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Crossover 5 - Romulaner!

(Atlantis 10, Venture 34)

--- im Asteroiden, Gänge

April hatte in den letzten Minuten die beiden Männer stumm beobachtet - innerlich schüttelte sie den Kopf. Warum musste man diesen Mr. Clint erst so lange bearbeiten, bis er ein paar Informationen heraus rückte? Sah sie wirklich so böse aus, als dass man in ihr gleich eine potentielle Gefahr sehen konnte? Und Alnak kam ihr in den letzten Augenblicken auch etwas komisch vor - so zurückhaltend. Hatten sich die beiden doch schon vorher im Shuttle kennen gelernt und zumindest von ihm hätte sich die junge Bajoranerin ein bisschen Rückendeckung in Bezug auf Clints Misstrauen erhofft.

Nun, aber vielleicht hatte sie den Romulaner auch komplett falsch eingeschätzt.

Während die Gruppe weiter den Gang hinunter ging und um einige Biegungen kam, hatte sich April ein wenig zurückfallen lassen um in ihren Gedanke zu kramen. Die Geschichte um die seltsamen Beamvorgänge hatte sie ja noch halbwegs nachvollziehen können - was es allerdings mit Nummer 6 auf sich hatte blieb ihr immer noch etwas Schleierhaft; was in ihr wieder die Frage aufwarf, was für einen tieferen Sinn denn ihre Anwesenheit bei dieser Mission hatte ...

Mit einem mal blieb der Wahlvulkanier mitten im Gang stehen betastete die linksseitige Felswand. Nach einigen Augenblicken ertönte ein mechanisches Klicken und eine stockfinstere Öffnung erschien im Fels.

"Hier müssten wir die Route des anderen Teams schneiden", erklärte er zuversichtlich und trat mit einer Taschenlampe bewaffnet in den dunklen Raum dahinter, "Wenn ich mich nicht irre sollten wir ...oh ... faszinierend!"

--- Am Grunde des Grabens

"Kommen sie, das müssen sie sich ansehen", rief er den Beiden zu. "Es sind überwältigend viele, eine erstaunlich Populationsdichte für einen Asteroiden. Und einige der Exemplare scheinen einen Durchmesser von bis zu 2 Metern zu haben. Nun kommen sie doch endlich"

Irrte sich April oder konnte man in der Stimme von Clint so etwas wie Euphorie erkennen. Neugierig trat sie als letzte durch den Durchgang in der Wand und blickte sich kurz um. Zuerst etwas verwirrt schaute die Halbbajoranerin dann nach oben und blickte in einen Schacht dessen Ende sie nicht bestimmen konnte.

An den Wänden hingen - nach Ansicht der jungen Frau - riesige schwarze, ovale Dinger, die im ersten Augenblick doch einen sehr beängstigenden Eindruck machten.

"Was zum Teufel ist das?"

Fragend blickte sie zu Alnak und Clint - normalerweise war April der Meinung, Tricorder würden nur zu unnötiger Ausstattung gehören. Lieber verließ sie sich auf ihre Instinkte und die Intuition - in diesem Fall bedauerte sie jedoch keinen dieser kleinen Scanner eingepackt zu haben.

Alnak zuckte mit den Schultern, starrte jedoch weiter stumm auf diese seltsamen Dinger, die da an den Wänden hingen. Irgendwie sahen sie seltsam aus, doch genau konnte er sie nicht beschreiben. Er wusste nur, dass er keine Ahnung hatte, was es war. Davon mal abgesehen, war er Techniker und kein Spezialist für ... ihm viel das passende Wort nicht ein. Stattdessen tippte er Clint an, der ebenfalls total fasziniert auf diese Dinger starrte.

Yhea glaubte, wenn Clint ein Mensch wäre, dann wäre er wahrscheinlich wie ein kleines Kind an Weihnachten herumgesprungen. Vor Freude natürlich. Doch so stand Clint nur da und schaute nach oben.

"Clint,", versuchte Yhea den Wissenschaftler aus seiner Starre zu bekommen, "was können Sie mir darüber sagen?"

--- Am Graben

Narbo räusperte sich, bevor er ein leises Zischen entweichen ließ, welches nahtlos in Gekeife überging: "Fassen wir zusammen: Wir sind hier, um einen telepathisch begabten Feind zu vernichten, der - Achtung: Wichtig! - sich psi-mäßig unsichtbar machen kann. Zwar sind wir Ferengi durch unsere genetische Überlegenheit für die meisten Telepathen nicht zu manipulieren, aber man weiß ja nie, was diese Fremden alles können!"

Wütend trat er gegen einen größeren Stein und beförderte diesen in den dunklen Abgrund hinab.

Ein gutes Gefühl, auch wenn er viel lieber Sems runtergestoßen hätte.

Dann durchbrach ein gellender Aufschrei die Dunkelheit und wurde durch die riesigen Wände wie von einem tausendstimmigen Chor als unwirkliches Echo zurückgeworfen: "Aaahhhhh, mein Fuß!!!"

--- Imperiales Forschungsschiff Telai, Zelle

Jordan kam abrupt zu sich.

Als erwache sie aus einem schlechten Traum - in dem Romulaner, Drogen und archaische Folterinstrumente eine Rolle spielten -, riss sie die Augen auf, sog hörbar die Luft ein, so dass sich ihr Oberkörper wölbte, und starrte gegen eine milchig beleuchtete Deckenwand.

Sofort nach einem Augenblick erholsamen Nichtdenkens kehrten die Erinnerungen zurück: Sie, Wagenvoort und Clint mit den anderen beiden in der Höhle. Ein Transport. Romulaner. Der Erinnerung folgte der stärkste intergalaktische Fluch, dem Jordan sich entsinnen konnte.

Chi-Lo war auch hier.

Wer noch?

Dem ersten Versuch seit ihrem Erwachen, eigenständig Fragen zu stellen, folgten unweigerliche Kopfschmerzen. Sie stöhnte auf.

Die Ärztin war noch nie eine geduldige Person gewesen und hatte den vulkanischen Atemübung, die man sie auf der Akademie gelehrt hatte, selten Beachtung geschenkt. Wozu Atmen, wenn sich das Ganze leicht mit etwas Trevilor beheben ließ? Jetzt war kein Hypospray da. Sie war klug genug, sich nicht zu bewegen und weiter ruhig zu atmen, bis die Kopfschmerzen etwas nachließen.

Es vergingen Minuten, bis Jordan sich aufrappelte. Sie versuchte, den Schmerz, der ihr Rückrat hochschoss, zu ignorieren.

Romulaner vertrauten offenbar auf Stahl. Die Zelle war mit altertümlichen Gitterstäben gesichert, was vermutlich Sinn machte, wenn nicht ein Rettungsteam mit einem Stahlschneider anrückte. Das Kontrollpanel, das den Öffnungsmechanismus kontrollierte, befand sich sogar in ihrer Reichweite. Sie zweifelte nicht daran, dass es selbst vor dem Angriff eines gewieften Sternenflottentechnikers bestens gesichert war. Nicht einmal eine Wache machte sich die Mühe, es im Auge zu behalten.

Im Vorraum war keine Seele zu sehen.

Ein Grunzen ließ die Ärztin herumfahren. Sie war nicht allein.

Chi-Lo lag reglos in einer Ecke, getrocknetes Blut im Gesicht. Neben ihm, den Kopf auf seinen Bauch gebettet, Wagenvoort, der sich eben langsam regte und dabei das Geräusch verursacht hatte.

Es schmerzte in den Mundwinkeln, doch Jordan lächelte trotzdem. Sie hatte nicht eine verlorene Mission im Gammaquadranten überlebt und sich dafür degradieren lassen, und sie hatte auch nicht Monate unter dem Kommando Gerald Monserats überstanden, um sich von ein paar Romulanern aufhalten zu lassen.

Immerhin gab es Gründe, warum die Sternenflotte genetisch Aufgewertete am liebsten wegsperrte und nie wieder freiließ. Jordan hatte von einer Gruppe solcher Krankenhausinsassen gehört, die mitten im Krieg von ihrer Starbase bis nach Deep Space Nine gewandert waren.

Pragmatismus erwachte in Jordan. Sie ließ den schwer verletzten Chinesen liegen, wo er war, und kniete sich etwas mühsam über Ruben.

Dann hob sie die Hand und gab ihm eine schallende Ohrfeige.

--- am Grund des Graben

Gerade hatte Clint seinen Tricorder gezogen und angefangen, die Umgebung zu scannen, da schrie hinter ihnen April auf und als Yhea sich umdrehte, sah er die Bajoranerin, die sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den linken Fuß hielt und auf dem rechten herum hüpfte, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.

"Was ist passiert", fragte Yhea besorgt und schritt zu April. Diese stützte sich direkt auf ihm ab, sodass sie endlich aufhören konnte, wie ein Känguruh herum zu hüpfen.

"Danke", sagte sie, während sie ihren Fuß begutachtete.

"Und?", fragte Yhea, "Was ist nun? Erzählen Sie schon."

Ein verärgertes Brummen kam über die Lippen der jungen Frau während sie auf einen Felsbrocken zeigte der nun - fast unschuldig - einige Meter von ihnen entfernt auf dem Boden lag.

"Dieses .... Ding da!", presste April verächtlich hervor, "Das kam von oben!"

Vorsichtig versucht die Halbbajoranerin ihren Fuß wieder auf den Boden zu setzten - verzog aber sofort das Gesicht als ein stechender Schmerz durch ihr Bein ging.

"Verdammt - hat jemand von ihnen Beiden ein Hypospray dabei?"

--- Am Graben

Sems war zusammengezuckt, als Narbo mit ganzer Kraft den Stein in die Tiefe des Grabens geschossen hatte. Gott sei Dank war es nur ein Stein gewesen und nicht er selbst. Obwohl Narbo wohl viel lieber ihn hinunter gestoßen hätte. Deswegen machte er vorsichtig einen Schritt von Narbo und dem Graben weg, nicht das der Ferengi noch auf die Idee kam, ihn doch noch hinterher zu werfen.

Als dann der Aufschrei aus dem Graben gekommen war, hatte sich Sems wieder interessiert an den Rand gestellt und hinunter gesehen. Doch außer Dunkelheit konnte er nichts erkennen. Keine Bewegung oder Schemen. Nichts. Was verdammt noch mal war denn jetzt da unten.

Sems fasste sich ein Herz und brüllte in den Graben hinein: "HALLO?! Ist da jemand?"

"Nein, der Boden hat geschrien - natürlich ist da jemand!", keifte der Ferengi, während er mit dem Sicherheitler auf Antwort wartete. Aber scheinbar aussichtslos: Wer auch immer den Stein abbekommen hatte, war nach dem Schrei nicht mehr sonderlich mitteilsam geblieben.

Bei ihrem Glück glaubte Narbo aber kaum, dass sie ihren Feind außer Gefecht gesetzt hatten. Andererseits hatte er die Stimme bisher noch nicht gehört gehabt.

'Weiblich, relativ jung und mit Temperament ausgestattet', fasste der Barbesitzer seinen Eindruck zusammen, um dann leise zu seufzen. Egal auf wessen Seite die Getroffene stand, Leute dieser Art bedeuteten meist Ärger!

"He, wenn Du Dich nicht sofort zu erkennen gibst, folgt eine ganze Lawine an Steinen. Und versuch erst gar nicht zu entkommen, wir haben Nachsichtgeräte!“ War zwar gelogen, aber Dreistigkeit siegte immer.

--- Imperiales Forschungsschiff Telai, Zelle

"Ahh, nicht schon wieder!", entfuhr es dem Niederländer panisch, als er die Augen wild aufschlug und mit dem Oberkörper hochschoss. Beinahe wäre er gegen die über ihn gebeugte Ärztin geprallt, wäre sie nicht im letzten Moment ausgewichen und hätte ihn mit ihren Händen an den Schultern fixiert.

Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn und verwirrt wanderten seine Pupillen schemenhaft umher, während Ruben halb den Raum und halb seine Erinnerungen abtastete. Sein Puls überschlug sich beinahe und einen Moment wurde ihm ganz übel, aber dann wurde er sich der Umgebung bewusst und entspannte sich leicht.

Vorsichtig ließ Jordan ihn los, behielt ihn aber genau im Auge.

Schnaufend zog er die Beine an und umklammerte sie leicht, als wolle er sich möglichst klein machen. Sein Körper begann augenblicklich zu zittern und er schaute der Ärztin nur kurz ins Gesicht, um sich sofort wieder abzuwenden.

"Wie lange sind Sie wieder wach?", fragte er mit stockender Stimme, als er den neben sich liegenden Chinesen bemerkte, "Und wie geht es Chi-Lo?!"

Jordan zuckte zusammen, als sie sich neben dem Ohnmächtigen in eine nur scheinbar bequemere Haltung setzte und dabei Muskeln bewegte, die sie lieber nicht bewegt hätte. Was auch immer man ihr injiziert hatte, es wirkte auf jede Nervenbahn, die es finden konnte.

"Gerade erst aufgewacht", erwiderte sie, während sie ein Auge Chi-Los öffnete und seine Pupillen musterte. Dann griff sie nach seinem Hals und fühlte den Puls, nur um mit den Schultern zu zucken, "Ich könnte mir vorstellen, dass er irgendwann wieder aufwacht."

Die Ärztin bemerkte Wagenvoorts kritischen Blick und fügte hinzu: "Ich könnte es ihnen genauer sagen, wenn ich einen Tricorder zur Hand hätte und wüsste, was man mit ihm gemacht hat. Aber es ist Ihnen nicht allzu schlecht bekommen und mir auch nicht, daher besteht durchaus Hoffnung."

Seufzend begann sie die Schultern zu bewegen, um sich zu lockern und den Schmerz zu vertreiben.

"Ich schlage vor, wir lassen Chi-Lo hier zurück. Sie öffnen diesen Türmechanismus, dann suchen wir einen Transporter und beamen uns zurück inklusive ihm" Sie nickte in Richtung des Chinesen "auf den Asteroiden, oder besser auf Alnaks Shuttle, falls es noch im Orbit ist"

--- am Grund des Grabens

Irritiert blickten Clint, Alnak und April nach oben und sahen sich danach überrascht an.

In April begann es zu kochen - der Fremde, der da anscheinend sehr weit oben stand, hatte eine sehr herausfordernde Art Anweisungen zu geben und das ging der jungen Bajoranerin eindeutig gegen den Strich. Humpelnd hüpfte sie ein paar Schritte nach vorne.

"Wenn sie das machen, dann beten sie, dass sie mir nie persönlich über den Weg laufen!", fauchte April in die Dunkelheit.

Sich zu den beiden Männer wendend sagte sie dann:

"Kennen sie die Stimme? Ist das vielleicht einer von ihrer Mannschaft?"

Alnak schaute Clint an. Und Clint schaute Alnak an. Dann zuckten beide ratlos mit den Schultern. Nein, diese Stimmte konnte keiner von ihnen einordnen.

"Nein, also zu uns gehört der bestimmt nicht. Weil wenn doch, dann hätte ich ihn bestimmt schon längst aus irgend einer Luftschleuse geworfen. Das können Sie mir glauben."

Er überlegte kurz, bevor er etwas leiser zu April sagte: "Lassen Sie uns etwas rüber gehen. Ich habe nämlich keine Lust, noch mehr Steine ab zu bekommen."

Die Bajoranerin nickte und auch Clint schien zuzustimmen und so kauerten sich alle an einer der beiden Felswände, in der Hoffnung, hier ein wenig geschützt vor von oben kommenden Geschossen zu sein.

"Und was machen wir jetzt", fragte Yhea ein wenig unentschlossen.

"Mr. Narbo?!", schrie Clint hinauf, als ihm dämmerte, wer sich hinter dem Steiniger verbarg. An seine Begleiter gewandt meinte er: " Ich glaube das dürfte die andere Mannschaft sein. Ich habe Ihnen ja schon mitgeteilt, dass ihr Anführer, dieser Ferengi, psychisch ein wenig labil ist. Seien sie also vorsichtig, was sie sagen"

"Mr. Narbo die Mitglieder aus meinem Team wurden alle von jemanden fortgebeamt. Ich bin in Begleitung zweier weiterer Kollegen die zur Verstärkung gekommen sind", schrie er in die Finsternis über ihm. Er hatte beschlossen April vorerst zu vertrauen. Den entscheidenden Anstoß dazu gab ihm ihr Verhalten gegenüber dem Ferengi,

"Ist ihnen ähnliches widerfahren? Und haben sie unseren parapsychischen Widersacher gefangen?"

--- Am Graben

Sems schaute verwirrt zu Narbo, der immer noch an der Grabenkante stand und hinunter starrte und lauschte. Was war denn hier los? Kannte Narbo die Unbekannten da unten? Waren es ihre Freunde oder ihre Feinde? Wieso fühlte er sich immer noch so komisch?

Er rieb sich kurz die Schläfen um wieder einen klaren Kopf zu bekommen, doch das seltsame Gefühl blieb. Ok, dann musste er es eben ignorieren. Aber wieso taten die da unten dann so, als kannten sie sie? Und woher kannten sie den Namen von Narbo? So bekannt und berüchtigt war der kleine Ferengi nun auch nicht, erst recht nicht hier auf diesem Steinhaufen. Aber verdammt, was war es dann?

Plötzlich schoss ein Gedanke der Erkenntnis durch seinen Kopf. Das war es. Ja klar, es konnte nur so sein. Wieso war er darauf nicht schon früher gekommen. Schnell stellte er sich neben Narbo und flüsterte ihm ins große Ohr.

"Das ist unser Alien. Jaja, genau. Das ist es. Er ist da unten. Und er versucht uns zu verwirren. Ganz bestimmt. Wirklich", redete er auf Narbo ein, während er sich am Boden umschaute. Kurze Zeit später hatte er das gefunden, was er gesucht hatte. Er ging dahin, holte mit dem Fuß aus und schoss den Stein in den Graben hinab. Während der Stein schnell an Höhe verlor, horchte er ihm hinterher und rief dann zu Narbo.

"Helfen Sie mir, so erledigen wir vielleicht unsere Nummer 6. Los, machen Sie schon!!"

Schnell ließ sich der Ferengi den Vorschlag des Menschen durch den Kopf gehen: 'Hmm, er könnte sogar Recht haben. Andererseits ist er anhaltend verwirrt, weil er wohl nichts verträgt!'

So entschied er sich, den Menschen schnell vom Rand wegzuschieben und ihn böse anzufunkeln.

"Könnte sein, aber vielleicht sind es auch nur unsere temporären Verbündeten von dem anderen Schiff. Bis wir Nummer 6 beseitigt haben, sollten wir sie schonen. Wenn freie Bahn ist, können wir sie immer noch schwächen!", erklärte er Sems eindringlich, während dieser zu verstehen schien.

"Hör gut zu, Klinther, wir glauben vorerst niemandem mehr. Bewegt Euch keinen Millimeter, wir sind in ein paar Augenblicken bei Euch", schrie er dem Wahlvulkanier zu, bevor er sich leise an Fanjil wandte, "Wenn wir Ihnen gegenüberstehen, kannst Du feststellen, ob Nummer 6 einer von ihnen ist?!?"

"Vielleicht", antwortete Fanjil schlicht. Sie kaute nervös auf ihrer Oberlippe und blickte skeptisch die Schlucht hinunter, "Wenn sie mich fragen, er hat von diesem Clint Besitz ergriffen und alle anderen im Team unschädlich gemacht" Sie wandte sich wieder an den Ferengi und gestikulierte während sie sprach: "Ich meine, seine Geschichte klingt wenig plausibel. Wer sollte seine Leute weggebeamt haben? Und warum blieben wir dann verschont?"

"Gegenüber Eurer Geschichte klingt das geradezu lächerlich plausibel!", wandte Narbo angesichts der haarsträubenden Zeitreisegeschichte zischend ein, die ihnen aufgetischt worden war, "Wir gehen jetzt runter und bei dem kleinsten Anzeichen von Hinterhalt oder Verrat werden wir alle erschießen. Sems, beim Zielen vorm Abdrücken überlegen!"

Missmutig dachte er an die drogenbedingten Ausfälle des Sicherheitlers. Der würde es glatt fertig bekommen, wirklich ALLE zu erschießen!

Mangels Alternative folgte die Gruppe dem Ferengi, als dieser durch die nahe Tür trat, die noch vor kurzem eine kleinere Diskussion ausgelöst hatte. Nun öffnete sie sich einfach gehorsam und gab den Weg in das Gangsystem frei.

"Fanjil, wir müssen hier runter, oder...?"

--- am Grund des Graben

"Argl ....", zischte April zwischen ihren weißen Zähnen hervor und hüpfe ein Stück von dem Punkt weg wo die drei vor einigen Minuten aus dem Gang gekommen waren - und von wo nun auch vermutlich die obige Gruppe her kommen würde.

Während sie sich an die Wand lehnte und ihren Phaser zog, zischte sie scharf zu Clint hinüber:

"Haben Sie jetzt ein Hypospray dabei oder nicht?"

"Ein Hypospray?", fragte der Wahlvulkanier etwas verwirrt. "Nein. Versuchen sie einfach nicht an den Schmerz zu denken", schlug er stattdessen hilfreich vor. Er beleuchtete noch einmal die Felsen mit der Taschenlampe. Die 'Objekte' die vor einigen Augenblicken seine Aufmerksamkeit so gefesselt haben begannen zu pulsieren. Gedankenverloren murmelte der Wissenschaftler vor sich hin: "Hmmm, aus einem Großkokon dürften etwa 30.000 schlüpfen. Multipliziert mit der Anzahl ..."

Ein leichtes Zischen kam bei Clints Antwort über die Lippen der Halbbajoranerin.

"Ein einfaches "Nein" hätte es auch getan!", antwortete April schroff.

Sems schlurfte leicht über den Boden, wodurch die andere Gruppe aufschreckte, als die Crew der Atlantis leise aus dem Dunkel kam.

"Keine hektischen Bewegungen, sonst endet das mit Tränen!", meinte der Ferengi nur, als April sich reflexartig anspannte.

--- Imperiales Forschungsschiff Telai, Zelle

"Ich...ich habe Sie schreien gehört!", flüsterte der Niederländer nur stotternd, ohne auf die Aufforderung der Frau einzugehen, "Wir werden hier nie entkommen, die Romulaner wissen alles und die Venture ist sicher längst vernichtet"

Benommen von der Erkenntnis fing er an zu Zittern, während das leise Fiepen der synaptischen Sonde wieder in seinem Hirn aufkam. Panisch presste er sich die Hände gegen die Ohren, nutzlos, denn das Geräusch kam von Innen. Hyperventilierend schloss er die Augen und versuchte, sich auf Entspannungstechniken zu konzentrieren.

Eine Ebene.

Eine Kugel.

Ein Schnittpunkt bei Koordinate-

Das Öffnen der Tür unterbrach seine Rechnung, ließ seine Augenlider hochschnellen und seine Hände verkrampfen. Ein Romulaner stand in der Tür. Etwa 180 cm groß, mit ernstem Gesicht, aber nicht in der Uniform eines Militärs.

"Ich bin Svaal", teilte dieser schlicht mit, "Der Subcommander bereitet einen Stosstrupp auf den Asteroiden vor und sie werden alle dort unten, einschließlich der in Alienkörper übertragenen Besatzungsmitglieder töten. Eure Flucht ist vorbereitet, nehmt diesen Gang. In 20 Metern ist rechts ein Zugang zu einem Wartungstunnel, der direkt in den Transporterraum führt. Viel Erfolg!"

So überraschend wie er erschienen war, verschwand der Wissenschaftler auch wieder und ließ ratlose Gesichter zurück. Ohne Beweis, ohne weitere Hilfe, nur mit ein paar kurzen Anweisungen, die absolutes Vertrauen erforderten.

Aber sie schienen keine Wahl zu haben.

"Na dann mal los", erwiderte Jordan energisch und klopfte Ruben auf die Schulter, der darauf erschrocken zusammenzuckte. Sie hätte ihm gerne ein Beruhigungsmittel verabreicht, wenn sie eines zur Hand gehabt hätte. Der Mann war einfach nicht für Stresssituationen geeignet.

Daher rappelte sie sich auf und zog ihn mit sich auf die Beine.

"Wir haben keine andere Chance, als dem Mann zu vertrauen, würde ich sagen", stellte sie leise fest, während sie zur Tür ging und einen vorsichtigen Blick auf den Gang warf. Er lag verlassen da. "Aber immerhin hätte er uns einen Phaser geben können..."

Keinen weiteren Atem verschwendend, packte sie den Sicherheitsoffizier erneut am Arm und zog ihn mit sich in die angegebene Richtung.

--- am Grund des Grabens

Abschätzend beobachtete die junge Frau den Ferengi und versuchte den Kerl vor ihr einzuschätzen. Wie eine Katze bewegte sie sich noch ein paar Schritte zurück um die angekommene Gruppe besser im Auge behalten zu können - mit einer zuckenden Bewegung des Phasers in ihrer Hand meinte sie dann:

"Passen Sie auf was sie sagen, Kleiner!" Einen herausfordernden Blick auf den Ferengi gerichtet...

"Wer sind Sie alle?"

"Wir sind die drei lustigen Zwei von der Atlantis, plus einem Alien von diesem Felsbrocken!", stellte Narbo die Gruppe grinsend vor, "Clint kennt uns, weiß, dass mit uns nicht zu spaßen ist. Deshalb sollten wir kooperieren oder sofort die Waffen ziehen - wie siehst Du das, Sems?"

Der Mensch war zwar weder sein spezieller Freund, noch sein allgemeiner Freund. Eigentlich nicht mal ein besserer Bekannter, sondern eher Kanonenfutter, welches O'Connor ihnen auf diesen Asteroiden mitgegeben hatte. Deshalb zögerte der Ferengi auch nicht, den Sicherheitler als genau dies zu benutzen.

Bei dem Spruch von Narbo mit den drei Lustigen war Sems irgend etwas von einer Tankstelle in den Kopf gekommen, doch genau wusste er auch nicht, was er damit anfangen sollte. Stattdessen antwortete er dem Ferengi auf dessen Frage.

"Du kennst doch meine Einstellung", begann Sems und zückte unsicher seinen Phaser. Mit zittriger Hand versuchte er die fremde Crew im Visier zu halten, während er weiter redete. "Mein Motto lautet, erst schießen, dann fragen."

Und dann drückte er ab. Wie in Zeitlupe sah er den Energiestrahl, der aus seiner Waffe heraus schoss und auf die Crew der Venture zu schlich. Fast schon wollte er triumphierend die Hand in die Luft reißen, da sah er, dass der Strahl fast einen Meter über den Köpfen der Anderen vorbei ging und in die Wand des Grabens einschlug. Nein, nicht in die Wand. Er traf einen dieser vielen Kokons, die zu Hunderten an den Wänden hingen. Und zu allem Übel war sein Phaser nicht stark genug eingestellt, um diesen Kokon zu verdampfen.

Stattdessen explodierte die äußere Hülle und Tausende kleine Lebewesen, die sich im Inneren befunden hatten, prasselten auf den Boden hinab. Doch das bekam Sems nicht mehr mit. Denn als er geschossen hatte, hatte auch April ihren Phaser abgefeuert. Nur sie hatte getroffen. Und zwar ihn. Und so klappte Sems wie so oft in letzter Zeit in sich zusammen.

"Halt!", rief Clint, versuchte aber nicht, heldenhaft in die Schusslinie zu gehen. "Das haben wir doch schon hinter uns, Mr. Narbo", behauptete er, "Seien sie doch vernünftig. Miss April, machen sie von ihren Waffen bitte keinen Gebrauch mehr"

Während der Halbbreen redete, ertönte ein leises Scharren, verursacht von Tausenden von Insektenfüßen. Zahllose kleine Scheren begannen aufgeregt zu klappern. Ultraschallaute schallten durch den Graben, für menschliche Sinne kaum wahrnehmbar. Nicht so für die Kokons an den Wänden, dessen Insassen auf die Rufe ihrer Artgenossen reagierten. Die organischen Gebilde begannen unheilvoll zu pulsieren.

Sie waren wie Heuschrecken ... wenn man von Oberflächlichkeiten wie Erscheinungsbild, Lebenzyklus und Fressgewohnheit absah. Was sie mit Heuschrecken verband, war die Art ihres Auftritts. Selbst den zivilisierten Menschen des vierundzwanzigsten Jahrhunderts sind Heuschreckenplagen ein Begriff, wenn auch mit einer eher mythologischen als erfahrungsbezogen Bedeutung: Eine unzählbare und unaufhaltsame Armee aus hungrigen Mündern, die die Felder der Menschen leerfegten.

In diesem speziellen Fall hielten sich die hungrigen Münder nicht mit Feldern der Menschen auf ...

April hatte bei Clints Aufforderung langsam, aber doch mit einem skeptischen Blick, ihren Phaser gesenkt. Aber nur wenige Augenblicke später hatte sich die junge Frau umgeblickt und entdeckte nun auch das Resultat, das der Fremde, den sie gerade ins Reich der Träume geschickt hatte, angerichtet hatte.

"Ich bin dafür, dass wie hier schleunigst versuchen raus zu kommen!" Ihre Stimme vibrierte bei diesen Worten etwas. Alles - sogar eine Haufen wütender Klingonen - war der Halbbajoranerin lieber als diese "Kriechtiere", die hier auf sie alle zukamen.

Flink drehte sie sich wieder um und bemerkte wie die anderen - der Ferengi hatte den bewusstlosen Menschen hinter sich hergezogen - in dem Gang verschwanden, aus dem sie gekommen waren.

Immer noch hüpfend schloss April zu ihnen aus. Ob der Gang sich wohl hinter ihr verschloss?

--- Raider Pei Mei

Gemütlich lehnte Aillard sich in ihrem Sessel zurück, nachdem sie die letzte Kaffeetasse zurück in den Replikator gestellt hatte. Sich streckend, stellte sie fest, dass sie so langsam richtig wach wurde. Dieses klingonische Teufelszeug wirkte wirklich Wunder.

Die letzten Minuten hatte sie verbracht, diesen Feedbackschaden zu untersuchen, hatte ein paar Schaltplätze umgesteckt, um ihn zu flicken, und war zu dem Schluss gekommen, dass er die Systeme nicht weiter beeinflussen würde. Im Grunde war nichts außer dem Kratzer auf dem Display passiert. Dennoch konnte sie sich nicht erklären, wer ihn verursacht haben konnte. Vermutlich würde Hisaki die Logbücher durchsehen, wenn sie zurück auf der Venture waren.

Mühsig warf sie ab und zu einen Blick auf die Anzeigen, die ihr jedoch nichts Neues verrieten, weil die Sensorreichweite nach wie vor eingeschränkt blieb und sie keine Möglichkeit sah, sie zu erweitern. Keine Meldung von Poulsen, der sich damit abmühte, einen Funkkontakt mit dem Außenteam herzustellen, bisher ihre Hilfe jedoch nicht angefordert hatte.

Ein Piepen an der Sensorstation ließ sie aufhorchen, und sie rappelte sich desinteressiert auf, um einen Blick darauf zu werfen. Der Computer hatte die Anweisung, ungewöhnliche Daten zu melden, und in der letzten Stunde hatte er mindestens fünfmal auf sich aufmerksam gemacht, weil er durch das Sensorrauschen irgendwelche Steinbrocken mit hohem Dilithiumanteil als feindliche Bedrohung identifiziert hatte.

Daher ließ sie sich diesmal Zeit und hob nur lakonisch die Augenbrauen, als es diesmal eine Plasmasignatur war, die die Sensoren wenige hundert Kilometer entfernt zu registrieren glaubten. Wahrscheinlich noch mehr Dilithium. Sie war überrascht, wie schnell einem das Zeug überdrüssig werden konnte.

Schon wollte sie den Computer anweisen, die 'Signatur' zu ignorieren, als sie es sich anders überlegte, mit den Achseln zuckte und einen intensiveren Scan anstieß. Es war ja nicht so, als hätte sie schrecklich viel zu tun.

Mit wenigen Handgriffen hatte sie die Schubtriebwerke ein paar Sekunden lang aktiviert und ließ das Shuttle in Richtung der Auffälligkeit treiben. Plasma konnte man schließlich sehen. Als sie einen größeren Gesteinsbrocken im Orbit des Asteroiden halb umrundet hatte und der Blick frei wurde, warf sie einen Blick aus dem Seitenfenster.

Und stutzte.

Nicht, dass sie irgendwelches Plasma gesehen hätte. Es war eher, was nicht da war...

In den letzten Stunden hatte sie sich an den Anblick des Asteroidenfeldes gewöhnt: größere Gesteinsbrocken, die man umfliegen musste, wechselten sich ab mit zahllosen kleineren, die eine zu geringe Masse hatten, um für die Schilde ein Problem zu sein, und die wie Schneeflocken die Region überzogen.

Nicht an dieser Stelle. Eine ziemlich große Fläche blieb frei. Aillard blinzelte, als sie einen Mini-Asteroiden beobachtete, der auf den Bereich zutrieben und... abprallten.

Veronica schluckte.

"Ähm... Poulsen?", fragte sie mit trockenem Mund über die Verbindung zur Silver Sun, "Im Orbit dieses Asteroiden befindet sich ein getarntes Schiff..."

--- Gänge am Grund des Grabens

"Dieser unfähige IDIOT!", schimpfe der Ferengi laut keifend vor sich hin, während er Sems mit Fanjils Hilfe hinter sich herschleifte, "Und dieses Weibchen vergisst ihre Waffen auf Töten zu stellen, mit der Folge, dass wir den bewusstlosen nassen Sack am Hacken haben!"

Ysara lief einige Meter voraus und klärte, wie stets gelangweilt wirkend, den Weg.

"Langsam vergeht mir die Gier am Dilithium", fügte Narbo bitter hinzu, um sich hechelnd umzusehen. Sems wog mindestens eine Tonne und er selbst war absolut nicht in Kondition. So war es kein Wunder, dass die andere Gruppe schon in kurzem Abstand zu sehen war und bald aufschließen würde.

Und scheinbar hatten die schon ziemlichen Ärger mit diesen Viechern, wenn man dem lauten Fluchen des Weibchens Glauben schenken konnte...

Yhea war schlecht gelaunt. Nein, das stimmte nicht. Er war absolut mies gelaunt. Nein, dass reichte immer noch nicht. Wieso passierte ihm das? Warum nicht Wagenvoort? Dem Niederländer gönnte er es. Doch sich selbst? Nein. Er hasste diese Dinger. Nein falsch. Er hasste alles was mehr als vier Beine hatte. Und diese Dinger die ihn und die Anderen verfolgten, hatten mindestens sechs. Also hasste er sie erst recht. Zudem hatte er April über der Schulter.

Die Frau keifte und fluchte wie verrückt und versuchte sich aus dem Griff des Romulaners zu befreien. Doch Yhea ließ nicht los. Und das aus zwei guten Gründen. Erstens weil er nicht dafür verantwortlich sein wollte, das April von diesen Biestern gefressen wurde und zweitens weil er nicht gefressen werden wollte. Und nachdem April mit ihrem schmerzenden Fuß nur humpelnd hinter ihnen her kam und weit zurück fiel, da hatte Yhea sie einfach gepackt und sich übergeworfen.

So waren sie zwar um einiges schneller als vorhin, doch sein Trommelfell musste einige Strapazen aushalten. Und dann sah er, dass die andere Crew vor ihnen auch nicht schnell war. Sie schleppten einen bewusstlosen Mann hinter sich her. Obwohl "schleppten" das falsche Wort war. Eigentlich schleiften sie ihn durch die Gänge. Zwei Leute, jeder ein Bein in der Hand. Und der Kopf schlug auf dem Boden hin und her. Yhea wusste nur eins. Egal wie schlecht es ihm gerade im Moment ging, in dessen Haut wollte er nicht stecken.

Als sie die andere Gruppe erreicht hatten, wandte sich Yhea an den kleinen Ferengi.

"Hören Sie, wir müssen hier weg. In diesem Tempo werden wir gleich von den da eingeholt", sagte er und zeigte hinter sich.

April hasste Situationen, in denen sie nicht Herr der Lage war - und so eine war dies und im Moment konnte sie sich noch nicht einmal dagegen wehren. Für einen kurzen Augenblick zog sie die Möglichkeit in Erwägung Alnak ihr Bat’leth in den Rücken zu schlagen, entschied sich jedoch dagegen. Denn auch wenn sie es nicht zugeben wollte, war dieser "Ritt" im Moment für sie die einzigste Gelegenheit schnell voran zu kommen.

Ein letztes Knurren kam über ihre Lippen als sie sich ihrem Schicksal hin gab und versuchte dann in ihrer doch etwas eigenwilligen Position das Bat’leth auf ihrem Rücken zu verstauen - mit einer Hand, in der anderen hielt sie immer noch den Phaser, eine richtige Aufgabe.

Nach ein paar Augeblicken blickte sie auf und zielte auf die Meute, die sie verfolgten. Die ersten Schüsse gingen daneben, aber nach einigen Testläufen traf April sogar ihre Verfolger und verschaffte ihnen so wenigstens einen geringen Vorteil.

Clint lief als letzter in der Reihe, denn er kam nicht umhin, ein paar Scans ihrer Verfolger vor zu nehmen. Das rächte sich, als einige der schnelleren Exemplare ihn erreichten und zubissen. Ihre Mundwerkzeuge schienen kleine Fleischstücke aus dem Halbbreen zu reißen. Der Schmerz lies den Wahlvulkanier seine wissenschaftliche Neugier vergessen und in einem bemerkenswerten Sprint setzte er sich an die Spitze der Gruppe, noch vor Narbo und die Alienfrau.

"Das war eine gottverdammte Falle!", rief Fanjil gerade ,"Nummer 6 hat uns in diesen Graben gelockt. Wahrscheinlich wollte er uns dort einsperren und diesen Viechern überlassen"

Clint rannte weiter. Die nächste Türe war noch weit, aber die Entfernung schmolz bei Clints Geschwindigkeit schnell dahin. Als er sie erreichte, sah er gerade noch, wie ein Schatten hindurchhuschte. Die Tür fiel zu und das Klicken von schweren Duraniumstäben, die in duraniumverkleidete Schächte glitten, erklang. Der grünhäutige Wissenschaftler betätigte den Öffnungsmechanismus.

Nichts geschah.

--- Raider Silver Sun

"Was?", rief Alex überrascht und verschluckte sich beinahe an dem Tee, den er gerade am Trinken war. Schnell stelle er die Tasse ab, bevor noch ein Unglück damit passierte und drehte sich zur Steuerkonsole um. Er hatte schon überlegt, die Tarnvorrichtung der Silver Sun zu aktivieren, doch leider gehörte sie zu den vielen Systemen der Silver Sun, die zur Zeit nicht funktionierten. Zwar hatte er die letzten Stunden mit Reparaturen verbracht, doch wirklich erfolgreich war er nicht gewesen. Die Silver Sun war einfach zu stark beschädigt, um sie hier mitten im Weltraum wieder hundertprozentig flott zu machen. Aber wenigstens flog sie noch mit Impulsantrieb und die Schilde funktionierten zum Teil wieder.

Deswegen aktivierte er sie und steuerte den Raider hinter einen größeren Felsbrocken, um wenigstens ein wenig versteckt zu sein. Außerdem funktionierten die Sensoren hier nur sehr eingeschränkt. Aber Moment, wie hatte Veronica dann ein getarntes Schiff entdeckt?

"Veronica, sind Sie sich sicher mit dem Schiff? Oder besser gesagt, wie haben Sie es entdeckt? Haben Sie sich versteckt?", fragte er und wartete gespannt auf eine Antwort.

"Der Computer hatte etwas registriert, das er für eine Plasmasignatur hielt", erwiderte Veronica und sah noch immer gebannt das nicht vorhandene Schiff an. Sozusagen. Sie schüttelte den Kopf, fing sich wieder und übertrug der Silver Sun die Koordinaten. "Die Sensoren haben wieder verrückt gespielt, es ist wohl in Wirklichkeit ein Sensorschatten, den das Schiff hier im Asteroidenfeld verursacht"

Erst jetzt drangen Alex' letzte Worte an ihr Ohr, und sie eilte hinüber zur Steuerkonsole, um die Pei Mei wieder mit etwas Schub hinter den Gesteinsbrocken zu dirigieren, den sie gerade umrundet hatte.

"Bis auf die Schilde laufen meine Systeme Minimum, deshalb bezweifle ich, dass sie mich bemerkt haben, wenn sie nicht gezielt scannen. Und wie ich es entdeckt habe?" Sie sah erneut aus dem Fenster und rang mit den Händen, obwohl es der andere nicht sehen konnte. "Mit meinen Augen. Es ist nicht weit von meiner Position entfernt. Man kann es sehen, weil es das Gestein verdrängt. Mit völliger Sicherheit befindet sich dort ein getarntes Objekt, das die Umrisse eines Schiffes aufweist..."

Einen Augenblick lang dachte sie nach. Nicht gerade viele Spezies im Quadranten verfügten über eine Tarnvorrichtung, und die einzigen nennenswerten, die sich in diese Region verirren würden, wären wohl Klingonen oder Romulaner. Hatte diese April vielleicht ein klingonisches Schiff hergebracht? Sie runzelte die Stirn und versuchte sich vorzustellen, dass dort ein Bird of Prey lauerte. Die Vorstellung behagte ihr überhaupt nicht. Andererseits konnte es auch sein, dass die Romulaner sie mal wieder aufgespürt hatten...

Dann kam ihr eine Idee, und auch wenn sie wenig Hoffnungen hatte, wandte sie sich noch einmal an Poulsen: "Sagen Sie, die Silver Sun hat doch romulanische Sensorsysteme. Vielleicht sind die geeigneter, um eine Tarnvorrichtung zu registrieren? Wir sollten versuchen herauszufinden, wer das dort ist", fügte sie geschäftiger hinzu.

"Da muss ich Sie leider enttäuschen", entgegnete Alex, "Einzig die Tarnvorrichtung wurde in die Silver Sun eingebaut. Die Sensoren sind immer noch die alten Sternenflottensysteme. Und die funktionieren leider nicht mehr richtig"

Es ärgerte ihn schon ein wenig, dass so wenig an Bord funktionierte. Doch was sollte er tun? Reparieren konnte er sie nicht. Zumindest nicht alleine. Und Yhea erreichte er nicht. Mal davon abgesehen, dass die Transporter zerstört waren. Aber die Gedanken halfen ihm jetzt auch nicht weiter. Sie befanden sich hier oben, mit zwei Raidern und einem feindlichen getarnten Schiff.

Die von Veronica geschickten Koordinaten befanden sich nicht allzu weit von der Silver Sun entfernt. Vorsichtig steuerte Alex das kleine Schiff aus der Deckung, starrte angestrengt aus dem Fenster und versuchte, das Schiff zu entdecken. Und tatsächlich. An der erwarteten Stelle befand sich wirklich nichts. Kein einziger Asteroid trieb dort herum. Und wenn sich was bewegte, dann von dort weg. Also hatte Veronica Recht gehabt. Schnell versteckte sich Alex wieder hinter dem Felsen und funkte Veronica wieder an.

"Können Sie mithilfe Ihres Computers heraus finden, um was für ein Schiff es sich handelt? Also anhand der freien Fläche oder so? Bestimmt passt nicht jedes getarnte Schiff hier rein"

--- Gänge

Verblüfft hatte der Ferengi dem Wissenschaftler nachgeschaut - wer hätte schon gedacht, dass ein so langweiliger Typ so schnell laufen konnte. Fluchend zog er weiter an Sems Bein, nicht ohne langsam die Geduld mit dem Bewusstlosen zu verlieren, während mehrere Meter hinter ihm die wütend knurrende Terranerin sich erinnert hatte, welche Einstellung am Phaser man wirklich wählen sollte.

"Wer auch immer uns diese Plage beschert hat, wir müssen hier raus!", fuhr er beim Erreichen der Tür Clint an, nachdem er Sems Körper wie einen nassen Sack hatte fallen lassen, "Zum Glück bin ich nicht hierhergekommen, um Wollmützen zu stricken"

Schnell zog Narbo ein unscheinbares Stück Knetmasse aus seinem Stiefel, welches glücklicherweise nur vom Aussehen her selbigem Spielzeug ähnelte und ansonsten Löcher fabrizierte. Löcher in Duraniumtüren beispielsweise.

Während Alnak mit der verletzten Frau das Ende des Ganges erreichte, hatte Clint die Notwendigkeit von Waffengewalt eingesehen und beteiligte sich nun aktiv an der Abwehr. Die herausgerissenen Stücke seines Beines hatten seinen Lebenswillen wohl geschärft.

"Runter, gleich wird es knallen!", verkündete Narbo stolz, nachdem ein gutes Stück Sprengmasse in Höhe des Verschlussmechanismuses angebracht war und unterstrich seine Worte mit einem Sprung zu Boden.

Die Energiewelle der Explosion drücke die Halbbajoranerin auf den harten Boden und für einen kurzen Augenblick hatte sie das Gefühl, als würde jeder Knochen ihres Körpers zermalmt werden.

Alnak hatte sie plötzlich wieder auf ihre eigenen Beine gestellt - bevor April jedoch realisieren konnte warum, war sie von dem Romulaner mit auf den Boden gezogen worden. Erst jetzt, ein paar Sekunden danach, begann sie die Situation zu verstehen.

Ein leises Fluchen kam über ihre Lippen, als sich April aufstemmte und an der Steinwand nach oben zog. Ihr Fuß schmerzte immer noch, was einen eigenartigen Gesichtsausdruck der jungen Frau auslöste, als sie versuchte, ihn kurz zu belasten.

Ein Blick aus der Richtung aus der sie gekommen waren führte sie jedoch unweigerlich in die Wirklichkeit zurück. Ihre Verfolger hatten sich von der Explosion nicht sonderlich aufhalten lassen, was April noch im selben Augenblick dazu veranlasste, mit einer Hand den Oberarm des Romulaners zu packen, um ihn - vielleicht etwas unsanft - wieder auf die Beine zu ziehen.

--- Imperiales Forschungsschiff Telai, Vor der Zelle

"Nach seiner Kleidung gehört er dem Stand eines Wissenschaftlers an", murmelte der Niederländer benebelt, "Sein Zugang zu Waffen wird stark limitiert sein und uns aus einer Zelle zu befreien, wird seine ganzen Möglichkeiten erschöpft haben"

Mit unsicheren Schritten folgte er der Ärztin oder ließ sich vielmehr mitzerren. Nach wenigen Sekunden, in denen Ruben innerlich schon von einer sofortigen Entdeckung ihrer Flucht ausging, erreichten sie den Wartungssschacht und mit geübten Griffen entfernte Jordan die Verkleidung.

Scheinbar maßen auch Romulaner der leichten Erreichbarkeit der Wartungstunnel im Notfall höhere Priorität zu, als der Absicherung in Normalsituationen. Ihr Glück, denn komplizierte Sicherheitssperren hätte der Sicherheitler in seinem derzeitigen emotionalen Zustand nicht überwinden können.

--- Wartungstunnel

Ächzend zwängte er sich der Länge nach in den Schacht, während er seine hinderliche Größe geradezu verfluchte. Die kleinere Jordan hatte keinerlei Probleme ihm zu folgen und verschloss den Zugang unverzüglich hinter sich.

"Dann mal los", sagte Ruben mehr zu sich selbst, als zu der Ärztin. Scheinbar hatte er diese Beruhigung auch viel nötiger, als irgendjemand anders!

Umständlich bewegte er sich durch den engen Korridor, schlug sich mehr als einmal Kopf, Arme oder Knie an und zuckte jedes Mal nervös zusammen. Wieso konnte man derlei Tunnel auch nicht größer bauen?!

"Ähh, ich glaube, wir sind da", teilte Ruben überflüssigerweise kurz darauf mit, nachdem sie in einer Sackgasse angekommen waren, die unübersehbar an einem weiteren Zustieg endete, "Ich glaube, Sie sollten besser den Schacht öffnen!"

Bevor Jordan dem Befehl nachkam, hielt sie zunächst inne und lauschte, konnte aber keine Geräusche oder Stimmen hören. Im Geiste ging sie die Möglichkeiten durch, wie man einen möglicherweise anwesenden Romulaner überwältigen könnte, entschied sich jedoch, dass sie wohl oder übel würde improvisieren müsste.

Achselzuckend kroch sie an Ruben vorbei, öffnete mit einem Ruck das Schott und ließ es nach außen fallen. Schnell glitt sie hinterher.

--- Imperiales Forschungsschiff Telai, Transporterraum

Ein nichtsahnender Wartungstechniker kniete über einer offenen Bodenverkleidung und schaute auf, als er das Geräusch hörte.

Jordan wartete nicht lange. Sie besaß zwar nur eine äußerst verrostete Nahkampfausbildung, die ihr absolut nichts nützen würde, tat aber das einzige, was ihr einfiel, rannte los und warf sich mit ihrem vollen Gewicht auf ihn.

Wenigstens bekam er keine Gelegenheit, nach seiner Waffe zu greifen.

Einen wütenden Schrei ausstoßend, sprang der Romulaner auf und versuchte, sie von seinem Rücken zu entfernen, an den sie sich verbissen klammerte, während sie versuchte, nicht zu fallen.

"Ruben!", schnappte sie. "Machen Sie doch irgendwas!"

--- Gänge

Etwas verwirrt und kurz davor, laut zu niesen, ließ Yhea sich von April hoch helfen. Doch eine Verschnaufpause gab es nicht, denn die krabbelnden Viecher waren schon wieder ganz dicht bei ihnen. April hatte wieder damit angefangen, mit dem Phaser auf sie zu schießen und die Anderen waren ebenfalls wieder auf den Beinen. Narbo zerrte schon wieder an dem bewusstlosen Sicherheitler herum und die beiden Frauen klopften ihre Klamotten ab.

Schnell hob Yhea April wieder auf seine Schulter und lief auf die Öffnung in der Tür zu. Zwar fragte er sich, warum der Ferengi nicht erst den Tunnel hinter ihnen gesprengt hatte, damit sie diese Dinger da endlich los waren, doch trotzdem quetschte er sich mit April durch die gesprengte Tür. Kaum war er durch, da schaute er sich kurz um. Aber es war nicht viel zu sehen.

Sie befanden sich in einem kleinen rechteckigen Raum, in dem ein paar alt aussehende Kisten standen und aus dem nur eine weitere Tür raus führte. Sofort rannte er los, um zu überprüfen, ob sie zu öffnen war. Doch leider Fehlanzeige. Sie war verschlossen. Genau wie eben. Schnell setzte er die Bajoranerin ab und lief zurück zur anderen Tür. Gerade kamen die beiden Frauen mit Narbo und Sems durch. Sofort ging er zu dem Ferengi.

"Hey, wir stecken schon wieder fest. Die nächste Tür ist auch verschlossen. Aber sollten wir nicht versuchen, diese Viecher da los zu werden?"

Clint erhob sich und hustete Asteroidenstaub. Er hatte besonders nah am Explosionsherd gestanden. In seinem Innenohr rumorte es. Dieser verrückte Ferengi hatte ihm kaum Zeit zum Reagieren gelassen, als er die Sprengladung zündete. Vom Gang näherten sich bereits wieder diese faszinierenden Lebewesen, die leider auch einen faszinierend großen Hunger, unter anderem auf Halbbreenfleisch, hatten.

Bisher wurden sie nur von den paar tausend Einzeltieren verfolgt, die aus dem von Sems angeschossenen Kokon geschlüpft waren. Aber dem Klang nach kam jetzt die ganze Nachhut. Der Wissenschaftler sah am Rande seines durch den Explosionstaub eingeschränkten Sichtbereiches eine Lawine heranrollen, die fast die Hälfte des Ganges einnahm. Mit einem erstaunlich elegantem Hechtsprung brachte er sich durch die in den Fels gesprengte Lücke.

--- Kleiner rechteckiger Raum

Der Halbbreen kam aus dem Felsloch geschossen.

"Wir haben ein Problem", teilte er den Menschen freundlicherweise mit.

Nur verschwommen nahm der Ferengi die Mitteilung des Wissenschaftlers wahr, während er sozusagen mit brennender Lunte darauf wartete, dass Fanjil und Ysara endlich Sems durch das entstandene Loch zogen und damit der Gang verschlossen werden konnte.

Eine wahre Flut der Viecher kam auf sie zu - jetzt erwies es sich als vorteilhaft, dass Narbo damals auf der Privateer Erfahrung im Kampf gegen die Jumper gesammelt hatte.

"Denken nur ans Fressen, ansonsten völlig dämlich!", fasste er zusammen und warf eine kleine Menge Sprengstoff in Richtung der wellenartigen Bedrohung, "Fast zu schade als Ziel"

Bedauernd, die Explosion nicht Vis a Vis sehen zu können, drehte Narbo sich und versuchte von der Öffnung wegzukommen, rempelte im selben Augenblick beinahe die vor ihm Stehenden an.

"Runter verdammt, ich konnte keinen Zeitzünder mehr-", fing der Ferengi an zu keifen, als ihn ein dumpfes Beben und die folgende Druckwelle ins Kreuz trafen. Aus dem Felsloch schossen Staub, Steinchen und blutige Krabbler-Stückchen und warfen alle zu Boden, wo Narbo unglücklich mit dem Ellbogen auf Sems bewusstlosen Körper traf.

--- Raider Pei Mei

"Gute Idee", erwiderte Veronica und nickte vor sich hin. "Ich probiere es. Dauert einen Moment"

Rasch glitten ihre Finger über die Konsolen und erzeugten ein dreidimensionales Modell des freien Raums, in den sie den Computer die unterschiedlichen bekannten Schiffstypen einsetzen ließ, die über eine Tarnvorrichtung verfügten. Sie fragte sich, ob die Systeme der Silver Sun so beschädigt waren, dass Alex nicht selbst einen Durchlauf machen konnte, oder aber ob er gerade eiligst damit begann, die Tarnvorrichtung der Silver Sun zu reparieren. Vermutlich würde sie das an seiner Stelle tun.

Der Computer begann mit klingonischen Schiffen, und sie wusste nicht recht, ob sie erleichtert sein sollte oder nicht, als sich schnell herausstellte, dass die geschwungenen Bird of Prey nicht in die Fassung passten.

Dann war der Vorgang abgeschlossen und das Ergebnis blinkte auf ihrer Konsole - Veronica hatte wie immer, wenn sie alleine unterwegs war, die nervige Sprechstimme des Computers abgestellt. "Mit siebenundachtzigprozentiger Wahrscheinlichkeit ist es ein romulanisches Schiff, sagt der Computer", gab sie Poulsen durch, "Vorex-Klasse, mittelgroßes Forschungsschiff. Meinen Sie, sie sind ebenfalls hinter dem Dilithium her?"

Sie seufzte: "Alex, was machen wir jetzt? Sie haben nicht zufällig einen Vorschlag in der Hinterhand, wie wir das Team sofort lokalisieren und beamen und dann von hier verschwinden können?"

--- Raider Silver Sun

Alex schluckte, als Veronica sagte, es sei sehr wahrscheinlich, dass es sich bei dem getarnten Schiff um ein romulanisches handelte. Zwar nur ein Forschungsschiff, doch gegenüber den Raidern immer noch ein ernst zu nehmender Gegner. Vor allem, da sie getarnt waren und bestimmt auch unbeschädigt.

Fieberhaft versuchte Alex eine Lösung aus diesem Dilemma zu finden. Doch die einzige Idee, die ihm kam, außer die Flucht zu ergreifen und das Außenteam auf dem Planeten zu lassen, war die, mit dem Raider auf dem Asteroiden zu landen und von Hand die Leute suchen zu gehen. Aber da war ja noch die Sache mit dem Traktorstrahl, der das fremde Shuttle in den Asteroiden gezogen hatte. Und das Ergebnis kannten sie ja.

Also viel diese Möglichkeit auch weg. Oder halt. Das konnten sie doch nutzen. Aber sicher. Wieso war er nicht direkt auf diese Lösung gekommen. Schnell führte er noch ein paar Berechnungen durch, die seine Idee bestätigten, bevor er Veronica kontaktiere.

"Veronica, ich hab’s. Wir lotsen das romulanische Schiff in den Wirkungsbereich der Traktorstrahlen des Asteroiden. Dann werden die hinein gezogen und wir haben ein Problem weniger. Wäre das nichts?"

--- Raider Pei Mei

"Halten Sie das wirklich für klug?", gab Veronica skeptisch zurück, während sie immer wieder aus dem Fenster spähte, um sicherzugehen, dass sich nicht plötzlich irgendwo eine mittelgroße romulanische Flotte enttarnte, "Ich meine, Sie sind der Techniker - besteht nicht die Gefahr einer Kollision? Ich glaube nicht, dass der Asteroid den Aufprall eines abstürzenden romulanischen Schiffes überstehen würde, ohne dass unser Team in Gefahr gerät"

Die junge Offizierin bemerkte, wie sie trotz der Anspannung, unter der sie stand, langsam warm wurde. Auf der Brücke wurde sie oft von Hisaki getadelt, und zu recht - sie pflegte regelmäßig wegzudösen, weil die ihr zugeteilten Aufgaben sie furchtbar langweilten. In der Sternenflotte hätte man sie schon lange befördert, auf der Venture jedoch war ihre Position nach und nach erstarrt. Das erste Mal seit Monaten hatte sie ein Problem, das ihre volle Aufmerksamkeit beanspruchte, und sie konnte nicht anders, als daran ihre Freude zu haben.

"Außerdem könnten die Romulaner uns bemerken, bevor sie außer Gefecht sind. Und darüber hinaus kann es noch sein, dass für ihre Systeme die Traktorstrahlung überhaupt kein Problem ist. Mir ist das eigentlich zu riskant. Gibt es nicht eine andere Möglichkeit?"

Nachdenklich versank sie in Schweigen.

--- Imperiales Forschungsschiff Telai, Transporterraum

'Aber was?!', fragte sich Ruben panisch, während Jordan weiter mit dem Romulaner rang und keinen Zweifel daran ließ, dass er sie nicht loswerden würde, ohne sie zu töten.

Wie ein wilder Hund drehte sich der Typ um seine eigene Achse und hörte nicht auf, obszön auf Romulanisch zu fluchen. Glücklicherweise hatte er keine Waffe dabei, andererseits schränkte das Rubens Optionen weiter ein - aber warum erwartete man von ihm eine Lösung?

'Bin ich Sicherheitler?', schrie er innerlich, um sich sofort bewusst zu werden, 'Hmm, ja, eigentlich schon, aber doch nicht _so_ einer!'

Sich umguckend entdeckte er die unscheinbar aussehende Bodenverkleidung, die der Techniker entfernt haben musste, nahm sie umständlich in die Hände und näherte sich zitternd den ringenden Kontrahenten, die jede Wahrnehmung der Umgebung verloren haben mussten.

Beinahe wäre ihm die schwere Platte zwischen den Fingern weggelitten, als er mit vor Aufregung hervorstechenden Augen ausholte, die Augen krampfhaft schloss und auf die verbissen Kämpfenden einhieb.

Ein dumpfes, unschönes Geräusch später, öffnete er vorsichtig ein Auge und ließ die Verkleidung erleichtert fallen, nachdem er nicht die böse funkelnden Augen eines gereizten Romulaners, sondern die böse funkelnden Augen einer gereizten Ärztin sah: "Verdammt, wieso hat das so lange gedauert, Ruben?!"

--- Imperiales Forschungsschiff Telai, Asservatenkammer

'Endlich', fuhr es Pormas durch den Kopf. Erschöpft plumpste der Südländer aus dem Wartungsschacht und hielt erst einen kurzen Moment inne und begutachtete seinen Oberkörper. Sein sonst so muskulöser braungebrannter Oberkörper wies einige 'Kratzer' auf. Er hatte ganz vergessen, das der ein oder andere Zenturio keinen Spaß versteht, wenn es um seine Mutter geht.

Als Folge davon hatte er nun kein Hemd mehr an und nur für ihn wurde eine Peitsche repliziert. 'Ich sollte in einigen Situationen doch mehr die Beherrschung behalten... bin irgendwie aus der Übung...'

Aufgrund seiner früheren Tätigkeiten kannte der Grieche den Aufbau romulanischer Schiffe, insbesondere der sogenannten "Auffangstationen". Das klang wesentlich freundlicher als "Pausenraum zwischen zwei Folterungen", was eher den Kern der Sache getroffen hätte.

Das frustrierende an seiner Situation war, dass er eigentlich keine Ahnung hatte, worum es ging. Nach seinem unfreiwilligen Transport auf dieses Schiff, hatte er auf einem Metallstuhl gefesselt wiedergefunden. Im Nachhinein wäre wohl einiges angenehmer gelaufen, wenn seine DNS nicht ausgerechnet in allen romulanischen Datenbänken gespeichert gewesen, mit dem Zusatz "Staatsfeind/Spion".

Gut, genau genommen war es nur auf Forschungsschiffen gespeichert. 'Da klaut man einmal einen Prototyp einer getarnten Sonde und schon ist man für alle Zeiten geächtet!', fuhr es Pormas durch den Kopf. 'Es heißt nicht zu unrecht "Schuster bleib bei deinen Leisten". Ich hätte lieber jemanden töten sollen...'

Aber das er nun ausgerechnet auf einem Forschungsschiff gelandet war...

'Manchmal lohnt es sich einfach nicht aufzustehen....'

Nach einem kurzen, aber heftigen Verhör, in dem es nicht um den Asteroiden ging, wurde der Südländer in den Auffangraum geworfen, um "zur Besinnung" zu kommen. Als dann noch der Romulaner durch die Tür spaziert kam, ihm sagte, wohin er flüchten konnte, fragte er sich nicht zum ersten Mal an diesem Tag, was mit der Galaxie eigentlich vor sich ging.

Pormas hatte das Spiel mitgespielt und gewonnen. Tatsächlich war er in der Asservatenkammer gelandet, wo seine Waffen lagen. Die Gurte seiner Schwerter legte er rechts wie links an und nahm seine Feuerwaffen an sich, die auch noch aufgeladen waren.

Auch sah er, dass er nicht der einzige "Besucher" hier war. Nicht alle Waffen hier waren seine, oder romulanische. 'Verflixt, wer ist hier denn noch unterwegs?', dachte der Südländer angestrengt nach, 'Der Romulaner hat nichts von ihnen erzählt, also sind sie tot oder versuchen auch gerade zu flüchten. Wenn sie schneller sind als ich, bin ich verloren!'

Die Erkenntnis, dass wenn eventuelle andere Ausbrecher den Alarm auslösen, auch er recht verloren wäre, weckte die Kraftreserven des Griechen. Schnell rannte er zu Tür. Was nun folgte war der schwierigste, bzw. gefährlichste Teil seiner Flucht. Der Transporter lag im selben Gang, höchstens fünf Meter entfernt, aber wenn ein Romulaner ihn jetzt sah, konnte dieser den Alarm auslösen, bevor er ihn mit seinen Schwertern erledigen konnte.

Denn die Phaser konnte er nicht gebrauchen, solange er nicht die internen Sensoren darauf aufmerksam machen wollte, was bedeuten würde, dass der Alarm sofort ausgelöst wurde.

Pormas zählte bis drei und machte die Tür auf.

Und schaute in ein verdutztes Romulanergesicht.

"Oh Entschuldigung", entfuhr es dem Sicherheitler und zerrte den Zenturio in die Kammer. Noch bevor dieser wusste, wo ihm der Kopf stand, hatte er diesen auch schon verloren. Ohne Scheu wischte der Grieche sein Katana an der Robe des Romulaners ab.

Beim zweiten Blick durch die Tür war zum Glück die Luft rein. Schnellen Schrittes mit gezücktem Schwert rannte Pormas über den Gang und betrat den Transporterraum.

--- kleiner Raum

Diesmal schaffte es Alnak nicht die junge Halbbajoranerin abzusetzen, bevor die zweite Explosion sie alle auf den Steinboden drückte ...

Ein undefinierter Laut presste sich aus Aprils Lungen - die kleinen, schafkantigen Steine stoben über ihren Körper hinweg und rissen ein paar Striemen in die linke Wange der Kriegerin.

Augenblicke später kehrte Aprils Geist wieder in die Gegenwart zurück und sie stemmte sich nach oben, um die Lage einzuschätzen. Ihr Gesicht brannte und während sie sich um sah tastete sie vorsichtig die Schnittwunden in ihrem Gesicht ab. Ein leichtes Rinnsal aus warmen Blut rann nun über ihr Kinn - mit einer fast schon automatischen Bewegung ihres Unterarms versuchte sie es weg zu wischen, verteilte es aber so nur noch mehr.

Der Gang, aus dem sie gekommen war vollkommen verschüttet - inklusive der kleinen Bestien, die sie verfolgt hatten. Dunkler Staub umhüllte sie alle.

"Sprengstoff ist was schönes ...", murmelte April halblaut.

"Wie bitte?", fühlte sich der Halbbreen angesprochen, die Kriegerin winkte jedoch ab. Diesmal war der Wissenschaftler klug genug gewesen, sich bei der Explosion eine ruhige Ecke zu suchen, die Ohren zu schließen und den Mund offen zu halten. Trotzdem fühlte er sich ein wenig malträtiert.

"Sehr gute Arbeit", lobte er den Ferengi in jenem Tonfall, den man sich für Verrückte aufsparte, die scheinbar einige Kilogramm Sprengstoff mit sich rumtrugen. "Bleibt bloß noch das Problem, wie wir diesen Raum wieder verlassen", begann er.

"Und es wäre unklug in diesem kleinen Raum eine Explosion auszulösen", wandte er sich an den Ferengi und betonte die wichtigen Wörter im Satz extra, "Ich meine, es gibt hier nur eingeschränkte Deckungsmöglichkeiten", fügte er vorsichtshalber noch hinzu, um seinen Standpunkt festzulegen. "Und da wir schon bei Decken sind ...", er blickte bedeutungsvoll zur leicht bröselnden Decke des Raums und dann zum eingestürzten Schacht.

"Mr. Clint, wenn Mr. Narbo die Möglichkeit hat, etwas zur Explosion zu bringen, ist er nicht gerade für kluge Entscheidungen bekannt", erwiderte Ysara trocken, die sich gerade wieder aufrappelte und etwas indigniert einen großen Fleck auf ihrem Hemd betrachtete. Während eines kurzen Moments, in dem sie ihr derzeitiges Erscheinungsbild abzurufen versuchte, entstand eine Pause. "Nein, eigentlich ist er das in keiner Situation. Ganz im Gegenteil natürlich zu Ihnen" Ihre Ironie war nicht zu überhören.

Seufzend stemmte sie die Hände in die Hüften und sah sich um. "Nirgendwo ein versteckter Geheimgang? Nein? Zu schade", kommentierte sie, nachdem Fanjil ihre Frage mit einem Kopfschütteln beantwortet hatte.

Ysara ließ sich Zeit, Sems' Phasergewehr wieder an sich zu nehmen, das sie seitdem der andere bewusstlos geworden war ihrem Phaser vorzog und das sie zu behalten gedachte. Ihre eigene Waffe hatte sie beim Sturz nicht verloren, da sie an ihrem Gürtel befestigt war. Wie beiläufig schaltete sie den Regler auf volle Energie.

"In dieser speziellen Situation", wandte sie sich erklärend an Clint. "neige ich jedoch dazu, Mr. Narbo zuzustimmen."

Der Ferengi hatte gerade noch Gelegenheit, beiseite zu springen, als sie knapp über seinem Kopf die der Felswand gegenüber liegende Wand anvisierte, durch die an einer Stelle ein winziger Lichtstrahl eindrang und ihr signalisierte, dass sie nicht allzu dick war. Kurzerhand gab sie drei explosiv hallende Schüsse ab.

Wenige Sekunden später tat sich ein Durchgang auf, und ein Grollen wies daraufhin, dass ihre Zuflucht in wenigen Sekunden unter einigen Tonnen Geröll begraben sein würde.

"Na also", kommentierte sie, missachtete den beginnenden Regen zunächst kleinerer Steine hinter hier und trat in den Gang hinaus.


Stardust Atlantis