrem Platz zu verstauen. Clancy, der ihr helfen wollte, wurde angewiesen, weiter auf den narkotisierten Mann aufzupassen.

Während Catrìona gerade einige Medikamente wegstellte, öffnete sich die Türe zur Krankenstation. Die Schottin merkte, wie sie sich innerlich verkrampfte. Hoffentlich nicht wieder so ein Irrer...

Schnell drehte sich die Schottin um und starrte den Neuankömmling an. "Sind Sie von der Sicherheit oder was wollen Sie?", fragte sie dann ein wenig genervt.

--- Gänge, Deck 2

Vorsichtig pirschte sich der Captain durch den von Rauchschwaden erfüllten Gang und hielt das Phasergewehr fest in seinen Händen umklammert - das Einzige, was ihn in dieser Situation zu beschützen vermochte.

Langsam näherte er sich der nächsten Kreuzung und horchte konzentriert auf die Geräuschen, die in der Luft lagen und sein Ohr erreichten...

'Romulanisches Disruptorfeuer; zwei Zenturios; nicht sehr weit entfernt!", zog er schließlich grummelnd den Schluss aus seinen Beobachtungen und griff dabei auf frühere, ähnliche Erfahrungen zurück.

Keine leichte Aufgabe, aber dennoch zu schaffen!

Bewegungslos verharrte er ein paar Sekunden dicht an die Ecke gedrückt und atmete nochmals tief durch. So schnell es ihm möglich war, schoss McCarthy dann um die Duraniumwand und fixierte seine beiden Gegner,
die im Bruchteil einer Sekunde ihre Strahler hoben und auf den Kopf des Captains zielten.

Ohne zu Zögern betätigte Charles den Auslöser seiner eigenen Waffe und beobachtete, wie die energetischen Strahlen beide Romulaner nacheinander erfassten und von den Beinen rissen.

Anschließend sprang McCarthy hinter der Ecke hervor, visierte die Zenturios aber weiterhin an, um einer möglichen List zu entgehen. Doch die beiden feindlichen Soldaten blieben regungslos auf dem Boden liegen und ließen sich bereitwillig vom Captain untersuchen.

'Beide tot!', stellte er mit Genugtuung fest und erlaubte sich ein kurzes Lächeln, aber diese kleine Unachtsamkeit war schon genug: Ein weiterer romulanischer Soldat trat herrisch aus der nächsten Nische hervor und richtete seinen Strahler triumphierend auf McCarthy.

Anhand der Uniform konnte der nun arrogant lächelnde Romulaner schnell als ranghoher Offizier eingeordnet werden und Charles verfluchte sich innerlich für die Blöße, die er sich gegeben hatte.

Seine Finger schlossen sich leicht um den Griff des Gewehrs, aber die wachen Augen seines Kontrahenten verfolgten jede kleine Bewegung mit mit Präzision und gemischt mit dem Ausdruck der rassischen Überlegenheit im Gesicht des Romulaners bestand kein Zweifel daran, dass er den Kommandanten der Venture ohne Zögern töten würde.

"Es war vorbei...", sagte eine verbittert klingende Stimme in seinem Verstand und breitete sich rasend aus. Seine Lippen verengten sich zu zu einem schmalen Schlitz und er konnte nur noch beten.

--- Bar

Alles was bis hinter die Theke zu Cailin drang waren die Gespräche der Leute die an den Tischen saßen und sich über die Ereignisse des Tages unterhielten. Aber sie konnte nichts verstehen. Es war nur ein gleichmäßiges Rauschen und klang einlullend und beruhigend, aber vielleicht stammte dieses Rauschen auch von ihrem Blut, dass in ihren Adern zu kochen schien. Dabei fror sie selbst am ganzen Leib.

Das Zittern ihrer Hände hatte sich langsam immer weiter ausgebreitet und beherrschte im Moment ihren ganzen Körper. Sie hatte keine Kontrolle mehr über ihn. Wäre sie jetzt aufgestanden hätten ihr sicher die Beine ihren Dienst versagt und sie wären hilflos zusammengeknickt.

Cailin versuchte ihre medizinischen Kenntnisse an sich selbst anzuwenden und sich durch ruhiges langsames Atmen zu beruhigen, aber es wollte ihr einfach nicht gelingen. Immer und immer weder sah sie vor ihrem geistigen Auge die Situation auf der Krankenstation ablaufen. Die Schottin hatte ihr ohne zu zögern wahrscheinlich das Leben gerettet und was hatte sie getan?

Sie war einfach Hals über Kopf geflohen und hatte sie im Stich gelassen. Allein mit jemand, der über telekinetische Kräfte verfügte und wahrscheinlich unter dem Einfluss von starker Narkotika stand.

Die Augen des Fremden tauchten wieder vor ihr auf, böse kleinen Augen, die sich in ihre Seele fraßen, gefolgt von Clancys schmerzverzerrten Gesicht.

Tränen stiegen ihr in die Augen. Die Purna fühlte sich schuldig und nutzlos. Hier in der Bar hockte sie zusammengekauert am schmutzigen Boden und haderte mit ihrem Schicksal, während vielleicht gerade Leute starben nur weil sie selbst zur falschen Zeit am falschen Ort aufgetaucht war um zu sehen was nicht für ihre Augen bestimmt war.

Hin und hergerissen zwischen ihren Gefühlen der Mannschaft und speziell Catrìona und Clancy gegenüber, ging sie in sich.

Sie hatte einmal irgendwo gelesen, dass die Lösung eines jedes Problems in einem selbst zu finden lag. Damals hatte sie es nicht verstanden, doch irgendwie hatte sie die Idee nicht losgelassen. Also ging sie weiter in sich und suchte nach dem Schlüssel.

Der Schweiß trat ihr auf die Stirn, da sie jederzeit befürchten musste entdeckt zu werden und sie hatte ihre einzige Chance Hilfe zu rufen einfach in eines der Quartiere geschleudert, damit ER sie nicht ausfindig machen konnte.

Plötzlich tauchte eine andere Szene vor Cailins geistigem Auge auf. Sie sah sich selbst auf einem großen Stein auf ihrer Heimatwelt Venderat sitzen. Inmitten einer trockenen kleinen Wüste in der nichts wuchs, außer ein paar Sträuchern, die dem ausdörrenden Wind und der Hitze trotzten. Es war einer der wenigen Orte an denen man wirklich allein war. Ein Ort den Purnas gerade deswegen mieden.

Doch Cailin war nicht allein. Jemand war bei ihr.

Der junge Purna mit dem sie sehr viel Zeit in ihrer Jugend verbracht hatte und den sie immer zärtlich Surr genannt hatte. Liebevoll hielt er ihre Hände in den seinen und sah ihr dabei aufmerksam ins Gesicht. Sie sah wie sie sich in seinen dunklen Augen spiegelte, als wären es dunkle unendliche Spiegel. Der Moment schien ewig zu dauern und ihre Liebe schien grenzenlos zu sein.

Dann strich er nachdenklich eine vorwitzige kleine Feder an ihren Platz zurück und küsste sie. Seine Berührung war dabei wie ein sanfter Schauer, wie ein Frühlingswind, der sich warm über ihren ganzen Körper ausbreitete und sie einhüllte. Seine Miene war ernst, als er sie ansah und sprach:

"Wenn einmal alles hart auf hart kommen sollte und die Angst dein Wegbegleiter geworden ist, dann erinnere dich an das was ich dir jetzt sage...

Die Angst ist dein Feind und indem du ihr Platz gibst, sich in deinem Herzen einzunisten, gibst du ihr die Möglichkeit dich langsam zu vergiften und dich schließlich zu töten.

Wenn du sie aber in ihre Schranken weist und aus ihr die Kraft ziehst klar zu denken und über dich selbst hinauszuwachsen, dann nimmst du ihr gleichzeitig auch die Macht über dich. Dann wird sie in deiner Hand zu einem tödlichen Werkzeug und du nicht zu ihrem Besitz. Und denke daran, dass Lanagor dich nie verlassen wird..."

Zu diesem Zeitpunkt wussten beide noch nicht, dass Surr jemand seines Schwarm zu seinem geheimen Treffpunkt gefolgt war und die Nachricht sich bis zu ihrer Heimkehr wie ein Lauffeuer in den Schwärmen verbreitet hatte.

Es war das letzte Mal gewesen, als sie sich gesehen hatten.

Cailin kam wie in Trance aus ihrem Versteck hervor. Ihr Körper zitterte nicht mehr und die Furcht war aus ihrem Herzen gewichen. Statt dessen hatte sich Trauer und eine tiefe Sehnsucht darin breit gemacht.

Es gab nur zwei Möglichkeiten. Entweder Catrìona und Clancy hatten das Unmögliche geschafft den Unbekannten zu überwältigen oder er hatte sie überwältigt. Im ersteren Fall war er keine Gefahr mehr für sie und im zweiten Fall würde er alles auf dem Schiff auf dem Kopf stellen um sie zu suchen.

Aber auf den Gedanken, dass sie wieder auf der Krankenstation sein könnte, würde er zuletzt kommen.

Ohne sich länger in der Bar aufzuhalten, verließ sie sie in Richtung Krankenstation. Dabei war sie aufmerksam und hatte ihr Augen überall...

--- Krankenstation

Kai, dessen Puls sich gerade wieder normalisierte, hatte mit dieser netten Begrüßung nicht gerechnet. Im Gegenteil war man in der Regel immer froh, wenn die Sicherheit so schnell an Ort und Stelle war, wenn sie gerufen wurde und er hatte sich ja wirklich sehr beeilt.

"Ich bin Kai Victor. Hisaki hat mich verständigt, dass es hier..." Er ließ seinen Blick schweifen und entdeckte dabei eine bewusstlose Person am Boden. Nicht nur, dass dieser Mann im Falle, dass er ein Patient war sicher auf einem Biobett liegen würde, nein, neben ihm stand auch noch Clancy mit dem Kai schon öfter mal in der Bar einen trinken gewesen war.

"Das ist dann wohl mein... Patient", meinte er kurz angebunden, mit einem flüchtigen Lächeln in Richtung der Rothaarigen und schob sich an Catrìona vorbei auf den am Boden liegenden Mann zu. Dort angekommen nahm er dem Mann die einzige Waffe ab, die er in dessen Taschen finden konnte. Einen normaler Phaser Typ 2. Das Messer, dass Clancy ihm reichte und das er ihm offenbar auch abgenommen hatte, steckte er ebenfalls ein.

Auf die Frage der Ärztin nach Narkotika verneinte er. In den Taschen des Bewusstlosen war nichts dergleichen zu finden. Sie waren nahezu unpersönlich leer.

Gerade wollte er danach fragen was es mit dem Attentäter auf sich hatte, als sich die Türen der Krankenstation öffneten.

Die Kopffedern der Purna lagen weder dicht am Kopf an wie noch kurz zuvor, noch standen sie drohend ab. Cailin hatte ihr seelisches Gleichgewicht wiedergefunden. Im Gegenteil, war auf ihrem Weg zur Krankenstation immer mutiger geworden und hatte sogar durch den Computer festgestellt wo ihr Aufenthaltsort war.

Fast automatisch kontrollierte sie noch mal den korrekten Sitz ihres Communicators, während sie ihre Arbeitsstelle betrat. Sofort stach ihr die Schottin ins Auge, deren rotes Haar immer ein Blickfang war. "Es tut mir leid, Catrìona... ich...", versuchte sie ihre Flucht zu verteidigen.

Dann fiel ihr Blick auf den Bewusstlosen. Sofort machte sich ein flaues Gefühl bei ihr bemerkbar und sie brauchte ihr ganze Kraft um nicht zurück zu weichen, doch die Tür hatte sich inzwischen wieder hinter ihr geschlossen.

"Ist er...?", fragte sie die Schottin mit furchtsam auf sie gerichteten Augen.

--- Planet Kital, Kolonie

Krampfartig ballten sich die Hände des Bajoraners zu Fäusten zusammen und sein Blick verfinsterte sich: "Yhea wird die nächsten 15 Minuten nicht überleben, wenn er nicht sofort medizinisch versorgt wird! Zwei Dutzend Kolonisten hat es genauso schwer erwischt...Wir haben keine Zeit, um darauf zu warten, dass die Lage auf der Venture sich normalisiert. Wir müssen sofort mit der Evakuierung anfangen!"

Die Antwort musste Hisaki wie ein Schlag getroffen haben: Stille folgte Anjols Stimme und erst einige Sekunden später brach der Japaner den Bann, der über ihn gekommen war:

"Fangt an. Hisaki Ende."

Ohne zu Zögern lief Anjol los und ließ den immer noch leicht stöhnenden Romulaner allein. Er musste die schwerverwundeten Kolonisten sofort einsammeln lassen, damit eine Transportererfassung überhaupt möglich war.

Die immer noch apathisch wirkende Menge öffnete sich, als er in sie stürmte und schreiende Frauen hielten Kinder, Männer oder auch gänzlich Fremde in ihren Armen; unfähig das Grauen zu begreifen. Nach Anjols Schätzungen waren mindestens 70 Kolonisten bei dem Chaos gestorben...

Nur mit seiner donnernden Stimme gelang es dem Bajoraner, die Aufmerksamkeit der Kolonisten wiederzugewinnen und ihnen die nötigen Instruktionen zu geben. Einige waren in einem Schockzustand versunken, aber die anderen handelten sofort und so lagen keine 5 Minuten später die schlimmsten Fälle nahe dem unbeschadet gebliebenen dritten Schildgenerators.

Zufrieden löste der Bajoraner seine immer noch fest geschlossenen Hände wieder leicht, um sich erneut auf den im Restlicht immer noch glänzenden Communicator zu schlagen.

"Anjol an Transporterraum. Beamen sie auf mein Kommando Alnak und alle Personen nahe des dritten Schildgenerators direkt auf die Krankenstation. Energie!"

--- Gänge, Deck 2

Leise atmete er aus.

Trustmann lag auf dem von Blut getränkten Boden des Decks und beobachtete jede Bewegung des Romulaner genau, während er mit seiner linken Hand auf die offene Wunde presste, die ihm das Enterkommando zugefügt hatte.

Es waren viele gewesen und sie waren mit größter Brutalität vorgegangen: Ohne Rücksicht auf das eigene Leben hatten sie die Sicherheitsgruppe überrannt und immer noch zeugten zwei Dutzend romulanische Leichen von dem Wahnsinn.

Die Pupillen des Afrikaners verengten sich leicht, als er die vergangenen Minuten nochmals mit einer Mischung aus Ekel und Bewunderung durchging, um sich schließlich wieder ganz auf die derzeitige Situation zu konzentrieren:

Sein Phasergewehr lag immer noch nur einen Meter neben ihm auf dem grauen Teppich, aber er bezweifelte dennoch nicht, dass der Romulaner seine Bewegungen sofort bemerken würde. In diesem Fall würde er sterben...

Trotzdem: Es war ihre einzige Chance und wenn er, Eric Trustmann, seine Pflichten jetzt nicht erfüllte, würde der Tod den Captain und ihn ebenso heimsuchen. Und es war immer besser kämpfend zu sterben!

"Semper Fidelis - Immer treu!"

Der Afrikaner hatte sich dies geschworen, als er der Sternenflotte beigetreten war und auch nachdem er McCarthy in die Verbannung folgte, hatte er diesen Grundsatz nicht verloren. Es war seine Pflicht vor sich selbst und dem Captain es nicht _so_ enden zu lassen und er würde nicht länger zögern!

Langsam schloss er die Augen und ging für eine Sekunde in sich, um den Schmerz und alles andere aus sich zu verdrängen, so wie es Hisaki ihn gelehrt hatte. Seine Hand löste sich von der immer noch leicht blutenden Wunde und er öffnete die Augen wieder.

Er war bereit.

Blitzartig griff er in Richtung des so nahen und doch unerreichbar scheinenden Gewehres und seine Hände näherten sich immer weiter der Waffe, während der Romulaner die Augen zusammenkniff und seinen Disruptor hob, um den schwarzen Sicherheitler ein für alle mal aus dieser Welt zu vertreiben.

McCarthy zögerte nicht, als er die Situation erkannte und er die Bewegung des romulanischen Armes wahrnahm: Mit einem heftigen Stoss sprang er seinem arroganten Gegner gegen die Beine und brachte diesen
ins Taumeln.

Verzweifelt gab der Romulaner einen letzten Schuss ab, doch traf die todbringende Energie nur eine Wandverkleidung und sorgte dafür, dass das Metall sich verflüssigte.

Doch das realisierte der feindliche Soldat gar nicht mehr. Ein gelber Strahl leckte über seine Brust und drang durch die gepanzerte Uniform in seinen Körper ein.

Der Romulaner, Subcommander Sodor, war auf der Stelle tot.

--- Deck 7, Frachtraum 3

Eine Niederlage lag hinter ihnen! Zwei Schiffe hatte das mächtige Sternenimperium der Romulaner gegen die schwächlichen Menschen verloren. Bei den Göttern, die Vernichtung war die gerechte Strafe für dieses beschämende Ereignis gewesen.

Für einen romulanischen Soldaten gab es keine Niederlage: Nur Sieg oder der Tod waren wahre Ziele für einen Romulaner. Menschen waren schwach und ohne Prinzipien. Sie bettelten, um ihr Leben und verschrieben sich niederen Regeln der Moral.

"Nur die Starken überleben!"

Das war die romulanische Philosophie und als Canturion Gavlor im Frachtraum ihres Feindes materialisierte wusste er, was ihre Aufgabe war: Der Commander des Warbirds hatte bis zum Ende gekämpft und sein letzter Befehl dem Tod nahe war der Transfer einer weiteren Einheit Soldaten gewesen.

Die Schilde der Venture waren deaktiviert gewesen.

Und ihre Sensoren defekt.

Das ideale Ziel, um übernommen zu werden und die Möglichkeit am Ende doch noch alle Kolonisten zu vernichten, die sich wie ein Virus auf Planeten des Reiches festgebissen hatten.

Rasch gab er seiner Einheit die nötigen Befehle und er hegte Zweifel, dass das Glück der Menschen ein Ende gefunden hatte. Romulaner brauchten kein Glück; sie waren überlegen in jeder Hinsicht.

Und bald würde jedes Besatzungsmitglied es wissen...

--- Krankenstation

Ein kurzes Lächeln huschte über das Gesicht der Schottin, als sie erkannte, dass ihre Kollegin ihren ganzen Mut zusammengenommen hatte, indem sie hierher zurückgekommen war. Beruhigend nickte sie ihr zu.

"Aye, er ist. Zumindest bewusstlos. Allerdings hat er uns vorher ganz schön zugesetzt. Ohne Clancy, der einen Trick angewandt hat, hätten wir die Situation sicher nicht so gut in den Griff bekommen."

Mit einem Grinsen blickte Catrìona auf den Genannten, der bei dem Lob ein wenig rot angelaufen war. Dann wandte sich die Rothaarige an den Mann vom Sicherheitsdienst:

"Wir haben ihn unter Narkotika gesetzt, weil wir nicht wussten, wie lange die Phaserbetäubung anhalten würde. Im Normalfall sollte er nach der Dosis Merulan, die er bekommen hat, noch etwa eine Stunde weg vom Fenster sein.

Die Augenbinde trägt er, weil er ein ausgesprochen starker Telekinet ist und wir dachten, er könne dieses Talent nicht so gut einsetzen, wenn er nichts sieht.

Ansonsten gehört er Ihnen. Wenn Sie noch Fragen haben, stehen Miss Fakaii, Clancy und ich Ihnen jederzeit zur Verf..."

Noch bevor Catrìona aussprechen konnte, materialisierten die ersten Verletzten vom Planeten auf der Krankenstation.

Mit einem Blick erfasste Catrìona, dass auch ein Besatzungsmitglied darunter war, dieser Romulaner... wie hieß er doch gleich? [*scnr*]

Sofort eilte sie zu ihm hin und bemerkte, dass Cailin ebenfalls schnell reagiert hatte und gleichzeitig zu arbeiten begann.

Die Schottin beugte sich über den bewusstlosen Romulaner und scannte ihn. "Mmmpf", machte sie dann, als sie auf die Anzeigen ihres Tricorders blickte, die ihr bestätigten, was sie schon beim Anblick des Verletzten vermutet hatte.

"Das sieht nicht gut aus", meinte sie dann laut in den Raum hinein. "Verbrennungen dritten Grades und großer Flüssigkeitsverlust... Clancy, helfen Sie mir, ihn auf das Biobett zu schaffen..."

Kaum waren die Verwundeten eingetroffen, hatte sich Cailin beeilt ihrer ärztlichen Pflicht nachzukommen. Zuerst hatte sie Kühlschaum auf den Wunden verteilt, aus denen sie vorher zum Teil angebrannte Kleidung entfernen musste und danach allen Schwerverletzten schmerzstillende Injektionen verabreicht. Der Kühlschaum würde den Fortgang der Verletzung sofort stoppen und noch wichtiger einer Infektion vorbeugen.

Zwar hatte die Purna ein schlechtes Gewissen so viele schmerzstillende Ampullen zu verwenden, aber es waren einfach nicht genug Gerätschaften und Ärzte da um sofort allen Hilfe zu leisten und sie konnte nicht untätig mit ansehen wie die Leuten sich vor Schmerzen krümmten. Was auch immer diese Leute getroffen hatte, es musste schrecklich gewesen sein. Sie hatten genug gelitten.

Dabei erinnerte sie sich daran, dass sie noch Hilfe in der Hinterhand hatten und aktivierte ihren Communicator: "Fakaii an Dallas und Norgaard. Ein Notfall. Bitte finden Sie sich sofort in der Krankenstation ein und treten Sie Ihren Dienst an. Fakaii Ende."

Danach schickte sie sich sofort an Catrìona zur Hand zu gehen, da es anscheinend den romulanischen Cheftechniker am Schwersten erwischt hatte. Aber es hätte auch schlimmer kommen können. Er hätte sterben können.

Wie immer dachte Cailin keinen Augenblick daran, dass er das noch immer tun konnte, denn das hieß ihn gleichzeitig aufzugeben. Trotzdem traten ihren Fingerknöchel weiß hervor, während der Geweberegenerator seine Arbeit tat.

Während sich die Purna blitzschnell einen Geweberegenerator gegriffen hatte und begann, die Verbrennungen des Romulaners zu behandeln, eilte die Schottin zu einem der Schränke und begann so schnell wie möglich ein Infusionsbesteck zusammenzusuchen.

Dabei ärgerte sie sich wieder einmal über das Chaos, welches über das Schiff hereingebrochen war, denn es war nicht so schnell möglich, alles zu finden. "Verdammte Unordnung," brummte sie vor sich hin. "Und immer dann, wenn es schnell gehen muss!"

Nachdem sie alles beisammen hatte, hastete sie zu dem Biobett zurück, auf dem der bewusstlose Romulaner lag. Mit geübtem Griff entblößte sie den Arm des Mannes und schob ihm die Kanüle in die Vene.

Während die Infusion lief, kontrollierte die Schottin Puls Atmung und Reflexe des Romulaners. "Ich glaube, wir haben eine Chance...." sagte sie dann zu der neben ihr arbeitenden Purna.

--- Krankenstation, wenig später

Stimmen.

Um ihn herum nur Stimmen. Und er mittendrin. War er tot?

Langsam klärte sich sein Blick. Immer mehr verstummten die Stimmen.

Er war nicht tot, er war auch nicht verletzt. Er lag am Rande einer Waldlichtung auf einer bunten Wiese, inmitten von Gänseblümchen, Löwenzahn und Klee. Etwas kitzelte in seiner Nase. Es war ein Grashalm, der sich im Wind bog. Die Bienen summten in den Blüten. Der Wind trug den Geruch frisch geschnittenen Grases in seine Nase.

Yhea schaute an sich herab. Nichts deutete auf seine Verbrennungen hin, die das Feuer seinem Körper angetan hatten. Aber es hatte sie gegeben. Er war verbrannt worden. Jeder Zentimeter seines Körpers hatte in Flammen gestanden. Doch nichts war davon zu sehen.

Aber er wusste genau was passiert war. Mit jeder Faser seines Verstandes hatte er miterlebt, wie der Generator in die Erdspalte gestürzt war. Er hatte mitangesehen, wie die Feuerwand aus der Tiefe emporgeschossen kam, mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit auf ihn zugeschossen war und ihn überrollt hatte. Er war von der Wucht des Feuers von den Beinen gerissen worden und Tausende kleine Flammen leckten über seine Haut und seine Haare. Mit Entsetzten hatte er gespürt, wie sich die Hitze in seine Gliedmaßen gefressen hatte.

Doch nun war er hier.

Yhea spürte Schweiß an seiner Oberlippe. Er spürte das Zittern seiner Hände. Er spürte ein saures Gefühl in der Speiseröhre. Das alles waren deutliche Zeichen für den Schock, den er erlitten hatte, aber auch dafür, dass ihn anscheinend seine Wahrnehmung getrogen hatte. Er konnte nicht tot sein, aber er war es, oder er war verrückt. Denn das was er erlebt hatte war einfach zu real gewesen.

Der Lärm, die Gerüche, die Hitze; einfach alles.

In der Ferne sah er plötzlich eine Gestalt. Es war ein Kind mit einem Ball, das dort spielte. Die Gestalt kam ihm merkwürdig vertraut vor.

"O ... mein ... Gott", sagte Yhea schwach.

Es war ein vielleicht achtjähriger Junge, gekleidet in hellen, weißen Stoff und mit kurzen schwarzen Haaren. Und dann erkannte er auch, wer es war.

Er war es selber. Er selber als kleiner Junge.

Der Junge ließ selbstvergessen seinen blauen Ball auf- und niederhüpfen; er schenkte seiner Umgebung keine Beachtung, schien Yhea nicht zu bemerken.

Ein Gedanke zuckte durch Alnaks Kopf. TOT.

War er vielleicht doch tot? War das hier vielleicht der Übergang zur nächsten Daseinsebene? Oder hatte er jetzt vollends den Verstand verloren.

Verwirrt schaute er sich um. Rechts neben ihm war Laub, bläulich und violett überschattete Blätter, und dazwischen flirrendes Grün, wo einzelne Sonnenstrahlen durch die hohen Baumkronen brachen. Yhea blickte in dieses wogende Meer von Blättern und hörte das Rauschen des Windes und das Plätschern von Wasser. Über ihm in den Zweigen flötete ein Vogel, dann hörte er das Flattern der Flügel dicht neben seinem Ohr. Es roch nach frischer Erde, nach Gras, Laub und Blumen. Es war das reinste Paradies, das absolute Gegenteil zu der schwarzen Hölle, vor der er entkommen war.

Der Kontrast war unerträglich stark. Yhea hatte das Gefühl, als ob die Tür zum Wahnsinn aufgestoßen worden war. Die Wiese atmete, ihm stiegen tausend Gerüche in die Nase. Doch es war unmöglich, das es ein Traum war. In Träumen gab es keine Gerüche. Es gab nur Bilder. Bilder die vielleicht real wirkten, aber dennoch nicht der Wirklichkeit entsprachen.

Also doch der Tod? Yhea konnte es nicht glauben. Wut machte sich in ihm breit. Grenzenlose Wut.

Wut auf sich selbst, weil er nicht vorsichtig genug gewesen war. Wut auf diesen dämlichen Planeten. Wut auf die Romulaner, die das ganze Chaos erst verursacht hatten. Wut auf alles, was er sich vorstellen konnte.

Hinter sich hörte er plötzlich ein Geräusch. Er drehte den Kopf zur Seite. Der Junge war nähergekommen, hatte den blauen Ball unter den Arm geklemmt und sah ihn nun mit schiefgelegten Kopf an.

Von einer Sekunde auf die andere war Yheas Wut wie weggeblasen. So, als hätte sie nie existiert und plötzlich machte sich eine immense Ruhe in ihm breit.

"Hallo", sagte der Junge. Seine Stimme war hell und klar.

"Hallo", antwortete er. "Darf ich fragen, wie du heißt"?

"Oh", antwortete der Junge. "Ich habe viele Namen. Nenn mich den Drachen. Das passt vielleicht am besten."

"Drache? Was soll das für einen Sinn machen?"

"Nun." Der Junge nahm den Ball und ließ ihn ein paar Mal auf den Boden aufschlagen. "Du kannst mich auch den Wurm Ourrorobos nennen, wenn es dir besser gefällt", sagte der Junge. "Aber das erscheint mir etwas umständlich."

"Ein etwas ungewöhnlicher Name für ein Kind", entgegnete Yhea sichtlich verwirrt.

"Ja, nicht wahr?", freute sich der Junge. "Aber es gibt einen wichtigen Grund, warum du hier bist."

"Und der wäre?"

"Denk mal gut nach. Fällt dir da nicht was ein?", entgegnete der Junge bestürzt.

"Also bin ich doch tot?" Angst machte sich in Yhea breit. Er wollte nicht sterben. Er wahr doch noch viel zu jung. Die besten Jahre hatte er doch noch vor sich. Oder etwa nicht? War seine Zeit auf Erden wirklich schon abgelaufen?

Er hatte doch noch nichts erreicht. NICHTS. Nicht einmal das wichtigste hatte er geschafft. Familie. Er hatte sich immer eine Familie gewünscht. Darauf hatte er sein Leben aufgebaut. Das war das einzige gewesen, worauf er hingearbeitet hatte. Das ganze drum herum war nur Kosmetik gewesen. Der Job. Die Arbeit auf den einzelnen Schiffen. Das ganze hatte einzig und allein dem Zweck gegolten, genug zu erwirtschaften, um irgendwo ein hübsches Häuschen zu kaufen, worin er mit seiner Frau und seinen Kindern leben konnte.

Doch das wurde ihm ja nicht gegönnt. Und plötzlich war sie wieder da. Die Wut. Die Wut auf die Romulaner. Die Wut auf denjenigen, der für den Tod seiner geliebten Frau verantwortlich war.

Er konnte jetzt nicht sterben. Es ging einfach nicht. Er konnte sich doch nicht einfach aus dem Staub machen, während irgendwo weitere Menschen leiden mussten. Während immer noch Frauen ihre Männer verloren; Kinder ihre Eltern.

Zitternd vor Wut stemmte er sich vom Boden hoch.

Freundlich schaute ihn der Junge an und nahm in an der Hand. "Komm, lass uns gehen. Wir haben einen langen Weg vor uns."

"NEIN", schrie Yhea auf. "ICH WERDE NICHT MITKOMMEN." Tränen liefen über sein Gesicht. Schluchzend stand er da. Die Hände zu Fäusten geballt."Ich kann noch nicht mit. Ich hab noch so viel zu tun. Wenn ich jetzt mitkomme, dann wäre mein Leben umsonst gewesen. Und das kann ich nicht akzeptieren. Nicht jetzt. Nicht heute. Verstehst du mich?"

Traurig schaute ihn der Junge an. Mehrere Sekunden vergingen, bis er leise antwortete: "Natürlich verstehe ich. Aber es liegt nicht in meiner Macht. Ich soll dich nur führen. Nicht mehr und nicht weniger. So ist der Lauf der Dinge. So war es schon immer und so wird es immer sein. Was willst du also dagegen tun?"

Mit tränengefüllten Augen starrte Yhea in den Himmel. Kleine weiße Wölkchen zogen langsam ihre Bahnen über das blaue Firmament. Ein Schwarm Vögel flog unter der Sonne entlang.

Der Junge hatte recht. Er konnte nichts tun. Absolut nichts. Es war lächerlich zu denken, dass er die Macht dazu hatte, über Tod oder Leben zu entscheiden. Er, ein kleiner, unbedeutender Romulaner. Wie hatte er überhaupt darauf kommen können, das er das Recht hatte, über sein eigenes Leben zu entscheiden?

Müde und erschöpft griff er nach der Hand des Jungen. Langsam schritt er los. Ruhig führte ihn der Junge über die große grüne Wiese, hinab in ein kleines Tal, durch das sich ein kleiner, klarer Bach schlängelte.

Die Sorgen waren verschwunden. Ebenso auch die Gedanken an sein vergangenes Leben. Wie ausradiert waren die Erinnerungen an alles, was er erlebt hatte. Er hatte mit seinem Leben abgeschlossen. Er war bereit für das, was ihn jetzt erwartete. Zumindest dachte er das.

Ohne Vorwarnung blitzte plötzlich ein Bild vor seinem inneren Auge auf. Catrìona und Cailin, die ihn besorgt von oben herab anschauten. Und sofort war wieder der Schmerz da. Mit schmerzverzerrten Gesicht brach er zusammen. Zitternd wandte er sich auf dem Boden hin und her, krümmte sich zusammen und keuchte entsetzt.

Kaum eine Sekunde später war alles wieder weg. Er lag wieder im Gras, neben ihm immer noch der Junge, der ihn ruhig anschaute. Verwirrt blickte sich Yhea um.

"Was war das", fragte er den Jungen, der sich den Drachen nannte.

"Das war das Leben", antwortete dieser.

"Aber... aber du sagtest doch...", stotterte der Romulaner.

"Ja, ich sagte, das ich nicht die Macht dazu habe, dich in dein Leben zurück zu bringen. Aber das schließt Andere doch nicht ein, oder?"

Vollends verwirrt schaute sich Yhea um. War es vielleicht doch nicht vorbei? Hatte er doch noch eine Chance, zurück in seinen Körper zu kommen?

Wieder erschienen die zwei Ärztinnen vor ihm. Doch diesmal war es anders. Er erkannte beides. Die Krankenstation, gefüllt mit einer Unmenge von Leuten die er nicht kannte, und gleichzeitig das Tal, in welchem er stand.

Und mittendrin der Junge, der ihn anlächelte. Mit einem Lachen legte er Yhea eine Hand auf die Schulter und sagte: "Du hast Glück. Es gibt Leute, die dich mögen. Leute, die dir die Möglichkeit geben, weiter zu leben. Jetzt hast du die Chance, alles zu tun, wozu die Zeit bisher nicht gereicht hat."

Glücklich schaute Yhea den Jungen an. "Danke. Danke für alles. Das werde ich dir nie vergessen."

"Bedankt dich nicht bei mir. Tu es bei denen", antwortete er und zeigte mit seinen kleinen Fingern zu den zwei Frauen. "Die sind es, die dir helfen. Nicht ich. Ich bin nur der, der führt. Mehr nicht."

Langsam aber sicher verblasste das Bild des Jungen, und immer mehr gewann das Bild der Krankenstation an Kraft. Genauso verstärkten sich auch wieder die Schmerzen. Keuchend rief Yhea dem Jungen noch einen Abschiedsgruß hinterher, bevor das grüne Tal endlich aus seinem Blick verschwand.

Das einzige was blieb, waren die Gesichter von Cailin und Catrìona, die ihn sorgenvoll anblickten.

--- Planet Kital, Kolonie

Zufrieden beobachtete Anjol, wie immer mehr Kolonisten in der glitzernden Aura des Transporterstrahls verschwanden und somit auf dem Schiff in Sicherheit waren.

Es würde sicher nicht einfach werden, alle überlebenden Siedler auf einen anderen Planeten zu bringen, aber er zweifelte nicht eine Sekunde an den Fähigkeiten der Venture-Besatzung.

Sie konnte es schaffen.

Sie würde es schaffen!

Ein siegessicheres Gefühl machte sich im Magen des Bajoraners breit und er begann leicht zu lächeln, obwohl um ihn herum immer noch ein Chaos herrschte und er es in den letzten Minuten nur mit größter Kraft geschafft hatte, eine Massenpanik zu verhindern.

Gleich nach dem Alnak in die Krankenstation gebeamt worden war...

Abrupt verschwand das Lächeln von Anjols Lippen und er presste sie zu einer dünnen Linie zusammen, als er wieder an das Schicksal des Romulaners dachte: 'Verdammt, er ist noch zu jung, um zu sterben!'

Hätte er an Götter geglaubt, wäre sein Blick wohl zum Himmel gewandert und er hätte eine stumme Anklage voller Wut gegen die übernatürlichen Wesen gerichtet, die hoch über ihnen saßen und ihnen diese furchtbaren Qualen brachten.

Aber er wusste, dass es keine Götter gab...

Nur Humanoide konnten solches Leid verursachen.

--- Krankenstation

Als die Purna bemerkte, dass Alnak wieder unter ihnen weilte, kannte ihr Glück keine Grenzen. Es war immer wieder ein erfüllendes Gefühl und wie ein Geschenk Lanagors ein Wesen vor der ewigen Dunkelheit bewahrt und zurück in die Welt der Lebenden geholt zu haben.

"Catrìona, wir haben es geschafft! Alnak ist über den Berg. Er hat sein Bewusstsein wiedererlangt." Glücklich strahlte sie den Romulaner an und wischte mit einem feuchten, kühlen und zugleich antiseptischen Tuch über seine Stirn. Dabei lächelte sie ihm aufmunternd zu, auch wenn sein Aussehen im Moment alles andere als prächtig war.

Die Wunden würden heilen, aber seine Augenbrauen und ein Teil seiner Haare würden noch einige Zeit auf den grauenvollen Unfall auf dem Planeten hinweisen. Zwar interessierte Cailin was auf dem Planeten vorgefallen war, dass so etwas hatte geschehen können, doch sie scheute sie irgendwen mit Fragen zu belästigen.

Fragen dessen Antworten sicher mit einem sehr schlimmen Erlebnis verknüpft waren.

Bevor Cailin sich wieder den anderen Patienten zuwandte, die auch ihre Aufmerksamkeit benötigten, ergriff sie die Hand des Romulaners, drückte sie sanft aber herzlich und fragte: "Haben Sie Schmerzen, Alnak? Kann ich noch etwas für Sie tun?"

Mit Erleichterung nahm Catrìona wahr, dass der Techniker das Bewusstsein wiedererlangt hatte. Noch bevor der Mann zu einer Antwort ansetzen konnte, hatte die Schottin ein weiteres Mal Puls, Atmung und Reflexe kontrolliert.

"Okay, Cailin, halt ein Auge auf ihn, ich mache mal weiter", wandte sie sich an die Purna, die auf eine Antwort des Romulaners wartete. Ob er wohl kräftig genug war, um zu antworten?

Mit einem letzten Fingerschnippen gegen die Glasflasche kontrollierte Catrìona noch einmal, ob die Infusion auch lief und begann dann, sich den verletzten Kolonisten zuzuwenden.

Verwirrt schaute Yhea zu dem Gesicht, das ihn sorgenvoll ansah. Was war geschehen? Hatte er alles nur geträumt? Oder war er wirklich auf dieser Wiese gewesen und hatte mit seinem jüngeren Ich geredet?

Er wusste es nicht. Er konnte es nicht wissen. Woher auch. Ihm war etwas widerfahren, was ein normales Gehirn einfach nicht verarbeiten konnte. Zumindest glaubte er das. Eins wusste er auf jeden Fall; und zwar, dass er darüber später nachdenken konnte. Was wichtig war, war das Hier und Jetzt. Und nichts anderes. Krampfhaft versuchte er die verwirrenden Gedanken aus seinem Kopf zu vertreiben und sich auf das Gesicht von Cailin zu konzentrieren. Langsam beruhigte sich sein Geist und er vernahm eine leise Stimme.

Es war Cailins Stimme. Sie klang ziemlich besorgt, aber auch mitfühlend. Was hatte sie gesagt? Schmerzen? Nein, Schmerzen hatte er keine. Irgendwie kam es ihm so vor, als wäre er nicht mehr in seinem Körper. Er fühlte eine totale Ruhe in sich. Es war, als würde er über seinem Körper schweben. Doch langsam aber sicher senkte sich sein Geist wieder zurück. Zurück zu ihm selbst. Und plötzlich konnte er auch wieder sprechen. Krächzend flüsterte er: "Hallo Cailin. Schön dich zu sehen. Ich dachte schon ich würde nie wieder was von dir sehen."

Er spürte Cailins Hand, die seine hielt; spürte seine Verletzungen, die seinen ganzen Körper überzogen und roch einen leicht verbrannten Geruch, gemischt mit dem Duft von Medikamenten. Angeekelt verzog er das Gesicht. Er war heilfroh, das hier auf der Krankenstation kein Spiegel hing. Er konnte sich lebhaft vorstellen, wie er aussah.

Wie eine verbrannte Rola-Wurst. Abartig. Er hatte schon immer Rola-Würste verabscheut; doch seine Mutter hatte sie immer und immer wieder gekocht; in den verschiedensten Variationen.

'Seltsam, wieso denke ich gerade jetzt an meine Mutter?', fragte er sich und schüttelte leicht den Kopf. Lag es vielleicht daran, das er dem Tod gerade noch mal von der Schippe gesprungen war? Also wenn das immer so sein sollte, dann würde er das nächste mal lieber sterben, als wieder zu überleben.

Vorsichtig fuhr er sich mit der Zunge über die porösen, aufgerissenen Lippen. Flehend schaute er zu der Ärztin hoch und sagte: "Wäre es vielleicht möglich, das ich ein Glas Wasser bekommen könnte? Mir wäre zwar persönlich eine Tasse Kaffee lieber, doch irgendwie hab ich die Vermutung, dass das jetzt in dieser Situation nicht angebracht wäre."

"Natürlich, selbstverständlich", meinte Cailin, ließ seine Hand vorsichtig wieder los und holte ihm sofort vom Replikator der Krankenstation ein Glas wohl temperiertes kaltes Wasser. Das Glas beschlug sofort an seiner Außenseite bei der Wärme die im Raum herrschte.

Bei Alnak angekommen, stellte sie das Glas zuerst auf ein kleines Tischchen neben seinem Bett und half dem Cheftechniker sich ein wenig aufzurichten. Zwar hätte sie das Bett für diesen Zweck auch kippen können, aber das hielt sie in seinem Gesundheitszustand nicht für ratsam. Danach drückte sie das Glas in seine noch immer vor Schwäche etwas zittrigen Finger.

"Keine Sorge, das ist noch eine der Nachwirkungen von dem Schock den Sie erlitten haben. Nicht lange und Ihre Finger werden wieder so ruhig wie eh und je sein... und kein Warpkern vor Ihnen sicher", fügte sie hinzu und versuchte zu lächeln, während der Romulaner das Glas zu seinen Lippen führte, aber es fiel ihr schwer angesichts der Tatsache, was ihm und den anderen unten auf dem Planeten geschehen sein musste.

Es war gut gewesen, dass sie Catrìona vorgeschlagen hatte Alnak in eine Kryostasis zu versetzen. Wer wusste schon, ob sie sonst den Wettlauf gegen die Zeit gewonnen hätten. So waren die biologischen Funktionen des Romulaners verlangsamt gewesen, was ihnen bedeutet mehr Zeit bei seiner Behandlung verschafft hatte, aber sie fragte sich, was er in dieser Zeit wohl erlebt hatte.

Ihr Blick schweifte kurz über die anderen Verletzten und sie bemerkte erst jetzt, die kleine Frau und den Mann, die ebenfalls an den Leuten zu schaffen machten und erste Hilfe leisteten. Zwar kannte sie die beiden nicht, aber es waren anscheinend die beiden Neuen, die sie angefordert hatte und von denen sie bisher nur die Namen kannte.

Anscheinend waren sie gekommen, als Catrìona und sie mit Alnak beschäftigt waren und hatten sich geistesgegenwärtig ohne zu fragen sofort an die Arbeit gemacht. Zufrieden nickte Cailin ihnen zu.

Sie ergriff den Gewebe-Mitigator, nachdem der Romulaner nun mit allem was er brauchte versorgt zu sein schien und wollte sich auch endlich der Behandlung der anderen Patienten zuwenden, doch dann fiel ihr etwas ein.

Wie sie Anjol kannte, war er mitten im Ort des Geschehens, aber anscheinend nicht schwer verletzt worden, da er sie nicht ebenfalls aufgesucht hatte. Trotzdem würde er wissen wollen wie es Alnak ging und sie fühlte sich verpflichtet ihm Bescheid zu geben. So ging sie etwas abseits, damit der Techniker sie nicht hörte - immerhin musste er nicht wissen, dass er nur knapp dem Tode entkommen war - und betätigte dann ihren Communicator:

"Cailin an Anjol. Alle Verletzten sind mehr oder weniger wohlbehalten auf der Krankenstation angekommen, haben eine erste medizinische Versorgung erhalten und werden jetzt eingehend behandelt. Was Alnak betrifft... wir haben ihn einmal verloren, aber mit Hilfe des Cardiostimulators im letzten Augenblick zurückgeholt. Er ist außer Lebensgefahr..."

--- Planet Kital, Kolonie

Erleichtert richtete der Bajoraner sich auf und schaute dankend in den Himmel. Vielleicht gab es ja doch noch Götter, die ihnen zur Seite standen...

Nach ein paar Sekunden hatte er sich wieder gefangen und öffnete durch Berühren des metallenen Communicators die Zweiwegeverbindung zu Cailin.

"Gut, das zu hören!", antwortete er und in seiner Stimme klang Freude an. Auf jeden Fall eine tiefe Erleichterung, als wenn das ganze Talon-Gebirge von seinem Herzen abfallen würde. Zumal sie auf dem Planeten große Fortschritte machten und in ein paar Stunden den letzten Kolonisten an Bord beamen würden.

Dann würde die eigentliche Schwierigkeit kommen, die er bisher bewusst ignoriert hatte: 'Wie sollen wie die ganzen Menschen unterbringen?'

Die Venture war nicht annähernd für eine solche Masse gebaut worden und selbst wenn die Sternenflotten-Ingenieure bei den Spezifikationen immer Spielraum in der Planung ließen - 4500 Überlebende waren einfach zu viel.

'Aber vielleicht...

Bisher haben wir IMMER noch ein Ass aus dem Ärmel schütteln können!

Wieso also nicht auch dieses Mal?',

überlegte er und versuchte sich an diese Hoffnung zu klammern, als er das Gespräch mit Cailin fortsetzte. Seinen Aussetzer ignorierte die Purna glücklicherweise und Anjol dankte ihr innerlich dafür.

"Und auch gut, dass du und Catrìona auf der Krankenstation seid! Ohne euch würden wir schon lange nicht mehr sein. Wenn das Alles vorbei ist, würde ich gerne mit dir zusammen Essen gehen...", sprach er weiter und sehnte sich aus tiefstem Herzen zum ersten Mal seit Langem nach Entspannung und Ruhe.

--- Krankenstation

Warmherzig lächelte Cailin bei dem Gespräch mit Anjol. Sie fühlte wie erleichtert er war, dass sie ihn über den Gesundheitszustand des Cheftechnikers informiert hatte. Auch wenn es im Moment sehr viel wichtige Dinge zu tun gab die keinen Zeitaufschub duldeten, so fühlte die Purna instinktiv, dass es auch mehr als wichtig war, den Rettern, die umgeben von Leid und namenloser Angst waren, zu zeigen, dass man an sie dachte, ihren Einsatz zu schätzen wusste und bedingungslos hinter ihnen stand.

Das gleiche schien auch der Bajoraner zu empfinden, da er das gleiche im Gegenzug für sie tat, indem er ihr zeigte wie froh er war, dass die Kranken in so guten Händen waren. Auch wenn sie seine Einladung zum Essen ziemlich unvorbereitet traf.

"Ja, das würde ich wirklich auch gerne... sehr gerne sogar...", sagte Cailin und spürte wie ihr dabei leichte Röte die Wangen hochstieg. Ihr passierten immer solche Sachen, wenn ein Mann sie nicht nur als Ärztin, sondern auch als Person sah. Schnell drehte sie sich so, dass Catrìona ihr Gesicht nicht sehen konnte. "Ich... ich muss jetzt wieder an die Arbeit. Die beiden neuen Kräfte leisten zwar gute Arbeit, aber wir können alle Hände gebrauchen.

Ich... freue mich schon auf unser Essen... Anjol. Pass gut auf dich auf", meinte sie abschließend, bevor sie mit einem "Cailin Ende" die Verbindung trennte. Dann atmete sie tief durch bis sie sicher sein konnte, dass sie wieder ihre volle Konzentration hatte und überblickte kurz die Lage auf der Krankenstation.

--- Krankenstation, kurze Zeit später

Mit einem tiefen Aufseufzen ließ sich Catrìona auf einen Stuhl sinken, der leicht verbeult im Raum stand. Es war Zeit für eine kurze Verschnaufpause, denn sonst, so fürchtete die Schottin, würde sie nicht so konzentriert und zuverlässig weiterarbeiten können, wie die Umstände es erforderten.

In den letzten Minuten, die der Schottin wie Stunden vorgekommen waren, hatte sie Brüche eingerichtet, Verbrennungen behandelt - von denen zum Glück keine so schlimm gewesen war wie die Alnaks - und vor allem auch den völlig verzweifelten und desillusionierten Kolonisten Mut zugesprochen.

Immerhin hatten sie ja eben ihre Heimat verloren. Catrìona wusste zwar nicht genau, was vorgefallen war dort drunten, aber nach der Anzahl der Verletzten zu urteilen - und es kamen immer noch Menschen an, die von Miss Dallas und Mr. Norgaard notdürftig versorgt und dann in andere Räume geschickt wurden - war auf dem Planeten einiges in die Luft gegangen, wofür es sich zu leben lohnte.

Die Rothaarige konnte sich ein wenig vorstellen, wie den Kolonisten zumute war. Immer noch war der Geist jener von den Engländern vertriebener Schotten lebendig in ihrem Volk, auch heute noch verspürte jeder echte Schotte tiefes Mitgefühl für andere Menschen, die vertrieben wurden...

Mit einem leichten Gähnen schüttelte Catrìona diese trüben Gedanken ab. "Schade, dass Collins nicht hier auf der Venture ist, ich könnte seine Hilfe bei der psychologischen Betreuung der Patienten gut gebrauchen", dachte sie noch kurz, dann machte sie sich wieder an die Arbeit.

Mit sozusagen einem halben Ohr registrierte Catrìona, dass die Purna den Männern auf dem Planeten Bescheid gab, wie die Situation hier oben aussah.

Wenigstens sah es so aus, als würde sich die Notlage auf dem Planeten entspannen. Was man für die aktuelle Situation der Krankenstation nicht wirklich behaupten konnte.

Sämtliche Biobetten waren von Schwerverletzten Menschen belegt. Auf dem Fußboden lagen ebenfalls so viele Verwundete, dass man sich beinahe vorkam wie in einem vergangenen Jahrhundert. 'Culloden...', dachte die Schottin mit einem Schaudern.

Überall im Raum hörte man das Gestöhne der Kranken, ein unangenehmer Geruch hing in der Luft. Der süßliche Geruch von Blut vermischt mit einem Hauch Verbrannten und dem durchdringenden Geruch von Medikamenten und Desinfektionsmitteln.

Es waren einfach zu viele Menschen in der Krankenstation. Und zu viele an Bord. Dazu kam, dass Teile des Schiffes nicht für die geborgenen Kolonisten verwandt werden konnten, weil diese noch nicht sicher waren. Oder weil dort Kampfhandlungen stattgefunden hatten.

Die Luftaufbereitungsanlage schaffte das einfach nicht. Und deswegen fühlte sich die Schottin reichlich unwohl. Sie war es wirklich nicht gewöhnt, unter solchen Umständen zu arbeiten...

Aber die Menschen brauchten ihre Hilfe. Und immerhin hatte sie den hippokratischen Eid abgelegt - und ihn auch ernst gemeint. Also arbeitete sie weiter, obwohl die das Gefühl hatte, dass sie so langsam ihre Grenzen erreichte...

Konzentriert schaute sich Cailin in der Krankenstation um. Schließlich traf ihr Blick eine verletzte Frau, die apathisch auf dem Boden kauerte und vor sich hinstarrte, in der Hand ein zusammengerolltes Bündel Kleidung. Ein Mann neben ihr, hatte seine Hand auf ihrer Schulter gelegt und sprach beruhigend auf sie ein, schien jedoch nicht wirklich zu ihr durchzudringen. Dann schüttelte er den Kopf und seufzte. Er schien am Ende mit seiner Weisheit zu sein.

Die Purna ging zu dem Mann hin und fragte ihn leise flüsternd: "Was ist mit ihr passiert? Sie scheint zwar körperliche Wunden zu haben, aber ihre seelischen scheinen viel tiefer zu gehen."

Der Mann sah der Ärztin kurz in die Augen, dann senkte er den Kopf wieder resignierend und sein Blick wanderte kurz zu der Frau neben ihm. Erst dann atmete er tief ein und ging auf Cailins Frage ein, dabei schien er aber durch sie hindurch zu sehen. "Sie hat ihr Kind verloren. Es ist... in einem Erdspalt verschwunden..."

Cailin schluckte und tiefes Mitgefühl machte sich in ihr breit, überschattet von einer hilflosen Ohnmacht nichts tun zu können. Körperliche Schmerzen konnte sie lindern, aber hier war ihre ärztliche Kunst machtlos. Trotzdem wollte sie sich nicht geschlagen geben. Sie suchte nach einer Lösung und ihr Blick, der scheinbar ziellos umherirrte fand sie auch.

Entgegen ihrer sonst so sanften Art, trat sie zu der Frau hin, die in sich gekehrt war, packte sie unsanft am Oberarm und herrschte sie an: "Kommen Sie! Ihr brauche Ihre Hilfe! Rasch! Sie müssen mir helfen!"

Tatsächlich schien sie zu der Frau durchzudringen, die sich fast automatisch von ihrem Platz erhob und sie mit großen traurigen Augen ansah. Innerlich atmete die Purna auf die erste Hürde genommen zu haben, doch äußerlich ließ sie sich nichts anmerken und zerrte die Frau einfach mit sich zu einem Bio-Bett auf dem ein kleiner Junge lag, dessen Arme starke Verbrennungen aufwiesen.

Obwohl er dank der Medizin keine Schmerzen mehr haben durfte, wimmerte er doch vor sich hin und war nicht zu beruhigen. Cailin hatte darauf verzichtet ihm ein Beruhigungsmittel zu geben, da es seinen kleinen Körper noch mehr fordern würde. Seine Augen schienen solches Leid gesehen zu haben, was sein kleines Herz noch nicht verarbeiten konnte. Vielleicht hatte er auch jemand aus seiner Familie verloren, einen Freund oder er litt unter der Trennung von seinen Eltern.

Die Purna wollte nicht daran denken, was für katastrophale Umstände auf dem Planeten geherrscht haben mussten, dass ein kleines noch dazu stark verletztes Kind von seinen Eltern getrennt wurde. Sie schüttelte den Gedanken sofort ab um nichts von ihrer inneren Stärke zu verlieren und wies die Frau neben sich an: "Sie kümmern sich ab sofort um diesen Jungen."

Dazu gab sie ihr auch ein paar für den Laien verständliche Anweisungen über medizinischen Hilfsmaßnahmen, welche zwar auch dazu beitragen würden, dass die Wunden des Jungen schneller verheilten, doch vor allem dazu dienten, dass beide nicht mehr diese Leere und Einsamkeit in sich fühlten.

Nachdem die Purna sich vergewissert hatte, dass die Frau über die Tatsache gebraucht zu werden und helfen zu können, ihren Schmerz überwand und auch der Junge langsam weniger schluchzte, als die Frau seine Hand liebevoll drückte und beruhigend auf ihn einsprach, drehte sich Cailin um und stieß dabei fast mit Clancy zusammen, der ebenfalls zugriff, wo man Hilfe gebrauchen konnte.

"Sie kommen mir wie gerufen", meinte die Purna und lächelte ihn an. "Ich Ihnen wäre sehr dankbar, wenn Sie sich noch ein, zwei Mann zusammensuchen würden und für die Krankenstation Decken und Kissen und was hier noch so alles fehlt replizierten könnten. Es geht einfach nicht an, dass die Leute noch länger auf dem harten Boden liegen, weil es einfach nicht genug Bio-Betten gibt."

"Keine Sorge, wird gemacht Ma'am." Schelmisch zwinkerte Clancy der Purna zu um sie aufzuheitern. Dann fügte er noch nach einem kurzen Blick auf die momentane Situation hinzu: "Ich werde auch noch versuchen frische Kleidung zu replizieren. Sie muss ja nicht perfekt passen... Bin gleich wieder da." Damit entfernte er sich raschen Schritts, während er noch im Laufen seinen Communicator aktivierte und einige Anweisungen gab.

Zufrieden sah Cailin ihm nach. Anjol hatte wirklich gute Leute hier auf der Venture auf die man sich in jeder Lage verlassen konnte. Erst in Momenten wie diesen erkannte man wer wirklich seine Freunde waren. Sie nahm sich fest vor, Clancy bei dem Essen mit Anjol mehr als lobend zu erwähnen.

Nachdem sich die Purna wieder eingehend um drei weitere Patienten gekümmert hatte und sich gerade dem nächsten Patienten zuwenden wollte, hörte sie ein leises unterdrücktes Fluchen, das sie sofort als einen von Catrìonas gälischen Flüchen erkannte. Anscheinend hatte auch die Schottin Probleme mit der Masse an Patienten.

Sie trat zu ihr hin und reichte ihr ein keimfreies Tuch um sich den Schweiß von der Stirn zu wischen und fragte schließlich: "Na, wie geht's voran, Catrìona? Kann ich dir bei irgendetwas behilflich sein?"

--- Brücke

Brengh saß angespannt an seiner Station und grübelte. Die erste Gefahr war gebannt, auf den Sensoren waren keine weiteren Schiffe zu sehen, und die Leute auf dem Planeten waren auch erst einmal in Sicherheit. Die einzige Gefahr, die der Navigator momentan sah, war, dass eventuell weitere romulanische Schiffe sich enttarnen könnten. Schiffe, die nur deshalb nicht in den Kampf eingegriffen hatten, weil sie einfach zu weit entfernt gewesen waren.

Vielleicht hatten sie miterlebt, wie die Venture die beiden Gegner besiegt hatte, und nun vereinigten sich gerade unsichtbar mehrere romulanische Kriegsschiffe zu einer unüberwindbaren Flotte.

Brengh blieb misstrauisch. Gerade das man keinen Hilferuf des letzten Warbirds aufgefangen hatte, machte den Caldonier stutzig. Denn das bedeutete, dass der dortige Captain davon ausgegangen war, dass alle seine Handlungen bereits beobachtet worden waren.

Andererseits hätte auch das Gegenteil - das Auffangen eines Notrufes - Brengh zu den gleichen Schlussfolgerungen gebracht. In dem Falle hätten die bald ankommenden Schiffe eben auf dieses Funksignal reagiert.

Sein Fazit war: Bald würde Verstärkung eintreffen, wenn sie nicht schon da war.

Bis dahin hieß es wachsam bleiben. Trotzdem geisterte immer noch eine Zahl in seinem Hinterkopf herum.

Viertausendsiebenhundert.

Laut Sternenflottenspezifikation konnte das Schiff in Notfällen bis zu vierhundert Leute aufnehmen. Insgesamt! Inklusive Besatzungsmitglieder! Rechnete man eine Sicherheitsspanne von einhundert Leuten ein, bedeutete das, dass bald die Kapazität des Schiffes um das fast Zehnfache überschritten werden würde.

Das warf zwei Probleme auf, von denen der Captain bislang offenbar nur an Eines gedacht hatte. Das Platzproblem hatte er ja an die medizinische Abteilung delegiert - als ob die noch nicht genug zu tun hatten, arme Cailin...

Das zweite, wahrscheinlich sehr viel gewichtigere Problem war die Lebenserhaltung. Selbst mit auf Volllast laufenden Systemen würde die Luft schon nach einem Tag schlecht werden, und ein paar Tage später würden die ersten Geretteten ersticken.

Gut, wenn man mit keinen Schwierigkeiten rechnete, müsste das Schiff mit Warp 9.5 sein Ziel recht schnell erreichen können. Wurde man allerdings unterwegs aufgehalten - durch romulanische Schiffe oder technische Defekte - könnte die Reise sehr viel länger dauern.

Brengh begann, eine Route zu planen, die möglichst ungefährlich sein würde, und im Falle einer technischen Panne noch genug Zeit ließe, ohne allzu viele Tote das Ziel zu erreichen...

'Verdammt!', fuhr es Kuzhumo durch den Kopf. Er hatte den Kaffee-Süchtigen Romulaner schätzen gelernt, nicht zuletzt, da er der einzige an Bord war, der die Venture in und auswendig kannte, was die technischen Details betraf.

Neben ihm ging Brengh seiner Arbeit nach und der Sicherheitschef überlegte, was er jetzt tun konnte. Wie ging es dem Captain? Er hoffte, dass dieser bald zurückkam, oder überhaupt noch am Leben war.

Plötzlich wurde er in seinen Gedanken unterbrochen. Die Systeme meldeten ein Sicherheitsverstoß auf Deck 7 in einem der Frachträume. Wollte sich da Jemand an den Vorräten bereichern?

Nein, der Sicherheitsverstoß wurde von innen ausgelöst, dass konnte nur bedeuten... "Hisaki an alle", der Japaner beschloss die gesamte Crew zu mobilisieren. Was für eine andere Wahl hatte er? Alle Sicherheitsleute waren verstreut, wenn nicht tot, über das Schiff verstreut.

"Eindringlingsalarm auf Deck 7 in Frachtraum 3. Erschießt jeden Romulaner der ihr vor die Phasermündung bekommt! Hisaki Ende.", sprach der Asiate. Bei der Sternenflotte hätte eine solche Anweisung zu einem Verfahren geführt.
Hier aber gehörte es zu dem sogenannten Notfallplan, der von Captain McCarthy entworfen worden war.

Dieser hatte ein paar Abweichungen vorgesehen. All die, die sich bei einem Konflikt in die Bar oder in ihren Quartieren zurückzogen, sollten nun zum Phaser greifen und sich in vorher bestimmte Trupps zusammenschließen und Jagd auf die Invasoren machen.

Das war die letzte Möglichkeit.... vor der Selbstzerstörung.

--- Krankenstation

Langsam und mit kleinen Schlucken hatte Yhea das Glas Wasser ausgetrunken, welches ihm Cailin gebracht hatte. Schon kurz danach fühlte er, wie die Lebensgeister in seinen geschundenen Körper zurückkehrten. Das Zittern seiner Hände war verschwunden und die Müdigkeit, die von ihm Besitz ergriffen hatte, war wie weggeblasen. Vorsichtig setzte er sich auf seinem Biobett auf und schaute durch die Krankenstation.

'Meine Güte. Das sieht ja aus wie auf einem Schlachtfeld', dachte er und zog verwundert eine Augenbraue hoch. Zumindest den kläglichen Rest davon. Ruhig fuhr er sich mit der Hand durch sein Gesicht; tastete eine Stelle nach der anderen ab und endete schließlich damit, sich durch die verbrannten Haare, oder was davon übrig war zu fahren.

"Ich muss ja fürchterlich aussehen", murmelte er. Nun gut, eigentlich ging es ja. Seine Haut war zwar noch überall rot, doch nirgends konnte er irgendwas erkennen, was nach einer Brandverletzung aussah. 'Cailin und Catrìona haben ganze Arbeit geleistet. Also wenn das hier vorbei ist, dann muss ich mir schon mal was ganz Großes als Dankeschön ausdenken', überlegte er und begann dann, langsam und vorsichtig von der Liege herab zu steigen.

Gerade hatte er es geschafft, beide Füße auf den Boden zu stellen, als plötzlich ein ungeheurer Schmerz in seinem Arm explodierte. Entsetzt drehte Yhea den Kopf und bemerkte dann erst die Infusionsnadel, die in seinem Arm steckte. 'Verdammt noch mal, tut das vielleicht weh', ächzte er und wichte sich die aufkommenden Tränen aus dem Gesicht.

Vorsichtig versuchte er, die Nadel aus der Haut zu ziehen, doch kaum hatte er sie angefasst, da tat es auch schon wieder fürcterlich weh. Mit zusammengebissenen Zähnen fummelte er weiter an der Nadel herum, bis er es nach kurzer Zeit aufgab.

"Na dann eben nicht", ärgerte er sich, legte die Hand an den Schlauch und zog ihn von der Nadel ab. Sofort tropfte die sich darin befindliche braun-gelbe Flüssigkeit auf den Boden. Hastig knotete er das Ende des Schlauchs zusammen und nickte zufrieden. Die Gefahr von Flecken war somit gebannt.

'Jetzt muß ich nur noch gucken, wie ich diese dämliche Nadel da wegbekomme', überlegte er und schüttelte dann den Kopf. 'Darüber werde ich mir später Gedanken machen.'

Es verwunderte ihn selbst, dass er sich schon so schnell von dem Unfall wieder einigermaßen erholt hatte. Zu Testzwecken umrundete er in einen gemütlichen Tempo ein paar mal das Biobett, bevor er sich davon abstieß und sich zum Replikator aufmachte.

'Also da es mir wieder besser geht, wird wohl keiner was dagegen haben, wenn ich mir jetzt einen schön starken Kaffee hole', dachte er und schmunzelte. Er war sich ziemlich sicher, wenn ihn jetzt Cailin oder Catrìona mit einer Tasse Kaffee in der Hand erwischten, würden sie ihn sofort wieder an das nächste freie Biobett fesseln. 'Na ja, sollen sie ruhig versuchen. Außerdem haben die Zwei im Moment wohl genug zu tun, anstatt sich um einen aufmüpfigen Romulaner zu kümmern.'

Mit guter Laune erreichte er endlich das ersehnte Ziel. "Computer, eine Tasse heißen Kaffee. Aber bitte stark."

Sofort erschien mit einem Flimmern die gewünschte Bestellung im Ausgabefach. Gierig nahm er die Tasse in die Hand, nahm einen großen Schluck der dunkeln Flüssigkeit und verdrehte vor Genuss die Augen. Wie hatte er das vermisst. Die ganze Zeit unten auf dem Planeten hatte er sich nichts sehnlicher gewünscht, als eine große, heiße Tasse Kaffee. Und jetzt, nach diesen ganzen Strapazen durfte er es endlich wieder.

Zufrieden bahnte er sich seinen Weg durch die vollkommen überfüllte Krankenstation, bis er es nach kurzer Zeit endlich geschafft hatte, sich zu dem Biobett durchzukämpfen, auf welchem Poulsen immer noch in seinem künstlichen Koma lag. Wie lange war es jetzt schon her, dass die Plasmaleitung explodiert war? Er wusste es nicht. Aber eins war klar: Er brauchte jetzt jeden Mann im Maschinenraum. Er hatte zwar immer noch keine Ahnung, wie der tatsächliche Zustand der Venture war, doch er vermutete, dass es schlimmer war als es aussah. Schließlich gingen Romulaner mit ihren Feinden nie zimperlich um.

Hilfesuchend schaute er sich nach Cailin oder Catrìona um. Es dauerte eine Weile, bis er beide zusammen etwas am Rande des Raumes entdeckte. Mühsam kämpfte er sich wieder durch die Menge, bis er nach einigen Problemen endlich bei ihnen angekommen war.

"Hallo ihr Beiden. Ich will euch ja nicht stören, aber wäre es vielleicht möglich, dass ihr Poulsen aus seinem Koma aufweckt, damit ich mit ihm zusammen die Venture wieder zusammenflicken kann?", fragte er und blickte die Ärztinnen flehend an.

Stardust Venture