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Crossover 6 - Wer hat das Insektenspray

(Atlantis 11, Venture 35)

--- Imperiales Forschungsschiff Telai, Transporterraum

"Ach herrje, dann lassen Sie ihn halt an die Konsole", warf Jordan kopfschüttelnd in Richtung des Griechen ein. Es gelang ihr, den Blick von den Striemen auf Pormas' Rücken abzuwenden. Was in aller Welt hatten sie mit ihm gemacht??

Stattdessen hob sie die Waffe des Romulaners auf. In gewohnter Bewegung griff sie nach der Entsicherung und musste feststellen, dass sie sie nicht fand. Hilfsbereit deutete der Grieche auf einen Schalter an einer Stelle, an der sie nicht geguckt hatte. "Danke", erwiderte sie und ging zur Tür.

"Einen Romulaner, der in einer Tür steht, sollte ich treffen können. Also machen Sie beide schon, im Notfall kann mir Mr. Theocrates immer noch zur Hand gehen."

Vorsichtig behielt sie den Eingang im Auge und hoffte, dass die beiden Männer, wohin auch immer sie sie beamen würden, es schnell taten.

Inständig hoffte Ruben, dass die Frau sich nicht überschätzte, als er begann den neuen Code in die Transporterkonsole einzugeben. Wenn alles gut ging, würden sie hier wegbeamen, bevor die Speicher der Transportersysteme durch einen massiven Energiestoß beschädigt und unlesbar gemacht werden würden - zumindestens für die nächsten 48 Minuten.

"Romulanisch ist eine ganz schön krude Sprache", murmelte der Niederländer leise vor sich hin, während Pormas Blicke mehr und mehr zur Tür hinüberglitten. Jeden Moment konnte eine Horde Romulaner hereinkommen, nachdem ihre Flucht bemerkt worden war!

"Ich scanne noch mal nach einem unserer Raider. Mit den genauen Signaturwerten der Antriebsmodule sollte es möglich sein!", warf Ruben nervös hervor, während er sich seine glänzende Stirn abwischte. Stress ließ ihn regelmäßig in Schweiß ausbrechen.

"Da ist die Silver Sun, aber ich kann nicht genau sagen, in welchem Zustand sie sich befindet - Verdammt, anscheinend haben sie die Schilde aktiviert!", fügte er hinzu, bevor ihm bewusst wurde, dass man folglich zumindest die Anwesenheit des getarnten romulanischen Schiffes bemerkt haben musste.

"Entweder beamen wir auf den Planeten und begeben uns so wieder ins Visier der Romulaner, oder wir versuchen ein Shuttle zu entwenden. Die Überlebenschancen stehen bei 32% für Plan A und 29% für Plan B, allerdings ist zu erwägen, den schmerzlosen Tod im Feuergefecht an Bord der erneuten Folter nach Gefangennahme vorzuziehen. In jedem Fall sollten wir möglichst schnell unsere Position verändern..."

--- Asteroid, kleiner rechteckiger Raum

Fassungslos hatte Yhea Ysara dabei zugesehen, wie sie ein großes Loch in die Felswand geschossen hatte. Eigentlich hatte er protestieren wollen, doch da er immer noch auf dem Boden lag und von Narbos zweiter Explosion noch halb benommen war, hatte er es nicht mehr rechtzeitig geschafft. Doch nun, als sich das Ergebnis der sinnlosen Ballerei zeigte, rappelte sich der Romulaner auf, klopfte sich schnell den Staub von den Kleidern und bückte sich zu Sems.

Der lag immer noch bewusstlos dort, wo er liegengelassen wurde, bedeckt von Staub, kleinen und großen Felsbrocken und von Narbo. An den Bewegungen des Brustkorbes konnte man erkennen, dass der Sicherheitsoffizier noch lebte, doch wenn das so weiter ging, dann konnten sie den armen Kerl hier irgendwo begraben.

Schnell räumte Yhea den Schutt samt Ferengi weg, hob den ziemlich schweren Menschen hoch und schleppte ihn ziemlich langsam auf das von Ysara geschaffene Loch. Den keifenden Ferengi ließ er unbeachtet zurück. Der konnte sich schließlich selber helfen. April hatte er auch schon entdeckt. Sie humpelte langsam vor ihm, doch sie würde es alleine schaffen.

Wieder grummelte es im Felsgestein und Yhea schaute besorgt nach oben. Wie lange hielt die Höhle wohl noch? Gut, er war kein Geologe, doch sein Gefühl sagte ihm, es würde nicht mehr lange dauern, bis sie in sich zusammen fiel. Schnell schaute er wieder nach vorne. Nur noch drei Meter fehlten ihm bis zum Durchgang. Doch mit Sems im Arm kam es ihm so vor wie drei Kilometer. Der Kerl wurde immer schwerer und wahre Sturzbäche an Schweiß liefen sein Gesicht herunter. Jetzt verstand er, wieso die anderen Beiden Sems geschleift hatten. Doch die letzten Meter würde er jetzt auch noch schaffen.

Nur noch anderthalb Meter. Plötzlich krachte es rechts neben Alnak und mit gehetztem Blick schaute er dort hin und erkannte einen beinahe ein Meter großen Felsbrocken, der nicht weit von ihm von der Decke gekommen war. Sofort versuchte er sein Tempo zu erhöhen. Doch April war vor ihm und versuchte gerade durch die Öffnung zu klettern.

"Schnell! Wir müssen hier raus", brüllte Yhea laut zu den Anderen, dass sie sich ein wenig beeilten. Und wie auf Befehl bebte wieder der Boden.

--- Asteroid, Gänge

'Ach herrje', kommentierte Ysara gedanklich und ließ sich, obwohl nur noch wenige Sekunden bleiben konnten, Zeit für ein Kopfschütteln, bevor sie April, die in der Öffnung stand, die Hand entgegen hielt. Als die Bajoranerin sie ergriff, zog sie mit einem kräftigen Ruck daran, und die andere stolperte an ihr vorbei in den Raum.

Dann half die selbsternannte Rettungssanitäterin Alnak mit gezielten Griffen, den Bewusstlosen durch die Öffnung zu hieven. Das letzte Beben hatte nicht geendet, sondern stieg nur noch an. Sie sah über Sems' Zehen hinweg, wie der Aufprall eines großen Brocken ein eigenes Beben in das andere hinein verursachte.

Der Sicherheitsoffizier war nicht einmal auf dem Gang zum Liegen gekommen, als die Höhle in einem Donnergrollen begraben wurde. Narbo, der nicht weit von ihr stand, hielt sich zischend seine empfindlichen Ferengi-Ohren zu.

Kurz darauf herrschte Stille. Die Öffnung war... weg.

Zufrieden klopfte Ysara sich den Staub von der Hose, als wehten ihr nicht gerade einige Wagenladungen davon entgegen, und ignorierte den Niesreiz.

"War doch gar nicht so schlimm", stellte sie fest. "Miss Fanjil, wo lang jetzt?"

Die Alienfrau sah sich nachdenklich um. "Nummer 6 kann nicht weit sein, wenn er gerade diese Türen verschlossen hat", überlegte sie laut. Gleichzeitig versuchte sie sich nicht anmerken zu lassen, dass sie nicht mehr wusste, wo sie sich befanden. 'Diese verdammten Gänge sehen alle gleich aus', dachte sie genervt, 'Der Innenarchitekt muss eine Vorliebe für tristes Grau und abwechslungslose Uniformität gehabt haben"

Gleichzeitig fiel ihr ein, das der Alienkörper in dem sie sich befand, sehr wohl zu diesen Architekten gehören könnte. 'Diese Körpertauschgeschichte macht mich noch schizophren', stellte die Xenopsychologin missmutig fest, 'Wenn das so weiter geht, brauche ich noch professionelle Hilfe' Bei diesem Gedanken musste sie unwillkürlich verstockt auflachen, was ihr einige skeptische Blicke seitens ihrer Begleiter einbrachte.

Plötzlich gab es einen leichten Luftzug, der einen Hauch von würziger, frischer Luft an ihre Nase brachte. Sie wusste jetzt wo sie sich befand, Nummer 6 hatte anscheinend gerade eine ganz bestimmte Tür durchschritten. Ihre Laune verbesserte sich schlagartig. "Ich weiß wo er hin ist", teilte sie den Anderen mit. "Folgen sie mir", forderte sie die Gruppe auf lief zielstrebig in eine Richtung.

Vor einer schweren Schleusentür blieb sie stehen. Der Durchgang gehörte zu den wenigen, die nicht als Felsmauer getarnt waren. "Hinter dieser Schleuse befinden sich die hydroponischen Gärten, eine riesige Anlage", erklärte sie ihren Begleitern, "Der gesamte Bereich war gleichzeitig als Erholungsort gedacht. Holographische Projektionen und eine Kunstsonne sollen den Eindruck einer Umgebung auf einer Planetenoberfläche vermitteln. Wahrscheinlich handelt es sich um die Heimatwelt der Erbauer dieser Anlage, eine Welt die es seit hunderttausend Jahren nicht mehr gibt. Machen sie sich auf etwas gefasst"

Mit diesen Worten betätigte sie den Öffnungsmechanismus.

--- Imperiales Forschungsschiff Telai, Transporterraum

Pormas nahm sein Phasergewehr vom Rücken und lud es mit einem Klacken auf. Im Summen der sich aufladenden Waffe bemerkte er nur trocken, "Plan B. Er hat einfach die höhere Wahrscheinlichkeit..." Auf die fragenden Blicke der Anwesenden fügte er noch hinzu, "Was Sie nicht wissen: Ich bin nicht zum ersten Mal auf so einem Schiff und weiß auch wo wir hin müssen..."

Zwar war sich der Südländer nicht in allen Punkten ganz sicher, aber das brauchte er nicht zu erwähnen. In diesem Moment bedauerte er auch den Verlust seines heißgeliebten Koffers, der bei der Explosion der Privateer zerstört worden war. Alle Geheimnisse des ehemaligen Killers waren in ihm gewesen. Aber auch die seiner Klienten, Zielobjekte... und eben die Aufbaupläne eines romulanischen Forschungsschiffes.

"Also: wenn Sie hier wieder lebend rauswollen hören Sie mir genau zu", ernst schaute er die Beiden an, "Aus der Tür raus müssen wir rechts den Gang runter laufen an der Kreuzung links und nach ca. 15 Metern dürfte auf der rechten Seite eine Wartungsröhre sein, die nach unten führt. Zwei Etagen tiefer kommen Sie direkt im Shuttlehangar wieder raus. Von da an müssen wir improvisieren."

Pormas schaute in ungläubige Gesichter und hoffte einfach nur, dass Sie ihm glaubten. Aus seinem Stiefel nahm er einen Typ 1 Phaser, den er noch in Reserve hatte und reichte ihm Ruben hin. "Können Sie damit etwas anfangen?"

Jordan musterte den Griechen kritisch, doch er schien es ernst zu meinen.

"Wir befinden uns mitten in einem Transporterraum", wandte sie ein und wies auf die Konsole, als müsse sie ihre Aussage durch Fakten unterstreichen. "Warum beamen wir uns nicht einfach nach dort, anstatt durch das Schiff zu schleichen? Für Aufmerksamkeit werden wir so oder so erregen, also denke ich, dass wir kein Risiko eingehen, sondern es eher noch vermindern.

Und was Sie angeht, Mr. Wagenvoort", wandte sie sich etwas verärgert an den Niederländer. "Werde ich Ihnen, sobald wir wieder auf der Venture sind, einige Wahrheiten über die Nutzlosigkeit von Statistiken, wenn man sich in auswegslosen Situationen befindet, verraten."

Kopfschüttelnd wartete sie auf Pormas. Für lange Diskussionen blieb kaum Zeit, also würde sie sich seinem Urteil beugen.

Schief lächelnd fragte sich Ruben, ob er den Griechen darauf hinweisen sollte, dass dessen grob geschätzte Kenntnisse schon in die Berechnung eingeflossen war: 'Hmm, besser nicht, nach dem Kommentar der Frau! Aber wer braucht schon eine bekannte Grundgesamtheit?!'

Stattdessen konzentrierte Ruben sich auf ihr Problem: "Wir können nicht auf den Asteroiden beamen. Zwar hätten wir einen zeitlichen Vorsprung, aber spätestens in einer Stunde würden wir von mehreren Dutzend Romulanern gejagt werden, was angesichts unserer infanteristischen Fähigkeiten zu einer Wahrsch..- ähh, sehr nachteilig wäre. Mit einem Shuttle und den beiden Raidern könnten wir unter Ausnutzung des Überraschungsmomentes einen gezielten Schlag gegen dieses Schiff führen.

Aber jetzt los!"

Ruben war schon in der Bewegung, als er ein panisches "Halt!" ausstieß und Jordan seufzend zum Stehen brachte.

"Irgendwas haben wir vergessen!", brachte er hervor und marterte sein Gehirn, um darauf zu kommen. Der Niederländer war ziemlich sicher, dass es nicht sonderlich hilfreich sein würde, aber dass er irgendwie doch dran hing und sich verantwortlich fühlte.

Es lag ihm auf der Zunge, wie der eklige Geschmack am frühen Morgen.

Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen:

"Mist, wir haben Chi-Lo vergessen!"

"Wen?", schoss Pormas zurück. Aus den aufdringlichen Blicken den Beiden und der aufkommenden Erinnerung an Jemanden mit diesem Namen aus deren Gruppe, beschloss er den gedachten Kommentar 'na und?' auszusparen.

"Das ist zwar sehr bedauerlich, aber... na und?"

'Verflixt!'

"Äh, ich meine...", der Südländer kam ins Schlingern, "...wenn Sie ihn jetzt schon nicht mitgenommen haben scheint er ja zumindest bewegungsunfähig zu sein. Sie sehen eigentlich so aus, dass Sie die Starfleetbestimmungen kennen, oder zumindest kennen sollten. Kurz gefasst: Wenn man ihn nicht direkt mitnehmen kann bleibt er da! Wir können nicht wieder durchs halbe Schiff zurück. Wenn die unseren Ausbruch bemerken, dann doch wohl am ehesten bei der Kontrolle unserer Zellen!"

Insgeheim fragte sich Pormas mittlerweile, ob er nicht einen Beschwerdebrief an die Ausbilder von Starfleet schicken sollte. Gut sie würden merken, dass er doch noch lebt und ihn wieder verfolgen, aber bei so einer Situation wäre es ihm das wert.

Zumindest hätte er dann wieder mit Profis zu tun!

Jordan sah verständnislos zu dem Griechen und zurück zu dem Niederländer. Sie war es nicht gewohnt, dass Männer auf einen offensichtlichen Lösungsvorschlag mit überlegenem Getue reagierten, sei es der Ärger des einen oder das Grinsen des anderen.

"Hallo?", versuchte sie es, schüttelte den Kopf und drängte sich an Pormas vorbei selbst auf die Transporterkonsole. "Was genau haben Sie an meinem Vorschlag nicht verstanden? Auch wenn es Ihnen nicht aufgefallen ist: Alle Mannbarkeitsrituale zu verschieben und direkt in den Hangar zu beamen, schließt auch den Transport Chi-Los mit ein. Mr. Wagenvoort, wenn Ihnen solche offensichtlichen Möglichkeiten entgehen, sollten Sie sich vielleicht bei Gelegenheit auf einen Check in der Krankenstation sehen lassen"

Seufzend sah sie auf die Konsole hinab. Nun ja, sie kannte die Transporter der Sternenflotte und konnte sicher jemanden von einem Ort zum anderen beamen, solange es nicht zu Problemen kam. Allerdings, in romulanischen Systemen und unter dem Druck, entdeckt zu werden...

Also sah sie die Männer wieder an. "Also, übernimmt das hier jetzt einer oder soll ich gleich einen Alarm auslösen?"

"Sie haben natürlich vollkommen Recht", antwortete Ruben missbilligend. Er möchte es nicht gerade, wenn er derlei offensichtliche Details übersah. Und schon gar nicht, wenn er sich damit auf eine Stufe mit dieser anderen Art Sicherheitler stellte, der nur an Gewehre dachte, gerne Feinde tötete und Bodybuilding betrieb.

Bei einem flüchtigen Gedanken an Pormas schwarzen Lederkampfanzug kräuselte sich seine Haut in einem allergischen Anfall und wechselte die Farbe ins Juckend-Rötliche.

Rasch vervollständigte Ruben die Arbeit, die er kurz zuvor abgebrochen hatte, bis der vollständige Code auf dem Display prangte, wie ein goldener Apfel des Geistes.

Zumindest für Wagenvoort zeigte es sich so.

"Der Transporter ist bereit: Zunächst wird Mister Pormas in die Shuttlerampe gebeamt. Zehn Sekunden später folgen wir mit Chi-Lo und sehen hoffentlich eine befriedete Zone. Der Transporterpuffer wird augenblicklich durchbrennen und der Energieschub sämtliche Subsysteme beschädigen. Es bleibt also zu hoffen, dass auch ein Shuttle an Bord ist", weihte er die beiden anderen kurz ein; vor Aufregung "vergaß" er sogar sein Stottern.

--- Raider Silver Sun

Alex dachte noch kurz über andere Möglichkeiten nach, bevor er Veronica antwortete.

"Also wenn Ihnen kein besserer Vorschlag einfällt, dann werden wir meinen in die Tat umsetzten. Zudem denke ich, dass wir sehr große Chancen haben, dass er erfolgreich wird. Und zwar ohne den Asteroiden oder das Außenteam zu schädigen. Denn als das Shuttle vorhin hineingezogen wurde, da wurde es zwar beschädigt, doch dem Asteroiden passierte nichts. Es ist ja eine mit Hilfe eines Traktorstrahles kontrollierte Landung und kein Absturz."

Alex stoppte ein paar Sekunden, doch Veronica schien nichts mehr dran auszusetzen. Deswegen startete er die Triebwerke und steuerte aus der Deckung heraus. Langsam flog er einen seltsamen doch wohlüberlegten Zickzack-Kurs am Romulanerschiff vorbei, ließ dabei noch ein wenig Plasma ab, um zum einen die Sensoren der Romulaner anspringen zu lassen und zum anderen einen Triebwerksschaden vorzutäuschen. Als er dann am Schiff vorbei war und er sich sicher war, dass sie ihn bestimmt gesehen hatten, flog er zum großen Asteroiden.

Gespannt, ob sie ihm folgen würden, starrte Alex auf seine Sensorenanzeigen. Doch nichts war zu erkennen.

"Verdammt, in dieser Suppe erkennt man auch gar nichts", fluchte er und öffnete eine Verbindung zu Veronica.

"Aillard, können Sie erkennen, ob mir der Romulaner folgt?", fragte er angespannt.

--- vor der Schleuse

Aber nichts geschah. Wieder drückte Fanjil den Schalter, der das große Schleusentor öffnen sollte, doch auch diesmal rührte sich nichts. Etwas verdutzt starrte sie auf die Kontrollanzeige.

"Es funktioniert nicht", gab sie dann unnötigerweise bekannt.

Yhea grummelte etwas ungehalten "Lassen Sie mich mal dran", nachdem er Sems vorsichtig abgelegt hatte, den er wieder mal getragen hatte. Während er sich die Kontrolltafel anschaute, wischte er sich die schweißnassen Hände an seiner Hose ab.

"Sieht aus, als wäre gar keine Energie vorhanden, um das Tor zu öffnen", sagte er mehr zu sich. Dann öffnete er die Tafel und schaute ins Innenleben hinein. Ein paar Sekunden überlegen, ein paar Stecker abziehen und neu drauf stecken und schon leuchtete das Display schummrig auf.

"Na bitte", sagte er zufrieden, baute die Kontrolltafel wieder ein und betätigte den Öffnungsmechanismus. Ein Klicken, ein Knarren und die Schleuse öffnete sich langsam. Sofort schlug ihnen eine seltsam riechende Luft entgegen und Yhea machte aus Reflex einen Schritt zurück. Und das bewahrte in vor größeren Verletzungen. Nicht das diese Luft irgendwie giftig war, nein. Aber die Kontrolltafel explodierte in einen hellen Funkenregen und sofort stoppte die Öffnungsbewegung des Tores.

Vorsichtig ging Yhea auf die kleine Öffnung zu, die sich gebildet hatte. Die Taschenlampe eingeschaltet in der Hand stoppte er kurz vorher und quetschte sich dann durch den Spalt.

--- hydroponische Gärten

Es war stockdunkel. Nur der Schein der Taschenlampe erleuchtete die nahe Umgebung. Und die sah ganz anders aus als in seinen Vorstellungen. Irgendwie fühlte er sich wie in einem Urwald. Wo er auch hinleuchtete, er sah nur Pflanzen und Bäume. Und doch war es absolut still. Schnell drehte er sich wieder um und steckte den Kopf wieder durch den Torspalt.

"Es ist sicher hier drin. Doch ich glaube, die Sonne ist auf Urlaub. Oder der Mond wurde vergessen"

Humpelnd zwängte sich April nun auch durch die Schleuse - vorbei an Alnak - und blickte sich um. Stimmt es war wirklich stock finster hier.

Kurzerhand zog die junge Frau ihren Phaser, stellte ihn auf die niedrigste Emissionsstufe und aktivierte ihn. Die Energie, die das kleine Geräte jetzt absonderte, reichte gerade aus um an der Spitze ein leichtes Glühen zu erzeugen, was die Umgebung um April ein bisschen erhellte. Prüfend blickte sie sich nach etwas brennbaren um.

Auch der Halbbreen sah sich um. Im Schein von Aprils Phaser und den Taschenlampen war nicht viel zu erkennen. Die Decke musste sich sehr hoch über ihnen befinden, den man sah von oben keinen Widerschein.

Was an optischen Informationen fehlte, stand in einem krassen Gegensatz zu der ungeheuren Flut aus unterschiedlichsten Gerüchen. Da gab es einen beißend süßlichen Geruch, der scheinbar von den großen Blüten in der Nähe ausging, den Geruch von warmfeuchter Erde, modriger Baumrinde, aromatischem Harz und tausend andere, die der Wissenschaftler nicht auf Anhieb identifizieren konnte.

"Seltsam", sagte Fanjil. "Eigentlich sollte die Kunstsonne aktiviert sein. Nach der Wärme hier drin zu urteilen war sie das auch bis vor kurzem. Einer meiner Kollegen sollte hier unten sein, um die Gärten zu bewachen", fügte sie besorgt hinzu.

Sie schritt auf einen Pfad aus rötlichem Naturstein, der durch die Gewächse hindurchführte.

"Halt, warten Sie", rief Yhea und leuchtete sie mit der Taschenlampe an. "Sie können nicht einfach so loslaufen. Erstens ist April verletzt und zweitens liegt dieser schwere Brocken namens Sems immer noch draußen. Und ich glaube nicht, dass die Abwesenheit von Narbo den Schluss zulässt, dass er Sems freiwillig tragen will"

Er winkte Fanjil näher zu sich.

"Und dazu kommt noch, dass ich keine Lust habe, hier durch diesen Urwald zu laufen, wo es A stockduster ist, B sich Nummer 6 hier herum treibt und C Sie einen Ihrer Bewacher vermissen. Verstehen Sie was ich damit sagen will?", fragte er Fanjil in ernstem Ton.

April entfernte sich ein paar Schritte (*Hüpfer* ;-) ) vom Eingang wo sie einen recht robusten Ast fand, der ihren Vorstellungen entsprach. Geschickt entzündete sie ihn und zu ihrer Überraschung brannte das Ding doch besser, als sie gedacht hatte. Für einen kurzen Augenblick genoss April die Wärme der züngelnden Flammen.

"Hat jemand einen Tricorder ... dann könnten wir Problem A, B und C vielleicht lösen!?"

"Ja, und es sind drei gute Gründe warum ich meinen Kollegen suchen sollte, er könnte Schwierigkeiten haben", entgegnete die Alienfrau und sah dem Romulaner direkt in die Augen. Zwar bezeichnete sie die Gruppe aus ehemaligen Wissenschaftlern immer noch als Kollegen, aber in Wirklichkeit hatten sie die gemeinsamen Jahre auf dem Asteroiden zu mehr als das zusammengeschweisst. "Wer will kann hier bleiben. Ich werde ihn suchen, notfalls alleine", stellte sie kategorisch fest.

"Warum hören wir uns nicht an, welchen Plan Miss April darlegen möchte", wandte Clint schnell ein, der nicht wollte, dass die Gruppe wieder getrennt wird, oder ihre Führerin verliert. "Miss April, wie meinen sie das?"

"Also, im Normalfall würde ich die Tricorder zum Scannen der Umgebung her nehmen", ein skeptisch Blick traf Clint, doch bevor dieser etwas antworten konnte hatte April schon wieder Luft geholt und fuhr fort.

"Was das nicht trennen der Gruppe an geht. Vielleicht sollten wir uns erst mal überlegen wo wir hin wollen..."

Bei diesen letzten Worte hüpfte April ein bisschen zur Seite, um das Gleichwicht zu halten und drückte dann Alnak ihre Fackel in die Hand, der sie ein wenig verwirrt ansah.

Kurz nestelte sie an ihrem linken Ärmel, um ihn dann mit einem kräftigen Ruck an der Schulter abzureißen. Mit ein paar flinken Handgriffen zog sie ihren Stiefel aus, umwickelten ihren verletzten Knöchel fest mit dem Stück Stoff und verbannte ihren Fuß wieder in die widerstandsfähige Schuhbekleidung.

Mit einem triumphierendem Grinsen im Gesicht belastete sie nun den Fuß und musste zu ihrer eigenen Verwunderung feststellen, dass der Schmerz sich in Grenzen hielt.

"Ich hasse es zu hüpfen!"

"Gerade wo Ysara wieder ein Schmerzmittel zücken wollte!", grinste der Ferengi heiter, während er den nassen Sack von Sicherheitler zu seinen Füssen betrachtete, "Na ja, dann kannst Du jetzt ja den Menschen ziehen"

Achtlos wandte er sich von Sems ab, um seine Ohren konzentriert Richtung Urwald zu richten.

Missmutig runzelte er die Stirn: "Nichts zu hören, was auf die Anwesenheit anderer Lebewesen hindeuten würde - wir müssen ihn wohl weiter verfolgen. Anscheinend sieht er sich derzeit im Nachteil und wir eine Chance, die Schlinge um seinen Hals festzuziehen. Aber mit den Kaputten kommen wir nicht so schnell hinterher!"

Ein leises Knurren kam April über die Lippen, als sie den letzten Satz des Ferengi hörte. Was bildete sich dieser Kerl hier eigentlich ein, sie einfach "kaputt" zu nennen.

Fest umklammerte sie die Fackel die sie wieder an sich genommen hatte.

"Passen Sie auf, was Sie sagen, Kleiner!", fauchte sie in Richtung von Narbo.

"Pass Du besser auf, was Du tust!", keifte der Ferengi zurück, "Bevor die ganze Halle abbrennt oder Du den Sicherheitler hier weckst - wenn ich mich recht erinnere, wollte der Dich zuletzt erschießen"

Unwillig schaute er sich um.

"So kommen wir jedenfalls nicht in die Lage, Nummer 6 fangen zu können. Ysara, hast Du ein Weckmittel für Sems?!"

--- Imperiales Forschungsschiff Telai, Transporterraum

"Mister Theocrates, Bitteschön. Meine Namen werden nicht vertauscht genannt.", mit finsterer Stimme, bei den Gedanken an seine Eltern, fügte der Grieche noch leise hinzu, "Ich bin kein Bajoraner..."

Der Südländer ging ohne ein weiteres Wort auf die Transporterplattform und vergewisserte sich noch einmal, dass sein Phasergewehr durchgeladen und entsichert war. "Bitte denken Sie daran, dass zum einen zehn Sekunden nicht viel Zeit sind, wenn sich mehr als ein oder zwei Personen im Hangar aufhalten und zum anderen, dass, sobald die Romulaner merken, dass sie nicht selber gebeamt haben, diese nichts eiliger zu tun haben, als den Transporter von der Brücke aus zu deaktivieren."

Pormas kniete sich hin und hob das Phasergewehr in Rubens Richtung. Der ihn daraufhin mit großen Augen anstarrte. "Glauben Sie, ich will im Stehen gebeamt werden? Wer steht, will erschossen werden, also machen Sie schon!", forderte der Grieche ihn auf.

Und kurz darauf löste sich die Welt vor seinen Augen in viele lustige Flimmerpünktchen auf...

--- Imperiales Forschungsschiff Telai, Shuttlehangar

Langsam nahm die Welt vor Pormas Augen wieder Gestalt an. 'Oh, oh, oh...', fuhr es dem Südländer durch den Kopf, als er gerade noch sah, wie ein schwerbewaffneter Trupp von fünf Romulanern gerade ein Shuttle betreten wollte. Weiter stand da noch ein Schlitzohr an der Konsole und einer war auch sicher als Pilot in dem Shuttle schon drin.

'Heute ist nicht mein Tag!'

Zwar war die Position seiner Rematerialisierung recht günstig, an der gegenüberliegenden Wand zur Tür und zwischen massiven Kisten, aber leider konnte recht bald eine von diesen für ihn bestimmt sein. Mit Erleichterung stellte er aber fest, dass das andere Shuttle in diesem Hangar versiegelt und unbemannt zu sein schien.

Instinktiv entsicherte Pormas eine Sprengstoffgranate. Auf diese Idee hatte ihn Narbos Spielzeug gebracht, da Explosionen auf Schwarzpulverbasis die internen Sensoren nicht so behelligten, wie welche, die auf Energie basierten. Nach alten terranischen Aufzeichnungen hatte er sich zwei gebastelt und hoffte inständig, dass sie auch funktionierten.

Der Südländer warf die Granate in einem hohen Bogen, dass es für die Spitzohren Aussehen musste, dass die Granate vom Himmel gefallen sei. Tatsächlich landete sie mitten in der Gruppe, die schon halb im Shuttle drin war, worauf alle erschrocken zurücksprangen und zuerst nach oben und dann nach unten guckten.

Zehn romulanische Augen verfolgten das kleine hüpfende Ding, bis es zum Stillstand kam. Ratlosigkeit machte sich breit, bis einer in die Mitte ging es aufhob und die Granate genau in Augenschein nahm.

*WUMM*

Pormas liebte Verzögerungszünder!

Mit einem Satz sprang er aus seiner Deckung hervor, mit dem Gewehr im Anschlag und feuerte zuerst auf den Shuttlehangar-Tech, oder zumindest dem Typen, der halt an der Konsole stand. Noch bevor er den Schuss abgab, ertönte auch schon der Alarm, während er hinter sich das vertraute Summen eines Transporterstrahls vernahm.

Nachdem der Romulaner an der Konsole mit einem beruhigendem letzten Schrei zusammenbrach, während er versuchte, seinen Disruptor zu ziehen, machte Pormas sich mit gezielten kurzen Schüssen über die teilweise noch lebenden Sicherheitsoffiziere her. Zwar mutete das stets etwas barbarisch an, aber er wollte lieber auf Nummer sicher gehen.

Schnell rannte er weiter in das Shuttle, wo er von zwei Piloten mit gezückten Phasern erwartet wurde. Blitzschnell warf der Grieche sich hinter einen Sitz, zückte seinen Blaster und eröffnete mit beiden Waffen das Gegenfeuer, in der Hoffnung nicht die komplette Innereinrichtung zu zerstören.

Es wurde nur ein kurzes Feuergefecht, nachdem Pormas sein Gewehr auf maximale Streuung und maximale Energie gestellt hatte. Zwar war die Energiezelle nach fünf Schüssen leer, aber die Romulaner gaben keinen Ton mehr von sich.

Schwer schnaufend stand der Südländer auf, und nachdem er kontrolliert hatte, dass sich niemand mehr im Shuttle aufhielt, steckte er sein Gewehr weg und schleppte sich zum Ausgang.

"Kommt ihr jetzt, oder nicht?"

"Wir wollten Sie nicht bei Ihrer Arbeit stören, Mister Po- ähh Theocrates!", antwortete der Niederländer auf die ungeduldige Frage des Sicherheitlers und versuchte seinen Versprecher mit seinem nervösesten Lächeln zu kaschieren, "Chi-Lo sollte im Sanitärbereich des Shuttles materialisiert sein, der Ort schien mir am sichersten"

Um seine Worte zu unterstreichen, beeilte er sich, die Shuttlerampe zu verlassen und nach dem Chinesen zu sehen. Nicht, dass dieser noch direkt auf einem Romulaner gelandet war. Die Toiletten wurden bei Durchsuchungen durch Sicherheitskräfte meist ausgespart, auch wenn Ruben die Gründe dafür nicht ganz verstand. [*gg*]

---Shuttle Gnurem'mädrettög

Erleichtert stellte Wagenvoort fest, dass der Verletzte in akzeptablen Zustand angekommen war und bat Jordan, ihn aus der engen Zelle zu befreien und stabilisieren, während er sich dem Pilotensitz zuwandte.

Pormas hatte die Tür des Shuttles mittlerweile verschlossen und in Kürze würden sie abheben können. Sorge bereitete Ruben jedoch, dass ihr Vorgehen bemerkt worden war und der Shuttlehangar wieder verschlossen und mit einem Kraftfeld gesichert worden war.

Um jeden Preis mussten sie das Schiff möglichst unbeschädigt hier wegbringen!

Und Waffeneinsatz oder waghalsige Rammmanöver würden da kaum weiterhelfen...

--- hydroponische Gärten

Yhea war sich nicht sicher, ob es wirklich so eine gute Idee war, Sems zu wecken. Wenn er den Sicherheitler so betrachtete, dann gab es zur Zeit nichts, was ihn positiv stimmen könnte. Denn zu dem sowieso schon verletzten Arm hatte er inzwischen noch etliche Schürfwunden, Prellungen und sonst was abbekommen. Mal davon abgesehen, dass die Kleidung total verdreckt und teilweise sogar zerrissen war vom Durch-die-Gänge-schleifen.

Aber ihm sollte es egal sein, schließlich gehörte der Kerl nicht zu seiner Crew und dessen Laune konnte ihm gestohlen bleiben. Zudem musste er ihn so nicht mehr tragen.

Langsam hob er wieder seine Taschenlampe und leuchtete noch einmal die nähere Umgebung ab. Doch mehr als vorhin sah er auch diesmal nicht. Deswegen drehte er sich wieder zu den Anderen und wartete darauf, das Ysara Sems endlich weckte und April und Narbo hoffentlich bald die Klappe hielten.

"Schwierig", erwiderte die Psychologin kritisch und kramte noch ein wenig in ihren Taschen, konnte jedoch nichts Neues mehr zutage fördern. Skeptisch sah sie auf die unterschiedlichen bunten Hyposprays auf ihrer anderen Handfläche hinab und hielt schließlich eines davon in die Höhe. "Ich habe nur noch dieses, und ich fürchte, dass dieses eine kleine Party mit dem anderen Wirkstoff in Sems' Blutkreislauf feiern und ihn daraufhin innerhalb von Sekunden töten könnte. Andererseits", fügte sie trocken hinzu. "läge er uns dann nicht mehr zur Last"

Schulterzuckend sah sie die anderen an. "Ich könnte es mit Atrapazin versuchen. Entweder macht es ihn so gründlich wach, dass er die nächsten Tage nicht mehr schläft, oder es tötet ihn ebenfalls, allerdings vermutlich etwas langsamer. Nun ja, ich bin keine Ärztin. Mit Psychopharmaka könnte ich Ihnen besser helfen"

Einen Augenblick lang sah sie nachdenklich auf den im Schatten liegenden Sicherheitsoffizier hinab, der ihrer Vorstellung von "Sicherheit" ganz neue Dimensionen hinzugefügt hatte. "Also, ich überlasse Ihnen die Entscheidung. Wir könnten ihn zurücklassen, bewacht zurücklassen oder das Atrapazin versuchen. Ganz wie sie wollen"

Ihr Ton ließ keinen Zweifel daran, dass sie sich ihrer Sache absolut sicher war, sich jedoch ebenso darüber bewusst war, dass es keinen Mediziner im ihr bekannten Universum geben würde, der dieses Mittel unter diesen Umständen verabreichen würde.

--- Raider Pei Mei

"Natürlich nicht, seit ich wieder hinter diesem Brocken in Deckung gegangen bin. Moment", erwiderte Veronica aufgrund ihrer eigenen Sorge bissiger, als sie hatte reagieren wollen, und ließ sich wieder hinter die Steuerkonsole gleiten. "Aber weißt du was, Alex, angesichts der dämlichen Situation kannst du ruhig anfangen, mich mit Vornamen anzureden..."

Ihre Worte verklangen zu einem Murmeln, während sie die Pei Mei sachte hinter ihrer Deckung hervor manövrierte. Obwohl sich ihre Anspannung in einer zunehmenden Gereiztheit äußerte, war Veronica das möglicherweise erste Mal in ihrer Karriere auf der Hope, bzw. Venture darauf bedacht, alles richtig zu machen. Zu schade, dass Hisaki sie nicht sehen konnte.

Im Grunde war die Situation gar nicht so schlimm: Gefangen mitten in einem Asteroidenfeld, ohne Sensoren, ohne Funkkontakt, das Außenteam sonst wo gestrandet, ein romulanisches Schiff kaum entfernt und sie versuchten auch noch, es auf sich aufmerksam zu machen. Nein, die Situation war nicht schlimm, wirklich schlimm war, dass sie in so einer Situation täglich als Heldin hervorgehen und trotzdem auf ewig Fähnrich bleiben würde...

Seufzend deaktivierte sie nur Sekunden später den Schub und sah wieder aus dem Fenster, während sie Poulsen kontaktierte. Ihre Augen wurden groß.

"Oh ja, Alex, die folgen dir"

Der kleine Raider befand sich nur noch wenige hundert Kilometer von dem sehr viel größer erscheinende romulanischen Schiff entfernt. Obwohl es wahrscheinlich war, dass die Crew auf diese Entfernung die gleiche Bauart erkannt hatte, wirkte es nicht, als sei sie irgendwie daran interessiert, erst mal in Ruhe Funkkontakt aufzunehmen oder Ähnliches.

"Sei bloß vorsichtig", sprach sie weiter. "Die können nur wenige hundert Kilometer von dir weg sein. Wenn du nicht aufpasst, werden sie dich rammen..."

--- Raider Silver Sun

Alex musste schlucken, als er die Entfernungsangabe von Veronica hörte. Er hätte nicht gedacht, dass die Romulaner so dicht an ihm dran waren. Wahrscheinlich versuchten sie gleich, ihn in ihre Shuttlerampe zu ziehen. Doch das durfte nicht passieren. Denn Alex hatte keine Lust, im Inneren des romulanischen Schiffes in den Asteroiden gezogen zu werden.

Vorsichtig, damit es nicht zu auffällig war, erhöhte Alex etwas die Geschwindigkeit. Es war nicht mehr weit bis zu dem Punkt, an dem vorhin das Shuttle von dem Traktorstrahl erfasst worden war. Vielleicht noch ein paar Kilometer. Langsam flog er wieder einen Haken, der ihn um die kritische Position herum brachte, jedoch den unsichtbaren Gegner theoretisch mitten hinein bringen müsste.

Jetzt musste Alex nur noch die Traktorstrahlsysteme auf das unsichtbare Schiff aufmerksam machen. Dazu ließ er seine Geschwindigkeit weiter abfallen, entließ noch mehr Plasma und fügte dem ganzen noch ein wenig Energie hinzu. Und voilà, für wenige Sekunden destabilisierte sich das Tarnfeld. Sofort schoss wie auf Bestellung der Traktorstrahl von der Asteroidenoberfläche, erfasste das romulanische Schiff und begann, es zum Asteroiden zu ziehen. Ohne Schilde und mit zusammenbrechender Tarnung hatten sie nicht viel Chancen, dem Asteroiden zu entgehen.

Schnell stoppte Poulsen den Plasmaausstoß und beschleunigte. Denn sobald die Romulaner merkten, was vorgefallen war, würden sie ihren Frust und ihre Wut an ihm auslassen. Auf dem Weg zurück zu Veronica betrachtete er mit Hilfe der Kameras das ergebnislose Bemühen der Romulaner, zu entkommen.

"Alex an Veronica. Mission erfolgreich. Die Romulaner sind auf dem Weg zum Asteroiden. Nicht mehr lange und wir sind ..."

Weiter kam er nicht, denn direkt neben ihm explodierte ein großer Gesteinsbrocken. Vor Schreck riss er den Raider herum und flog hinter einen weiteren Brocken, um Deckung zu suchen. Doch kaum hatte er ihn erreicht, da wurde dieser auch schon pulverisiert.

"Veronica, die haben es auf mich abgesehen", rief er angespannt, während er mit den verschiedensten Ausweichmanövern versuchte, den Explosionen zu entkommen. Doch die stoppten plötzlich und als Alex zurück zum Schiff schaute, erkannte er auch warum. Inzwischen hatte das Schiff die Hälfte der Strecke bis zum Asteroiden zurückgelegt und anscheinend hatten sie nun die Priorität darauf gelegt, zu entkommen und nicht Alex zu vernichten.

"Das war verdammt knapp", sagte Alex zu Veronica, während er längsseits zur Pei Mei ging.

---Shuttle Gnurem'mädrettög

Missmutig hatte Ruben seine Bedenken dem Griechen mitgeteilt, als ein Alarmsystem auf der Konsole vor ihm ausgelöst wurde: Anscheinend war das Mutterschiff in eine ernste Lage gekommen und das Shuttle wurde automatisch auf die Evakuierung vorbereitet.

'Ziemlich effizient, im Vergleich zu den überkorrekten Sternenflottenprotokollen', stellte der Niederländer sachlich fest, bevor er sich langsam bewusst wurde, dass die Romulaner nun alles tun würden, um das Shuttle zurückzuerobern.

"Ähh, vielleicht sollten wir doch den Einsatz von Gewalt in-", wandte er sich hilfesuchend an den Sicherheitler, um sogleich von diesem aus dem Sessel geschubst zu werden.

Grimmig lächelnd lud dieser die Disruptoren, aktivierte die Schilde und bereitete den Beschuss des Hangartores vor...

Klöck.

Klöck.

Klöck.

Rubens Herz schien in den nächsten Sekunden stillzustehen, als sich eine Glocke der quälenden Hilflosigkeit über ihn senkte. Wie in Trance beobachtete er Pormas, unfähig zu reagieren oder etwas zu sagen. Seine Innereien schienen unter dem Druck der Verlangsamung zu platzen, bis die Außenwand des Schiffes leuchtend explodierte und er vom Sog der Ereignisse aus seiner Starre gerissen wurde.

"Waaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh"

Sein Schrei schien gar nicht mehr aufzuhören, als das Shuttle wie ein Blitz durch die brennenden Reste des Hangartores raste und das taumelnde Romulanerschiff im Todeskampf zurückließ.

--- hydroponische Gärten

"Ich bin für eine weitere Portion Drogen!"

Ein breites, zynisches Grinsen lag auf Aprils Gesicht. Auch wenn die Situation nicht unbedingt zum Lachen war, musste sie doch zu geben, dass das alles hier eine gewisse Ironie mit sich brachte. Beide Varianten waren nicht gerade rosig, aber Sems zurückzulassen ging nicht – das würde sie zu viel Zeit kosten und langsam ging dieser Steinbrocken der jungen Frau auf den Wecker. Wie lange waren sie schon hier?

Sicher lange genug, um den Klingonen zu entgehen ...

Und es wurde hier langsam kalt!

Fanjil verfolgte die Diskussion ungeduldig. Man sah ihr an das sie am liebsten gleich losgelaufen wäre. "Gibt es den keinen Ort hier, an dem unser Kamerad sicher wäre?", fragte Clint. Die Alienfrau dachte kurz nach und antwortete:

"Es gibt hier in den Gärten kleine Hütten mit Liegeplätzen. Wir könnten Ihren Freund dort ablegen und einschließen, er wäre dort gut aufgehoben. Diese Hütten hatten eine therapeutische Funktion. Es waren kleine Saunen, die die Hitze der Kunstsonne und ätherische Öle der dort wachsenden, hitzeunempfindlichen Heilpflanzen ausnutzten. Da die Sonne gerade nicht an ist, wird es ihm sicherlich nicht schaden"

"Lassen wir ihn zurück. Dann sind wir ihn zumindest auf jeden Fall los!", tat der Ferengi seine Meinung kund. Bei seinem Glück ging er davon aus, dass dieses Mittel den Menschen nur noch zu einer größeren Zecke machen würde, die sie bei jeder Gelegenheit in Schwierigkeiten brachte,

"Dann können wir auch endlich verschwinden und unseren Gegner ausschalten"

Ein wenig bedauernd musterte Ysara das Hypospray noch einen Augenblick lang, bevor sie mit den Schultern zuckte und es wieder in den Tiefen ihrer Taschen verstaute.

"Nun gut", äußerte sie sich seufzend, trat einen Schritt zurück und wartete darauf, dass jemand körperlich Stärkeres den Offizier abtransportierte. Sie wurde schließlich für die hehrere Aufgabe des Denkens bezahlt.

Bei dem Gedankengang der Terranerin wäre Narbo stutzig geworden: 'Die wird hierfür bezahlt? Von wem?? Und wieso ich nicht??? Sauerei! Skandal!! Rache!!!'

Da er als Ferengi aber gänzlich unbegabt auf dem Gebiet der Telepathie war, musterte er ihre abwartende Haltung nur, die statt Motivation eher auf gelangweiltes Desinteresse hinwies. Anscheinend ging es ihr also wie üblich.

"Und nun?", fügte er hinzu.

Yhea verdrehte die Augen. Wieso musste er hier mit solch idiotischen Leuten zusammen arbeiten. Das ging einfach nicht in seinen Kopf. Und um diesen Missstand schnell zu ändern und um endlich weiter zu kommen, ging er zu Sems und hob ihn sich auf die Schultern. Nachdem er seine Taschenlampe in die freie Hand genommen hatte, stapfte er los; genau auf dem Weg in den ziemlich dichten Urwald.

Nach ein paar Metern schaute er zu den Anderen zurück, die immer noch an der gleichen Stelle wie vorhin standen und unschuldig in die Luft starrten.

"Hey", rief er zurück, "Es wäre vielleicht nicht schlecht, wenn ihr mir folgt. Und Fanjil, du musst uns schon zeigen, wo diese Hütten sind. Ich habe nämlich keine Lust, mich da drin im Dschungel zu verlaufen. Vor allem nicht mit diesem Wahlross auf dem Rücken."

--- Raider Silver Sun

Kaum hatte Alex die Silver Sun längsseits der Pei Mei gebracht und noch mal einen Blick zurück zum romulanischen Schiff gebracht, da erkannte er an deren Seite eine Explosion. Überrascht vergrößerte er den Bereich und erkannte, dass es das große Hangartor der Shuttlerampe war, welches sich eben in die Tiefen des Alls verteilt hatte.

Trümmer flogen herum und die letzten Feuerlanzen schossen aus der Öffnung hervor, bis ihnen der äußerst knappe Sauerstoff ausging. Schon wunderte sich Alex, wieso gerade das Tor explodiert war, als ein Shuttle heraus schoss und mit mutigen Ausweichmanövern den großen Trümmerteilen auswich.

'So einfach entkommt ihr mir nicht', dachte Poulsen sofort, aktivierte den Antrieb und die Schilde und steuerte auf das Shuttle zu. "Veronica, folgen Sie mir. Da versucht jemand, sich aus dem Staub zu machen", rief er noch über die offene Komm-Verbindung, während er schon versuchte, die Waffen zu aktivieren.

Nur noch wenige Kilometer trennten die Silver Sun von dem feindlichen Shuttle. Nicht mehr lange und er würde diese miesen Spitzohren in die ewigen Jagdgründe schicken. Angestrengt schaute auf er die Zielvorrichtung und wartete sehnlichst darauf, dass sie endlich auf Grün umsprang.

Und dann war es so weit. Die Kontrollanzeige leuchtete in einem herrlichen Grün und sofort drückte Alex auf den Auslöser. Freudestrahlend schaute er aus dem Fenster, doch er konnte keine Phaserstrahlen sehen. Ok, vielleicht hatte er sich verdrückt. Also einfach noch einmal versuchen. Wieder betätigte er den Knopf und schaute erwartungsvoll hinaus ins All. Doch wieder tat sich nichts.

Wie alter Putz viel das Lächeln aus seinem Gesicht, als Alex erkennen musste, dass die Waffen leider nicht funktionierten. Obwohl der verdammte Computer es anders zeigte.

Frustriert schlug er auf die Kommunikationskonsole und öffnete einen Kanal zu Alliard.

"Veronica, aktiviere sofort die Waffen und puste das Shuttle weg. Meine Phaser und Torpedos sind ausgefallen!"

--- hydroponische Gärten

April konzentrierte sich nun wieder auf die Situation und wendete den Blick von dem kleinen Ferengi ab. Innerlich machte sie sich jedoch eine Notiz, sich den Knirps für seine frechen Kommentare noch einmal vorzunehmen.

Rasch schloss die junge Frau zu Alnak auf und wartete auf die anderen.

Wenigstens musste sie jetzt nicht mehr getragen werden – das Provisorium für ihren Fuß funktionierte halbwegs.

Fanjil gab der Gruppe durch einen Wink zu verstehen, ihr zu folgen. Sie wandte sich nach links, durch einen idyllischen kleinen Trampelpfad, überdacht mit rosenartigen violetten Blüten. Nach nur einigen Metern traten sie aus dem dichten Dschungel auf eine große Freifläche. Sanfte Hügel, bewachsen von saftig grünem Gras, erstreckten sich soweit man sehen konnte. Im Schein der Taschenlampen konnte man die friedliche Schönheit dieses Ortes nur erahnen, alles erinnerte an einen Park in den gemäßigten Klimazonen eines wasserreichen Planeten. Nun konnte man auch die Funktion des kurzen Dschungelstücks erkennen, die Pflanzen verdeckten einen Grossteil des Felsgesteins.

Ein Bach schlängelte sich plätschernd durch ein kiesbedecktes Becken. An einigen Stellen wurde er von bogenförmigen Holzbrücken überspannt. Weiße Pavillione waren geschickt in das Landschaftsbild integriert. Auf einem der Hügel standen drei Holzhütten, Fanjil hielt darauf zu.

--- hydroponische Gärten, Solartherme

Von Nahem erwiesen sich die Hütten als Steinbauten, die nur mit Holz verkleidet waren. Im Innern waren Monitore und Displays auf unscheinbare Weise in die Architektur eingeplant. "Hier wären wir", stellte die Alienfrau sachlich fest. "Man kann die Türen per Zeitschloss verschließen, vor Ablauf der eingestellten Zeit lassen sie sich nur von Innen öffnen. Sie können Sems auf einer der Liegen legen"

Prüfend blickte sich April um. Irgendwie war das hier alles ziemlich kontraproduktiv. Wenn sie jetzt jemanden zurück ließen, dann würde verdammt viel Zeit verloren gehen.

Nur Zeit um was zu erreichen? Was wollte sie denn eigentlich hier auf diesem verdammten Steinfelsen?

Irgendwie hatte die Halbbajoranerin ihr "Missionsziel" etwas aus den Augen verloren. Eigentlich wollte sie doch nur vor den Klingonen fliehen - und nicht hier einem Wesen nachjagen, von dem sie noch nie etwas gehört hatte ...

Leicht grummelnd verschränkte sie die Arme vor ihrer Brust - das alles hier bereitete ihr Kopfschmerzen ...

"Dieser Asteroid geht mir langsam auf die Nerven, Dilithium hin oder her!", sprach der Ferengi nach einer Sekunde des Schweigens aus, was alle dachten, "Vor allem ist es kein geeigneter Ort, um begraben zu werden"

Ihr Gegner war schneller und hatte keine Verwundeten als Belastung dabei. Und musste sich keine zusätzlichen Gedanken darüber machen, wie er von hier wegkam - immerhin schien er sich hier ziemlich Wohlzufühlen.

Vielleicht war es am Besten, we-

Von einem plötzlichen Beben wurde die ganze Gruppe von den Beinen geholt und fluchend nahm Narbo zur Kenntnis, dass der geradezu eklige Körper dieser April sich an ihn drückte.

"Ich dachte dieser Klumpen Dreck hat eine stabile Flugbahn?! Wenn wir weiter andere Brocken treffen, wird es hier sicher bald ungemütlich", keifte er vor sich hin, während er versuchte, sich aufzurichten.

Das hatte Yhea eigentlich auch gedacht. Zumindest bisher. Obwohl man sich hier auf dem Asteroiden wohl auf gar nichts mehr verlassen konnte. Müde und verschwitzt setzte er Sems, den er immer noch auf dem Rücken gehabt hatte, auf einer der Liegen ab und ließ sich daneben fallen. Oh man, dass war das letzte Mal, dass er Sems getragen hatte. Das nächste mal würde er ihn einfach liegen lassen.

Wieder bebte der Boden, auch wenn nicht so schlimm wie vorhin. Und Alnak hoffte, es war das letzte mal. Wenigstens war Narbo dieses mal ruhig und gab nicht wieder irgendwelche sinnlosen Kommentare ab. Das nervte ihn nämlich ungemein.

"Also, wie sieht's aus?", fragte er in die Runde. "Wir könnten eine Runde den Ofen anschmeißen und ein wenig schwitzen. Oder wir versuchen endlich, hier weg zu kommen. Ich habe keine Lust, für den Rest meines Lebens hier zu bleiben oder von irgendeinem dahergelaufenen Alien gekillt zu werden."

--- Raumschiff Telai, Brücke

Subcommander Galhan hielt sich an der Rücklehne des Pilotensitzes fest, als eine weitere Erschütterung durch den Schiffsrumpf ging. Zornadern traten deutlich auf seiner v-förmigen Romulanerstirn hervor. "Bericht!", brüllte er quer durch den Raum.

"Eine Explosion auf der Shuttlerampe, das ganze Deck ist dekontaminiert", antwortete ein untergebener Offizier, der hastig auf den Konsolen seiner Station tippte. Galhan versetzte der Rücklehne des Pilotensitzes einen derart heftigen Schlag, dass der darin befindliche Romulaner fast gegen die Armaturen geschleudert wurde.

Die Telai war schrottreif. In eine Falle gelockt und zusätzlich von den föderativen Agenten sabotiert. Galhans Stolz war zutiefst verletzt und seine Frustration äußerte sich in grenzenloser Wut. Er musste sich zwingen, klare Gedanken zu fassen.

Es war offensichtlich, dass das Ganze eine geplante Aktion gewesen war. Die Gefangenen mussten zu einem Spezialkommando der Föderation gehören. Wie sonst hätten sie sich so leicht befreien, einen bewaffneten Außentrupp romulanischer Soldaten besiegen und ein Shuttle stehlen können?

Und noch etwas wurde für den romulanischen Kommandeur offensichtlich. Für das, was die Föderierten vollbracht hatten, gab es nur eine logische Erklärung: Verrat. Seine Hände ballten sich zu Fäusten und ein feines Rinnsal aus grünem Blut lief über seine Handflächen, als sich seine Fingernägel in die Haut bohrten.

Er musste nicht lange darüber nachdenken, wer dafür in Frage kam. "Wo ist dieser dreckige Wissenschaftler?", fragte er mit rauer Stimme. Einer der Brückenoffiziere bemühte sich hektisch darum, dem Subcommander die Frage beantworten zu können.

"Ich kann den Gelehrten Svaal nicht lokalisieren", berichtete er nervös, während seine Finger mit Lichtgeschwindigkeit über eine Konsole huschten, "Er und eine Gruppe aus Wissenschaftlern sind noch vor der Explosion von Bord gebeamt"

Galhan brachte sich mit einigen wenigen ausholenden Schritten an die Station des Mannes und stieß ihn mitsamt dem Stuhl beiseite. Vor Zorn bebend starrte er auf die gerade aufgerufene Logdatei des Transporters. Dann stieß er einen Schrei aus, so laut das man meinen könnte, er würde selbst noch im kalten Weltraum außerhalb des Schiffes nachhallen:

"SVAAAL!"

--- Asteroid, Gänge

"Da entlang", wies Svaal die Gruppe aus Wissenschaftlern vor ihm an. Einige von ihnen murrten widerspenstig, taten jedoch was er ihnen sagte. Er hatte diese Leute praktisch von der Telai entführt. Wo seine Autorität als Leiter der Telaiexpedition nicht reichte, hatte ein Disruptor als Drohung herhalten müssen.

"Die Unannehmlichkeiten tun mir leid, aber sie werden die Notwendigkeit meiner Handlungen bald selbst einsehen", sagte er zum wiederholten Mal, in der ein oder anderen Variante.

Verteilt auf diesem Asteroiden befanden sich seine Freunde, gefangen in Alienkörpern. Die Romulaner, die gerade vor ihm herliefen, waren zwar dieselben Personen, aber mit diesen hatte er nicht eine halbe Ewigkeit auf dem Asteroiden verbracht.

Wenn alles gut ging, würden seine Freunde die romulanischen Körper übernehmen können, so wie er es unbewusst in der Folterkammer getan hatte. Jedenfalls hoffte er das.

--- Raumschiff Telai, Brücke

"Ist alles vorbereitet?", fragte Galhan den zuständigen Offizier.

"Jawohl, Subcommander!", meldete dieser pflichtbewusst, "Alle Männer haben sich kampfgerüstet auf der Brücke eingefunden. Sobald wir auf den Asteroiden gebeamt sind, wird der Schiffscomputer eine Fehlfunktion in der Lebenserhaltung vortäuschen.

Es wird für die Föderierten so aussehen, als hätte diese Fehlfunktion die ganze Mannschaft mit einem Schlag getötet. Wenn die Sternenflottler daraufhin unser Schiff entern, wird die Selbstzerstörung aktiviert, eingestellt auf fünf Minuten"

--- hydroponische Gärten, Wetterkontrolle

Mit einer bedächtigen Sorgfalt tippte Nummer 6 die letzten Daten in die Konsole der Wetterkontrolle. Ein blinkendes, rotes Symbol nahm nun das ganze Display ein. In aller Seelenruhe stand das Alien auf, nahm ein Metallrohr in die Hand und schlug damit mehrfach auf die Konsole ein.

Jeder Versuch, die gemachten Eingaben rückgängig zu machen, würde dadurch zunichte gemacht werden. Das Alien warf die Metallstange achtlos zu Boden, sie hüpfte einige Male scheppernd und rollte dann mit einem Klirren gegen einen bewusstlos liegenden Mann.

Bedauern zeigte sich auf dem Gesicht des Aliens. Er hatte den Mann niedergeschlagen. Es war nicht die Art seines Volkes, derartig plump vor zu gehen. Aber Notwendigkeit schaffte Ausnahmen.

Der Wetterkontrollraum war in die Felswand gehauen, direkt über dem Dschungelstreifen. Seine Vorderseite war verglast, man konnte bei aktivierter Kunstsonne den ganzen Garten überblicken. Nummer 6 stellte sich vor das riesige Fenster.

Jetzt sah man nur Dunkelheit, und Strahlen von Taschenlampen in der Ferne, verursacht von den Eindringlingen. Ansonsten störte nichts die perfekte Schwärze. Doch mit einem Mal wurde es Licht.

Die Kunstsonne, eine gleißende Leuchtkugel am höchsten Punkt der parabelförmigen Decke flutete die Grünanlage in blendende Helligkeit. Ein zufriedenes Lächeln huschte über das Gesicht des Aliens.

Die Sonne würde bald immer heißer werden. Die Kernprozesse in ihrem Innern würden eine kritische Grenze überschreiten, und die Sonne würde sich durch das Gestein schmelzen. Bis zur Kristallkammer aus reinem Dilithium.

Dann, ja dann würde man das Licht dieser neuen Sonne bis weit hinaus im All sehen können ...

--- Shuttle Gnurem'mädrettög

Mit einem zufriedenen Lächeln sauste Pormas mit dem Shuttle durch den Weltraum, als er den implodierenden Shuttlehangar hinter sich zurückließ. Zwar konnte der Südländer durch den leeren Raum recht gut manövrieren, musste aber entsetzt feststellen, dass sein Romulanisch ein bisschen eingerostet war.

Das allein war nicht so schlimm, aber Romulaner verzichteten, im Gegensatz zu Starfleet, auf sehr viele (meist unnütze) Protokolle.

In diesem Falle wäre ein Protokoll für die Selbstzerstörung nett gewesen.

Aber man konnte nicht alles haben, daher flog der Grieche durch den Raum in gebührenden Abstand vom Asteroiden und der Telai und versuchte die Steuerung der Navigation, Kommunikation, Waffen und was dieses Schiff sonst noch hatte, in den Griff zu kriegen.

"Wir kriegen Probleme...", murmelte Pormas vor sich hin, als ihm die Sensoren meldeten, wie sich ein Föderationsshuttle sie mit den Zielsensoren erfasste.

Aus der Position würde es sofort feuern können.

Stoisch krallte sich Pormas an der Konsole fest.

...

'Ich lebe?', schoss es dem Südländer Sekunden später durch den Kopf. 'War alles nur ein böser Traum?' Ein Blick auf die Sensoren belehrte ihn eines Besseren. Der Raider verfolgte sie zwar, aber er schoss nicht. Stattdessen schien nun ein zweiter Gegner aufzutauchen.

Panikartig trommelte Pormas nun auf die Kontrollen des kleinen Shuttles ein, bis es plötzlich mit einem Ruck beschleunigte, einen Salto flog und direkt auf den Raider, der eigentlich hinter ihnen war, nun vor ihnen auftauchte und ziemlich schnell, ziemlich groß wurde, zuflog.

"Ich hasse fliegen...", bekam der Sicherheitler gerade noch raus, bevor die beiden Shuttles kollidierten....

--- hydroponische Gärten

Alnak hatte keine Antwort auf seine Frage bekommen. Stattdessen waren alle wieder aus der Sauna herausgetreten und hatten die Umgebung mit ihren wenigen Taschenlampen und Fackeln abgeleuchtet. Doch nichts Neues war dabei heraus gekommen. Sie irrten mehr oder weniger immer noch in einem unbekannten Dschungel herum, wohl darauf bedacht, eine Lösung aus dem Schlamassel, in dem sie sich befanden, zu finden.

Gerade, als Yhea die Truppe dazu aufraffen wollte, endlich mal gemeinsam an ihrem Problem zu arbeiten, da brannte von oben plötzlich eine Helligkeit herunter, dass er zuerst dachte, er würde auf der Stelle erblinden. Gut, nach ein paar Sekunden revidierte er seine Meinung, nachdem sich seine Augen ein wenig an das Licht gewöhnt hatte. Doch trotzdem beschlich ihn das Gefühl, bis in die innersten Ebenen seines Ichs durchleuchtet zu werden.

Ein derber Fluch drang an sein Ohr und er bemerkte wieder, das er ja nicht alleine war. Er versuchte seinen Blick auf die kleine Truppe zu fixieren, die um ihn herum stand und erkannte Narbo, der damit beschäftigt war, wild um sich zu schlagen. Zuerst fragte Yhea sich verwundert, was einen Ferengi dazu veranlasste, bei plötzlichem Licht wild mit den Armen zu rudern, doch als er genauer hinsah, erkannte er einen Schwarm kleiner Insekten, die den Ferengi umgaben. Anscheinend hatte das Licht sie geweckt und der Geruch sie angezogen. Doch das wie interessierte ihn nicht. Stattdessen wurde sein Grinsen immer breiter, als er erkannte, dass sich Narbo diese Mücken nicht vom Hals halten konnte.

"Hey Narbo, hast wohl Freunde gefunden?", bemerkte Yhea, während sein Grinsen in ein Lachen überging.

Clint beschäftigten derweil andere Sorgen. Die Augen mit einer Hand beschattend, blinzelte er zur Kunstsonne. Das Kunstgebilde gab eine beachtliche Quantität an Wärme ab, was in dem von Breens abstammenden Wissenschaftler Unbehagen hervorrief.

Fanjil schien währenddessen einen bestimmten Punkt an der fernen Felswand fixieren zu wollen. Nach einer Weile gab sie es auf und wandte sich an den Ferengi: "Machen sie sich wegen den Insekten keine Sorgen, es gibt in den Gärten keine gefährlichen Tiere"

Der kleinwüchsige Humanoide schien zwar anderer Meinung zu sein, aber die Alienfrau beachtete ihn nicht weiter. Sie sah wieder zu der weit entfernten Felswand hinüber. Dann begann sie zu winken und schließlich mit beiden Armen zu rudern.

Clint erkannte hinter diesen Bewegungen ein System. Offenbar handelte es sich um eine Zeichensprache, mit der Fanjil jemandem eine Botschaft übermitteln wollte. Sie hielt in ihren Anstrengungen inne und sah erwartungsvoll nach oben.

Nichts bemerkenswertes passierte. Mit besorgter Miene drehte sie sich zu ihren Begleitern um und sagte: "Etwas stimmt da nicht. Es war nicht mein Kollege, der die Sonne aktiviert hat"

--- Asteroid, ein Raum mit unbekannter Funktion

Svaal blieb stehen. Die vor ihm hertrottende Gruppe tat es ihm gleich. Suchend wanderte sein Blick über die Gerätschaften und Einrichtungsgegenstände des großen, halbdunklen Raumes.

"Andrin, komm raus!", rief er schließlich. Ein Romulaner mit besonders hervorstechenden Augenbrauen aus der Gruppe sah ihn verdutzt an. "Aber ich bin doch hier", sagte er mit der Ungeduld eines Menschen, der sich eine lange Geschichte anhört und vergebens auf die Pointe wartet.

"Halt die Klappe!", wies ihn Svaal zurecht. Aus dem Schatten zwischen zwei großen Maschinenblöcken kam ein fremdartiger Humanoide hervorgetreten, der den zu Wort gekommenen Romulaner mit großen Augen anstarrte. Der Romulaner starrte zurück, und plötzlich brach das Alien zusammen.

Der Romulaner schwankte ein wenig, und sah dann die Gesichter der ihn Umstehenden an, als würde er Gespenster gesehen. "Ben'farr, Jolin, Fanjil ... Svaal! Wie ist das möglich?" Die ihn umstehenden Romulaner sahen ihn befremdet an.

"Das zu erklären könnte etwas dauern, aber ich glaube, du kannst es dir selbst denken, Andrin", erklärte Svaal schnell. Andrin schaute gerade an sich selbst hinab und starrte dann mit unerklärlicher Faszination auf seine Hände. "Fünf Finger!", rief er begeistert. Dann sah er sich wieder die Gesichter der anderen Romulaner einen nach dem anderen an, als suche er etwas bestimmtes, konnte aber nur Verwirrung darin erkennen.

"Wie viele von uns sind schon ...", stellte er Svaal die unvollendete Frage.

"Du und ich, wir sind die ersten. Aber die andern kommen auch noch an die Reihe, los gehen wir. Als nächste ist Ben'farr dran", führte Svaal aus und setzte sich in Bewegung.

"Womit bin ich dran?", fragte eine Romulanerin aus der Gruppe. "Sei still und beweg dich", versetzte Svaal etwas unfreundlich.

--- Asteroid, am Graben

"Schießt!", brüllte Galhan seine Männer an, was vollkommen unnötig war. Den Romulanern musste niemand sagen, das die Massen an angreifenden Insekten ihnen nicht freundlich gesonnen waren. In den weitgefächerten Disruptorstrahlen vergingen die Käfer zu Tausenden, ohne dass einer bis zu den Soldaten durchkam.

Dafür war der Trupp zu gut bewaffnet und diszipliniert. Es war nur eine Frage der Zeit, bis alle Angreifer vernichtet waren. Doch machte diese Verzögerung den Subcommander noch wütender als er bereits war. Er ging dazu über, einzelne Exemplare mit dem Knauf seines Disruptorgewehres zu erschlagen. Das Knacken der Chitinpanzer verschaffte ihm aber nicht die Befriedung die er sich erhofft hatte.

--- hydroponische Gärten

Das hatte sich Yhea auch schon fast gedacht, nachdem er den Gesichtsausdruck von Fanjil gesehen hatte. Sie sah resigniert aus. Fast ängstlich. Und Alnak konnte sich nach ein paar Minuten auch verstehen. Denn es wurde warm. Sehr warm.

Schon nach kurzer Zeit musste er sich den Schweiß von der Stirn wischen und auch die anderen sahen nicht so aus, als würden sie gleich erfrieren. Narbos Mücken waren inzwischen auch verschwunden und er fragte sich, ob sie nur im Schatten Schutz suchten oder durch die Wärme schlichtweg verglüht waren. Denn schließlich war an so einer Mücke ja nicht viel dran. Ein paar Gramm Flügel, Augen, Beine ... . Halt alles, was so ne Mücke zum überleben brauchte.

Kurz streckte Alnak seine Nase in die Luft, um vielleicht seine Verglüh-Theorie bestätigt zu bekommen, doch den einzigen Geruch, den er wahrnahm, war der Körpergeruch des Ferengi. Und den wollte er ja wirklich nicht haben. Deswegen stellte er das Riechen ein, packte seine Taschenlampe weg, die er immer noch in der Hand gehalten hatte und schaute zu Fanjil.

"Sagen Sie, ist es normal, dass die Temperatur hier ständig zunimmt? Oder liege ich da richtig, wenn ich sagen, dass es normalerweise kälter ist?", fragte er die Frau, während er erneut den Schweiß abwischte, der sich auf seiner Stirn angesammelt hatte.

April blinzelte in die künstliche Sonne. Grundsätzlich hatte die Halbbajoranerin nichts gegen Hitze auszusetzen - ganz im Gegenteil. Die junge Frau gehörte zu den Personen, denen es eigentlich nie zu warm wurde ... zumindest hatte sie das bis jetzt immer geglaubt.

Hechelnd fuhr sie sich mit dem Handrücken über die von Schweiß bedeckte Stirn.

"Das ist keine Normaltemperatur!", behauptete April schroff. "Egal wie es zu dieser Hitze gekommen ist - spontan würde ich sagen, dass wir in einer Stunde hier furchtbar gegrillt rumrennen. Wir sollten wieder zurück zum Ausgang!"

Eine fuchtelnde Armbewegung unterstrich ihre Aussage.

"Gute Idee, da warten ja vielleicht auch nur mehrere Tausend Viecher auf uns!", schimpfte Narbo vor sich hin, aber die unerträgliche Hitze nahm die Schärfe aus seiner Stimme und für einen kühlen Luftzug hätte er getötet.

Und um seinen eigenen Einwand Lügen zu strafen, richtete er sich etwas auf und bewegte sich in die Richtung zurück, aus der sie gekommen waren.

Hauptsache, er musste den Terraner nicht tragen.

Brütend überlegte der Ferengi, wie lange sie in dieser Halle unterwegs gewesen waren, aber seine Konzentration begann schon zu bröckeln. Mehr als zehn Minuten Fußmarsch konnten es nicht sein, aber wenn die Temperatur weiter exponentiell stieg, blieb ihnen vielleicht kaum mehr Zeit:

"Jeder sollte sich jetzt entscheiden - die Zeit für lange Diskussionen ist vorbei und ich ziehe den schnellen Tod dieser Sauna vor"

'Na, endlich hatte dieser Narbo etwas sinnvolles von sich gegeben!', dachte sich die junge Halbbajoranerin und musste unwillkürlich schmunzeln. Nachdem der Ferengi das Wort ergriffen hatte war sie schon versucht gewesen, ihm einen bissigen Kommentar vor die Füße zu werfen - hielt sich jedoch noch rechtzeitig zurück.

"Was sagt der Rest?"

--- Atlantis, Büro des Captains

Schon seit Stunden saß Julian in seinem Büro, die Füße auf der Schreibtischkante abgelegt, eine Tasse kalt gewordenem Kaffee neben einem Berg von PADDs und im Hintergrund dudelte leise Musik, welche er schon länger nicht mehr wahrnahm. Dazu war er viel zu tief in einen Brückenbericht versunken; und in seine Gedanken.

Nicht dass in den letzten Stunden, welche ihm wie Wochen vorkamen, irgendetwas besonderes passiert wäre, doch das endlose Warten auf eine Nachricht des Shuttles kostete ihn beinahe seinen letzten Nerv. Und da kamen ihm ein paar Berichte zum Durchsehen gerade recht, auch wenn zum Schluss wohl nichts mehr aus den Texten hängen blieb.

Frustriert schaltete er das PADD ab und warf es zu den anderen auf seinen Schreibtisch, wobei er nur knapp die Kaffeetasse verfehlte, welche halb in der Flugbahn stand. Wieder daran erinnert griff er nach der Tasse, warf einen kurzen Blick hinein und trank dann einen Schluck, nachdem er festgestellt hatte, dass sie noch halb voll war.

Schnell merkte er jedoch, dass der Kaffee eiskalt war und er musste sich zusammenreißen, dass er ihn nicht durch sein ganzes Büro spuckte. Angewidert stand er auf und brachte die Tasse zum Replikator zurück. Er dachte noch kurz darüber nach, ob er sich nicht vielleicht einen neuen Kaffee holen sollte, entschied sich jedoch anders und verließ sein Büro.

--- Atlantis, Brücke

Die Brückencrew schaute ihn gelangweilt an, als er den Raum betrat. Und Julian konnte es ihnen nicht verdenken. Schließlich befand sich Atlantis seit etlichen Stunden immer an der selben Stelle und weit und breit war nichts zu entdecken. Keine fremden Schiffe, keine Anomalien, nirgends irgendwelche unbekannten Phänomene. Nur dieses fürchterliche Warten.

Zwar hatten sie schon ein paar Mal versucht, das Außenteam anzufunken, doch durch die ganzen Interferenzen des Asteroidenfeldes war es unmöglich. Da war die Wahrscheinlichkeit höher, dass eine Flaschenpost ankam.

Langsam ließ Julian sich in seinen Captain-Sessel fallen und starrte auf den Bildschirm, der einzig und allein das Asteroidenfeld zeigte, welches trostlos vor sich hin trieb. Beinahe wirkte es einschläfernd und O'Connor musste aufpassen, dass ihm das nicht passierte. Sofort versuchte er sich auf was Anderes zu konzentrieren.

Sein Blick glitt über die einzelnen Personen auf der Brücke, über die vielen verschiedenen Stationen, die alles mögliche anzeigten. Als er die Wissenschaftsstation sah, beendete er die gespenstige Ruhe auf der Brücke und fragte den wachhabenden Offizier, ob sie schon was gefunden hätten. Doch ein kurzes Kopfschütteln später und alles war wieder ruhig.

Julian grummelte kurz vor sich hin und schwang sich dann wieder aus dem Sitz und schritt in Richtung Turbolift. Bevor er die Liftkabine betrat, übergab er dem ranghöchsten Offizier noch schnell das Kommando und fuhr dann zu seinem Quartier. Ein paar Stunden Schlaf waren jetzt genau das Richtige. Und wenn irgend etwas passieren sollte, dann würden sie ihn schon rechtzeitig wecken.

--- Shuttle Gnurem'mädrettög

Versteinert und mit zusammengekniffener Mine hatte der Holländer seine letzten Sekunden erwartet, doch wider Erwarten passiert außer einem sehr unangenehmen, kratzenden Geräusch gar nichts.

Mit Mühe löste er seine Hände aus dem Sessel, in dessen Polster er sich festgekrallt hatte, um kurz durchzuatmen. Sie waren noch am Leben, was ganz sicher nicht der Qualifikation des Griechen als Piloten zu verdanken war.

Wer auch immer die Silver Sun steuerte, hatte es im letztem Moment geschafft beizudrehen: Das grausige Quietschen und den nahen Hörsturz verdankte Ruben wohl einer Berührung der beiden Schiffe.

"Ähh, vielen Dank, dass Sie unser Problem in der Shuttlerampe gelöst haben, aber jetzt übernehme ich besser und rufe die beiden Raider", brachte er mit brüchiger Stimme hervor, während er sich vorsichtig dem Sicherheitler näherte.

"Silver Sun, Pei Mei - ich bin es, Ruben. Es wäre schön, wenn Ihr die Verfolgung abbrechen könntet; hier sitzt ein Sicherheitler und der zögert sicher nicht lange die Waffen zu benutzen", schickte er durch das Komm-System und hoffte, dass jemand die Nachricht empfing.

--- Raider Silver Sun

Alex brauchte etliche Sekunden, bis er wieder einigermaßen klar denken konnte. Und der erste Gedanke, der ihm durch den Kopf geschossen war, war der, was eigentlich passiert war.

Er hatte ungeduldig darauf gewartet, dass Veronica das Feuer auf das romulanische Shuttle eröffnen würde, doch dann hatte das Shuttle hart den Kurs gewechselt und war aus Alex Sichtbereich verschwunden. Und dann hatte es fürchterlich gekracht. Er war aus dem Pilotensitz geschleudert worden und überall um ihn waren Energierelais explodiert.

Nachdem sich dann alles wieder beruhigt hatte und Alex es geschafft hatte, sich wieder aufzurappeln, ertönte plötzlich die zittrige Stimme von Wagenvoort.

Zuerst war Alex vollkommen verwirrt, doch als er dann aus dem Fenster schaute und das romulanische Shuttle vor ihm sah, da fiel endlich der Groschen.

"Wagenvoort, Sie hier?", rief er, nachdem er eine Komm-Verbindung geöffnet hatte. "Jetzt hätte ich Sie beinahe weggepustet. Doch anscheinend können Sie besser fliegen, als ich dachte"

--- hydroponische Gärten

"Ich ... ich ... die Hitze ...müssen schnell raus hier", meldete sich der Halbbreen mit brüchiger Stimme. Die Temperaturen setzten ihm zu. Er schwitzte als Einziger in der Gruppe kein bisschen, was genau sein Problem war.

"Nein, wir müssen zuerst nach meinem Kollegen sehen", widersprach Fanjil heftig und wies mit dem ausgestreckten Arm in die entsprechende Richtung. "Er ist höchstwahrscheinlich bei der Wetterkontrolle. Dort können wir auch die Kunstsonne regeln"

Kurz schaute Yhea unentschlossen zwischen Fanjil und Clint hin und her, dann drehte er sich zu April und Narbo um, die gerade in die Richtung losgegangen waren, aus der sie vorhin gekommen waren. 'Sollte doch jeder gucken wo er blieb', dachte sich der Romulaner und schritt hinter dem Ferengi her. Er drehte sich nicht mehr um; Clint und der Rest würden schon selber wissen, was sie wollten.

Da stoppte er plötzlich, als ihm ein wichtiger Gedanke durch den Kopf schoss. Sems. Ärgerlich schüttelte er den Kopf und bog kurzerhand ab, um den Sicherheitler aus dem Saunagebäude zu holen. Zwar war es nicht wirklich weit, doch die zunehmende Hitze machte ihm schwer zu schaffen. Der Schweiß lief ihm den Rücken runter und die Klamotten klebten an ihm wie ein Haufen Blutegel. Wahrscheinlich würde er sie im Moment nur samt Haut ausziehen können.

Er beendete die beunruhigenden Gedanken, als er das kleine Gebäude erreichte, die Tür öffnete und eintrat. Sofort empfing ihn eine angenehme Kühle. Zwar war es nicht wirklich kalt, doch die wenigen Grad Unterschied zu draußen waren beinahe eine Erholung. Er verharrte ein paar Sekunden, wischte sich wie schon so oft den Schweiß aus dem Gesicht und schaute zu Sems hinunter, der immer noch regungslos auf der untersten Liege lag.

Schnell warf er sich den tonnenschweren Sicherheitler über die Schulter und versuchte so schnell wie möglich, wieder zu den Anderen aufzuschließen. Die waren schon aus seinem Sichtfeld verschwunden, doch zumindest konnte er schon durch das ganze Grünzeug hinweg das große Tor erkennen, hinter dem diese ekligen Viecher waren.

Dann sah er kurz Narbo, der hereinschaute und ihm wild zuwinkte, bevor er wieder verschwand und sofort versuchte Yhea, das Tempo zu erhöhen. Beinahe lief er schon und das mit Sems über der Schulter. Und doch dauerte es beinahe eine Ewigkeit, bis er den Durchgang erreicht hatte.

--- Gänge

Total entkräftet ließ der Romulaner Sems auf den Boden herab und brach neben ihm zusammen. Außer Atem hechelte er nach Luft und es fehlte wohl nicht viel, dass er einfach kollabierte. Und doch warf er Narbo einen finsteren Blick zu und keuchte: "Ab jetzt darfst du wieder tragen."

"Und wovon träumst Du nachts?", warf er dem Romulaner entgegen, "Ach, eigentlich will ich es doch nicht wissen. Außerdem hast Du Dir diese Arbeit selbst ausgesucht: Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir jetzt entweder einen toten oder einen gesundgespritzten Sicherheitler - in jedem Fall keinen Klotz am Bein!"

Damit war für den Ferengi alles gesagt.

Na ja, beinahe alles: "Wenn wir diesen Viechern wieder begegnen, wünsche ich Dir viel Spaß beim Gefressenwerden!"

--- Shuttle Gnurem'mädrettög

"Ähh, das möchte ich nicht abstreiten, aber im Moment befindet sich dieses Schiff noch in den Händen von einem neuen Verbündeten, den wir auf dem Asteroiden getroffen haben", antwortete Ruben flach atmend, während er sich nicht ganz sicher war, ob Poulsen seine Bemerkung ironisch gemeint hatte.

Vergeblich versuchte der Niederländer, seinen Puls unter Kontrolle zu bringen, aber die Nervosität war ungebrochen und so begann er unbewusst sein linkes Auge zu reiben - eine von vielen Zwangshandlungen, die den Sicherheitschef plagten.

Drei Sekunden wartete er, bevor er sich sicher war, dass sein Zustand auch in drei Minuten nicht besser werden würde und wandte sich wieder an Alex: "Geben Sie bitte einen Lagebericht, wir waren länger auf dem romulanischen Schiff gefangen und haben einiges verpasst"

'Wahrscheinlich nur Katastrophen!', fügte er pessimistisch in Gedanken hinzu.

--- Raider Silver Sun

Verbündete? Alex fragte sich, wie man auf so einem trostlosen Fleck wie diesem Asteroiden irgendwelche Verbündeten finden konnte. Oder waren es welche vom romulanische Schiff? Vor allem, was hatten sie auf dem Schiff gemacht? Erst jetzt kam ihm der Gedanke verwunderlich vor. Doch bevor er selbst die Fragen stellte, gab er einen kurzen Lagebericht ab.

Über seine und Veronicas Ankunft. Das Erscheinen von April. Gorms Rückflug mit dem klingonischen Shuttle. Yhea's und Aprils Transport zum Asteroiden. Und den eben geführten Kampf mit den Romulanern.

Nachdem er fertig war, wartete er auf eine Reaktion des Niederländers. Doch selbst nach fast einer halben Minute hörte er nichts außer dem flachen Atem des Sicherheitlers.

Deswegen begann er nun zu fragen. "Wagenvoort, jetzt müssen Sie mir aber mal erklären, wie Sie in das Shuttle kamen. Was zum Teufel ist da unten im Asteroiden passiert?

--- Shuttle Gnurem'mädrettög

"Am Anfang hatten wir einen kleineren Zusammenstoss mit einem anderen Schürftrupp, nachdem wir deren Shuttle unabsichtlich zerstört hatten. Im Angesicht eines größeren Konflikts mit zeitreisenden, telepathisch-begabten Aliens haben wir dann zusammengearbeitet, um eine potentielle Bedrohung auszuschalten - bis wir auf das romulanische Schiff gebeamt wurden", schilderte Ruben zerstreut, während er gedanklich bei den Details hängen blieb, die er lieber unterschlug.

Folter zum Beispiel.

Aber dafür war jetzt keine Zeit.

"Wenn die Sensoren dieses Shuttles nicht beschädigt sind, hat vor kurzem eine beunruhigende Energiezunahme innerhalb des Asteroiden eingesetzt", fügte Ruben stattdessen hinzu, "Können Sie etwas dazu sagen?"

--- Raider Silver Sun

Alex brauchte eine halbe Ewigkeit, um die ganzen Worte von Wagenvoort in halbwegs verständliche Bilder umzuwandeln. Und doch verstand er fast nichts von dem, was er gerade gehört hatte. Zeitreisen? Telepatisch? Aliens?! Einzeln wäre er mit den Dingen fertig geworden, doch so?

Verwirrt schüttelte er den Kopf, um nicht komplett durcheinander zu kommen und konzentrierte sich auf die von Ruben erwähnten Sensoren. Obwohl er sich da nicht viel konzentrieren musste. Denn sie funktionierten nicht. Auch nach mehrmaligen Versuchen rückte der Computer nicht mit genaueren Informationen raus. "Außer Betrieb", war das einzige, was er zu hören bekam.

Genervt über so viel Schrott um ihn herum, öffnete er parallel zum romulanischen Shuttle eine Komm-Verbindung zur Pei Mei und wies Veronica an, die funktionierenden Sensoren ihres Raiders zu benutzen, um Rubens Meldung bezüglich des Energieanstieges zu bestätigen.

"Wagenvoort, warten Sie einen Augenblick", sagte er, während er auf Veronica wartete. "Meine Sensoren sind leider durch das tollkühne Manöver ihres "Verbündeten" außer Betrieb, aber die Pei Mei versucht es gerade."

Schweigend folgte der Niederländer der Aufforderung von Poulsen und gewann nun zum ersten Mal seit ihrer Flucht ein wenig Zeit, um über die Situation nachzudenken.

Noch immer war ein Großteil der Mannschaft nicht erreichbar und inständig hoffte Ruben, dass sie nicht ebenfalls auf das romulanische Schiff gebeamt worden waren. Irgendwie bezweifelte er nämlich, dass man dem Schicksal von Gefangenen hohe Priorität bei der Evakuierung einräumte.

Noch immer auf die Antwort wartend, beschloss er so, nach Lebewesen auf dem Asteroiden zu scannen: Zwar gab es massive Verzerrungen, die die meisten Bereiche des Brockens undurchdringbar machten, aber mittels einiger Justierungen gelang es dem Sicherheitschef nach ein paar Sekunden, wenigstens an einigen Stellen ein akzeptables Ergebnis zu bekommen.

Unruhig runzelte er die Stirn.

Mit einem derartigen Durcheinander hatte er nicht gerechnet!

Neben einer kaum zu ermittelnden Anzahl von insektoiden Wesen, erstaunte ihn eine Gruppe Romulaner, die sich in Konflikt mit ersteren zu befinden schien. Jedenfalls schrumpfte die Größe des romulanischen Teams alle paar Sekunden.

"Ihre Daten sind richtig", teilte ihm Poulsen mit einsetzender Nervosität in der Stimme mit, "Und wenn der Faktor der Energieabgabe konstant bleibt..."

"...wird der Asteroid in 47 Minuten explodieren", beendete Ruben schnaufend den Satz, nachdem er die gleiche Rechnung bereits im Kopf durchgeführt hatte.

Eine quälende Enge erfüllte ihn jetzt; hätte er doch nur sein Inhalationsgerät dabei gehabt!

"Ich sehe keine andere Möglichkeit, wir müssen nochmals runter beamen, wenn wir alle Teammitglieder retten wollen", fasste er nach einigen Sekunden einen riskanten Entschluss, "Pormas, ich gehe davon aus, dass Sie uns unterstützen werden. War Chedu noch im Bereich des Shuttles, als Sie entführt wurden?"

--- Gänge

Innerlich schüttelte April den Kopf. Wie lange rannten sie hier nun schon auf diesem komischen Asteroiden herum? Eindeutig zu lange!

"Was gibt es denn für Möglichkeiten, überhaupt wieder auf irgendein Schiff zu gelangen?", skeptisch richtete die junge Frau ihren Blick auf den Ferengi und Romulaner. Sie mochte wohl gerade einen ziemlich verwirrten Gesichtsausdruck haben, aber das störte sie nicht sonderlich. Eigentlich wollte sie nur ein klares Ziel haben ...

Yhea betrachtete die junge Frau, die ihn beinahe hilflos anschaute, während er langsam wieder zu einer normalen Atemfrequenz zurück fand. Auch der Schweiß floss nicht mehr in solchen Mengen wie gerade eben. Zwar stieg auch hier im Gang die Temperatur langsam an, doch noch war sie bei weitem nicht so unangenehm, wie in dem Urwald hinter dem Tor.

Kurz zuvor waren Clint und Fanjil als Letzte aus dem Backofen herausgekommen und beinahe wäre Clint zusammengebrochen. Anscheinend machte ihm seine fremdartige Körperphysiologie enorm zu schaffen. Ysara beugte sich gleich zu ihm herunter, um nach ihm zu sehen und Yhea sagte ihr, wenn sie schon dabei war, sollte sie Sems gleich wecken. Er hatte nämlich keine Lust, ihn weiter zu tragen.

Dann wandte er sich an April: "Wir haben ein Schiff im Orbit um den Asteroiden. Die können uns von hier weg beamen. Wir brauchen nur eine Kommunikationseinheit, die stark genug ist, durch dieses ganze Gestein hier zu funken"

"Ah, das mit der Kommunikationseinheit wollte ich wissen!", und nach einer kleinen Pause meinte sie noch: "Das mit dem Schiff dachte ich mir - irgendwie sind wir zwei ja hier her gekommen!"

Ein schelmisches Grinsen legte sich auf ihr Gesicht, dass aber im nächsten Moment wieder verschwand, als die Halbbajoranerin ein gedämpftes Geräusch vernahm.

Phaserfeuer? Kratzendes Chitin auf Stein?

Yhea drehte sich ruckartig um und suchte den düsteren Gang nach irgendetwas ab, was die Geräusche verursacht haben könnte. Doch er konnte nichts erkennen. Selbst als er die Taschenlampe wieder vom Gürtel nahm und sie einschaltete, sah er nichts außer rohem unbehandeltem Fels. Als jedoch die Geräusche wieder zu hören waren, da erkannte er, dass sie noch etwas entfernt waren.

Schnell schaute Alnak zu Ysara herunter, die mittlerweile damit beschäftigt war, Sems aus seiner Bewusstlosigkeit zu retten. Clint hingegen stand wieder auf seinen eigenen Füßen, auch wenn er dabei noch etwas wacklig aussah. Aber Yhea vermutete, dass sich der Wissenschaftler schnell wieder erholen würde.

Wieder sah er Ysara an, während die Phaserschüsse näher kamen. "Ysara, beeilen Sie sich. Wer auch immer da am schießen ist, wir müssen denen helfen."

Aprils Muskeln spannten sich automatisch an und man merkte, dass sie unruhiger wurde.

Aus den Augenwinkeln beobachtete sie Ysara, wie diese ihr "Gepäck" wieder belebte ...

Wirre Gedankenstränge geisterten durch Sems Kopf. Lichtfetzen huschten vor seinem verschwommenen Gesichtsfeld vorbei. Er hatte einen beinahe unangenehmen Druck auf den Ohren und auf seiner Haut war kalter, fast getrockneter Schweiß.

Langsam versuchte er sich zu bewegen, damit sein Kreislauf wieder in Schwung kam und er wieder einen einigermaßen klaren Kopf bekam, doch sein Körper schien sämtliche Befehle, die sein noch nicht 100%ig funktionierendes Gehirn sendete, einfach zu ignorieren. Oder er konnte nicht.

Unzusammenhängende Bilder von explodierenden Kristallen und Stürze in unabschätzbare Tiefen flimmerten vor seinem inneren Auge vorbei und zeitgleich keimte die Erinnerung von unangenehmen Schmerzen auf. Und doch konnte er sie nicht festhalten, sie nicht verstehen oder begreifen. Und vielleicht war das auch gut so.

Plötzlich fühlte er, wie er geschüttelt wurde und seltsame Laute an sein Ohr drangen. Doch er verstand nicht und um ehrlich zu sein, interessierte es ihn auch nicht. Das einzige, was er wollte war, dass das nervige Schütteln aufhörte. Mit tauber Zunge lallte er drauf los und versuchte so, die fremde Macht davon abzuhalten, weiter zu machen. Doch dadurch wurde es nur schlimmer. Schon fing sein Magen an zu rebellieren. Wieder wollte er sich wörtlich wehren, als ein fürchterlicher Schmerz in seinem Gesicht explodierte. Und von einer Sekunde auf die andere war alles glasklar.

Sems starrte in das Gesicht von Ysara, die inzwischen aufgehört hatte, ihn zu schütteln und zu schlagen und ihn stattdessen ernst anschaute. Er hingegen schnitt eine Grimasse, als ihm die Situation bewusst wurde und versuchte, die Frau von sich wegzudrücken und sich vom Boden zu erheben. Gleichzeitig fluchte er über seinen erbärmlichen körperlichen Zustand und als er endlich auf wackeligen Beinen stand und sich umschaute, verstummte er überrascht über die anwesenden Personen.

"Was zur Hölle geht denn hier ab", fragte er sichtlich verwirrt und verärgert.

"Wir wollten doch noch ausprobieren, ob das Weckmittel Dich umbringt", beantworte der Ferengi grinsend die Frage des Menschen, während Ysara noch Sems Pupillenreflex kontrollierte.

Anscheinend hatte der Sicherheitler, zu Narbos Unzufriedenheit, keinen Hirnschaden davongetragen. Zumindest keinen, der noch ins Gewicht fallen konnte.

"Und nebenbei können wir einen Mitkämpfer gebrauchen, denn ich glaube nicht, dass die Unbekannten diese Viecher besiegen werden", fügte der Ferengi hinzu, während er weiterhin seine Ohren streckte, "Zumindest hat die Anzahl der Disruptorstöße in der letzten Minute stark nachgelassen"

Sems wartete ungeduldig auf das Ende der absolut nervigen Behandlung und als Ysara endlich die Taschenlampe aus seinem Auge genommen hatte, da stellte er sich neben Narbo und schaute den Gang hinunter. Und der Ferengi hatte Recht. Die Disruptorschüsse waren wirklich weniger geworden, auch wenn sich Sems fragte, was Disruptoren hier unten zu suchen hatten. Schließlich hatten sie alle hier nur Phaser dabei. Doch irgendwie schafften es seine leicht lädierten Gehirnzellen nicht, den Gedanken weiter zu festigen.

Nachdem sich alle schussbereit gemacht hatten, gab Narbo das Kommando zum Aufbruch. Vorsichtig und mit gezückten Waffen und Taschenlampen schritten sie den Gang entlang, immer darauf bedacht, leise zu sein, um den entgegenkommenden Geräuschen zu lauschen.

"Hört sich fast so an, als wären nicht mehr viele Verteidiger übrig", flüsterte Yhea Clint zu, der nur wortlos nickte. Irgendwie kam ihm der Wissenschaftler seltsam vor, doch darauf konnte Yhea jetzt nicht eingehen. Es gab wichtigere Dinge. Diese Viecher zum Beispiel. Eigentlich hatte er sich vorgenommen, diesen Biestern aus dem Weg zu gehen und nun sah es so aus, als liefen sie ihnen direkt in die Arme. Auch wenn sie natürlich keine hatten. Dafür hässliche Mäuler mit grässlichen Zähnen.

Yhea lief es eiskalt den Rücken herunter, als er daran denken musste und so ergriff er seinen Phaser gleich fester. Nur zur Sicherheit. Schließlich konnte man nie wissen.

Als die kleine Gruppe um eine Gangbiegung kam, blieb Narbo, der vorne lief, als Erster stehen. Ein Fluch war zu hören und als Yhea sah, um was es sich handelte, da konnte er es dem kleinen Ferengi nicht verübeln zu fluchen. Denn sie standen vor einem großen Berg von Schutt und Geröll.

Stardust Atlantis